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Tod des "Fast and Furious"-Stars: Video zeigt die Explosion von Paul Walkers Auto

Eine Überwachungskamera hat den tödlichen Unfall von Paul Walker gefilmt. Die Polizei schließt CNN zufolge ein illegales Straßenrennen des Hollywoodstars nun offenbar aus.

Von Frank Siering, Los Angeles

Eine Überwachungskamera filmte den brutalen Unfall vom Samstag, bei dem "Fast & Furious"-Star Paul Walker und sein Geschäftspartner Roger Rodas in einem knallroten Porsche GT ums Leben kamen. Das Klatschportal TMZ.com stellte das Video, das von einer Kamera auf dem Dach eines Unternehmens eingefangen worden war, ins Internet. Es zeigt anfänglich nur die leere Straße und eine Baumreihe. Plötzlich, leicht verdeckt, steigt hinter den Bäumen eine Rauchwolke, dann Flammen auf. Ein zweites Fahrzeug fährt in wenigen Sekunden auf derselben Straßenseite heran und hält an.

Das Video ist ohne Ton. Im Zeitraffer-Tempo erscheinen in wenigen Sekunden mehrere Autos und halten am Unfallort an. Menschen springen heraus, einige tragen Feuerlöscher bei sich. Die heraneilenden Helfer hatten die lautstarke Explosion, die sich nur einen Steinwurf von der Wohltätigkeits-Veranstaltung, die Walker besucht hatte, abgespielt hatte, ganz offensichtlich gehört. Der Aufprall war so heftig, dass Teile des Autos hunderte Meter weit flogen und umstehende Gebäude und Gärten beschädigten.

In der Zwischenzeit mehren sich die Aussagen, dass neben überhöhter Geschwindigkeit auch ein Defekt als Unfallursache infrage kommt. Ein Motorsport-Experte, der bei der Veranstaltung am Samstag dabei war, sagte dem "Hollywood Reporter": "Als sie den Carrera zurück in die Garage fahren wollten, machte der Motor merkwürdige Geräusche. Roger sagte dann: 'Warum stottert der Motor? Lass uns den Wagen eine Runde um den Block fahren.' Und Paul sagte: 'Ich komme schnell mit dir.'"

Der Mann, der aus Respekt vor den Familien der Verstorbenen anonym bleiben möchte, sagte weiter: "Roger war nicht der Typ, der auf einer kleinen Straße rast, Paul auch nicht. Diese Jungs hatten Respekt vor dem Auto. Sie sind Geschäftsmänner und Paul war eine Berühmtheit. Sie waren verantwortungsvolle Menschen. Sie wollten nur herausfinden, was mit dem Auto nicht stimmte."

Das Internetportal "TMZ.com" veröffentlichte eine Art Fahranleitung, die der Hersteller vor der Einführung des Modells auf dem amerikanischen Markt im Jahr 2004, ausgab. Darin heißt es: "Der Carrera GT ist beinah ein Rennwagen. Er hat aber auch alle Nachteile eines Rennwagens. Als Fahrer muss man auf die Beschaffenheit der Straße achten (Abfall, Schlaglöcher, Risse). Dieses Auto kann nicht mal über eine platte Bierdose fahren." Die Fahrbahn, auf der Walker und Rodas unterwegs waren, war aber keine Rennstrecke, sondern eine normale Straße mit Bremsschwellen.

Walkers Familie bedankt sich für Beistand

Eine Autopsie von Walker und Rodas ist für Dienstag angesetzt. Die Ermittler warten noch auf zahnärztliche Röntgenbilder, die bei der Identifizierung helfen sollen.

Am Montag waren zunächst Meldungen verbreitet worden, dass die Polizei angeblich die Bremsspuren am Unfallort untersucht, um möglicherweise beweisen zu können, dass ein zweites Fahrzeug an dem Unfall beteiligt war. Doch wie CNN am Montagabend (Ortszeit) berichtet, haben sich diese Vermutungen offenbar in Luft aufgelöst. Ein illegales Straßenrennen wird demnach ausgeschlossen.

Währenddessen bedankte sich Walkers Familie für den Beistand von Fans und Freunden. Von Blumenspenden sollen die trauernden Fans allerdings absehen und stattdessen lieber für Walkers Wohltätigkeitsorganisation "Reach Out Worldwide" spenden. Angehörige von Paul Walker und Roger Rodas besuchten die Unglückstelle am Montag. Dafür sperrte die Polizei die Straße ab und bat alle Fans und Medienvertreter, den Unfallort zu räumen. Die Familien sollten ungestört trauern können. Paul Walkers Vater äußerte sich vor einer Kamera über den plötzlichen Tod seines Sohnes. Ein Termin für eine Trauerfeier steht noch nicht fest.

Mitarbeit: Julia Kepenek