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Umstrittenes Enthüllungsbuch: Michelle Obama hält Oprah Winfrey angeblich für zu fett

First Lady Michelle Obama soll sich abfällig über die Leibesfülle der einstigen Talk-Queen Oprah Winfrey geäußert haben. Das behauptet zumindest Autor Ed Klein in seinem jüngsten Enthüllungsbuch.

Von Frank Siering, Los Angeles

Hollywood und Politik, das passt oft so gut zusammen wie Sonne und Strand. Vor allem dann, wenn ein Demokrat im Weißen Haus sitzt. Die meist liberal beschlagenen Hollywood-Stars mochten Bill Clinton und sie mögen und unterstützen auch Barack Obama.

In der vergangenen Woche bewies die Spendenaktion von George Clooney für Obama im Privathaus des einstigen "Sexiest Man Alive" erneut, wie eng Hollywood mit den derzeitigen poltischen Führungsebenen verbandelt ist. 15 Millionen Dollar konnte Obama dank Clooneys Bemühungen für seine Wiederwahlkampagne einsammeln. Kein schlechter Tagessatz für einen Politiker.

Nun allerdings scheinen sich auch unter den Fans von Obama leichte Dissonanzen breitzumachen. Zumindest wenn man dem neuen "Enthüllungsbuch" von Edward Klein, einem ehemaligen Autor des "New York Times Magazine", glauben darf. In "The Amateur: Barack Obama in the White House" (das Buch kommt in dieser Woche in den USA auf den Markt, die Red.) beschreibt Klein, dass sich vor allem die noch immer sehr mächtige Oprah Winfrey und die First Lady, Michelle Obama, kaum noch ausstehen können.

Dicke Freunde sehen anders aus

Nach Recherchen von Klein - er gibt an, mit diversen Leuten aus dem inneren Obama-Zirkel gesprochen zu haben - wirft die First Lady Winfrey vor, das Weiße Haus und den Zugang zum Präsidenten bewusst für Eigen-PR genutzt zu haben.

Als Barack Obama während der ersten Wahlkampagne Unterstützung von Winfrey erhielt, war die Welt noch in Ordnung, so Klein. Doch schon kurz nach dem Einzug der Obamas ins Weiße Haus habe es erste Querelen zwischen der mächtigen Talkshow-Queen und der First Lady gegeben. Winfrey, schreibt Klein weiter, habe Michelle Obama in ihre Show eingeladen, um über das Problem von übergewichtigen Kindern in den USA zu reden. Ein Thema, das der Gattin des Präsidenten sehr am Herzen liegt.

Kurz nachdem Obama die Einladung ablehnte, soll Oprah gewütet haben: "Michelle mag keine dicken Menschen. Und sie wollte nicht, dass ich durchs Weiße Haus watschele." Oprah Winfrey kämpft seit Jahren selbst gegen Übergewicht. Klein behauptet weiter, Michelle Obama habe dann ihrem Team gesagt: "Oprah ist zu dick und mit ihrer Yo-Yo-Diät ein schlimmes Vorbild für die Kinder von heute." Die First Lady wird weiter mit den Worten zitiert: "Kinder werden sich Oprah, die reich und berühmt ist, anschauen und sagen, es ist okay fett zu sein."

Enthüllungsbuch politisch motiviert

Dass Klein ausgerechnet jetzt, da die Obamas in ihren zweiten Wahlkampf ziehen, mit diesen Anschuldigungen an die Öffentlichkeit geht, scheint politisch motiviert zu sein. Oprah Winfrey ist auch heute, da sie nicht mehr täglich mit ihrer Talkshow im Fernsehen zu sehen ist, noch sehr beliebt unter den Amerikanern. In einer Umfrage des Gallup Instituts wurden ihr bei einer eigenen Präsidentschaftskandidatur gute Chancen eingeräumt.

Die Beziehung von Oprah Winfrey zu Barack Obama scheint derweil auch weiterhin intakt zu sein. Quellen, die von Klein in dem Buch genannt werden, wollen wissen, dass Michelle Obama eine sehr eifersüchtige Frau ist und auch deshalb versuche, Oprah von ihrem Mann fernzuhalten. Obama, so mutmaßt der durchaus kontroverse Autor weiter in seinem Werk, rufe demnach Oprah Winfrey oftmals an, um sich bei der brillanten PR-Expertin Ratschläge einzuholen, sein persönliches Profil nach außen beliebter darzustellen.

Deswegen soll Obama auch seine Frau gebeten haben, sich doch bitte mit Oprah Winfrey zu versöhnen. Zuletzt habe Michelle im Mai 2011 mit Oprah gesprochen - im Rahmen einer der letzten Talkshows, die Winfrey gab. Zu einer echten Aussprache der beiden mächtigen Frauen sei es allerdings bis heute nicht gekommen.