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Reisetipps Deutschland, Teil 1 Vom Sommerglück am Meer


Die stille Rückseite Usedoms oder das Exil nahe der "Langen Anna" auf Helgoland: Unsere Orte der Sommerfrische haben eines gemeinsam: Ruhe und den Blick aufs Wasser - Tipps für einen Trip ans Meer.
Von Till Bartels und Dirk Lehmann

Usedom: Ferien im Hier und Jetzt
Ahlbeck, Heringsdorf? Da nehmen Strandkenner Haltung an. Doch wer kennt schon Kamminke? Schade auch. Oder gut so! Denn der Küstenabschnitt nahe dem 300-Seelen-Dorf auf Usedom verheißt Sommerferien wie früher: einfach, leise und bescheiden.

Auf der Südseite der Ostseeinsel, mit Blick auf das Stettiner Haff, kommt einem der Rummel der großen Kaiserbäder Lichtjahre entfernt vor. Väter müssen sich nicht beim Bau abgrenzender Strandburgen selbst verwirklichen, Mütter verteilen Stullen und selbstgebackenen Kuchen aus der Kühltasche, und Brause gibt's im Pappbecher. Die Kinder toben an der Buhne im flachen Wasser, das wie ein großer, sanfter See wirkt, obwohl es mit dem offenen Meer verbunden ist. Und der Ostseesand ist pudrig weich, genauso wie in Ahlbeck.

Kamminke, das Dorf mit den reetgedeckten Häusern, liegt am Steilufer nahe der polnischen Grenze. Von der Mole weht der Duft von gebratenem Fisch herüber. Dort steht ein einsames Haus, der "Klönsnack". Familie Hartmann räuchert selbst und brät Butterfisch und Stremellachsfilet. Zwei bärtige Rocker spielen mit Gitarre und Verstärker Oldies dazu. Man muss ja nicht alles mögen.

Infos

Klönsnack : Fischräucherei und Gaststätte. Kamminke, Auf der Mole, Tel. 038376-2 97 76, www.fischraeucherei-kamminke.de

Helgoland: Exil auf einer Düne

Und dann kommt der Moment, an dem die Insel aufpoppen müsste wie ein unter die Wasseroberfläche gedrückter Ball - wenn das letzte Ausflugsschiff ablegt und alle Tagesgäste, die zum Kaufen von Schnaps und Zigaretten dort waren, wieder auf dem Heimweg sind. Das ist gegen 16 Uhr.

Am Strand der Düne liegend, Helgolands Nachbarinsel, die bis 1720 über einen Damm mit der Hauptinsel verbunden war, kann man die hin und her pendelnden Börteboote beobachten, die die Tagesgäste zu den Schiffen bringen, das fröhliche Rufen mancher angeschickerter Besucher hören, das Abschiedstuten der Ausflugsdampfer. Und dann die Ruhe, das Rauschen der Wellen, das Rieseln des Sandes im Wind und das Kreischen der Möwen. Ich rolle mein Handtuch auf, mache mich auf, das selbst gewählte Exil zu verlassen.

Während der Hauptbesuchszeit ist Helgoland nicht leicht zu ertragen, oft kommen bis zu 4000 Tagesgäste auf die Insel. Auf die Düne aber fahren sie nicht, tagsüber ist sie ein Ort der Ruhe, ein Traumstrand in der See. Ich warte am Fähranleger, neben einem jungen Paar, das sich auch hierher zurückgezogen hat. Wir besteigen das Boot und fahren nach Helgoland. Denn jetzt gehört die Insel uns. Übernachten.

Übernachten

Von Anfang April bis Ende Oktober werden die 25 Holzhäuser auf der Düne vermietet, sie sind 34, 45 und 55 Quadratmeter groß, schlicht, aber ansprechend möbliert. Helgoland, Tel. 04725-81 12 51, www.helgoland.de; 1. Nacht ab 145 Euro, jede weitere 100 Euro.

Lesen Sie am Donnerstag, den 28. Juni, auf stern.de: Reisetipps Deutschland, Teil 2: die Wandertouren


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