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Monica Lierhaus: Zurück ins Leben, zurück zum Sport

Sie erkrankte schwer, fiel ins Koma und war zweimal klinisch tot. Im Februar trat Sportmoderatorin Monica Lierhaus zum ersten Mal wieder auf. Nun erzählt sie in einem Interview von den Anstrengungen ihres neuen Lebens - und dem öffentlichen Heiratsantrag für ihren Freund.

Von Katrin Verschaffel

Schleifen binden, Knöpfe zumachen - die meisten Menschen machen diese Bewegungen wie im Schlaf, Monica Lierhaus musste sie unter großen Anstrengungen erst wieder lernen. "Es wäre schlau gewesen, Sachen ohne Knöpfe zu tragen. Aber ich habe es trotzdem versucht", erzählt Lierhaus im Interview mit der "Krone".

2009 erkrankte Lierhaus schwer. Bei einer Operation, bei der ein Aneurysma im Gehirn geschlossen werden sollte, hatte es Komplikationen gegeben. Lierhaus Karriere endete abrupt, die Moderatorin wurde in ein künstliches Koma versetzt, das vier Monate andauerte.

Sprechen, gehen, sehen - Lierhaus musste diese Fähigkeiten neu erlernen. Auch heute noch sei ihre Therapie nicht einfach. "Ich mache täglich Logopädie und Physiotherapie. Das ist sehr anstrengend und sehr nervig." Ständig müsse sie Dinge tun, die sie noch nicht könne und das mache sie traurig. "Ich war Perfektionistin, ich bin Perfektionistin. Und ich werde es immer sein."

Lierhaus sieht ihre Zukunft im Sport

"Lucy" sei ihr erstes Wort gewesen, als sie aus dem Koma erwachte. Ihr Mann Rolf hatte ein Bild ihres Hundes an der Wand im Krankenhaus aufgehängt. Lucy helfe ihr beim Gesundwerden: "Ich glaube, sie spürt, wie es mir geht. Es ist schön, sie zu streicheln. Das tut mir gut."

Bei der Gala zur Verleihung der "Goldenen Kamera" im Februar trat Lierhaus das erste Mal öffentlich auf und machte ihrem Lebensgefährten einen Heiratsantrag. Anschließend gab es neben Begeisterung auch Kritik: Der Antrag sei eine reine Inszenierung gewesen, ihr Lebensgefährte habe sie dazu gedrängt. Die Vorwürfe hätten sie verletzt, "weil es nicht so war. Ich wollte das selber." Mittlerweile tue ihr der Heiratsantrag sogar ein bißchen leid, weil ihr Freund den Antrag schlecht habe ablehnen können.

Heute wagt Lierhaus einen Blick in die Zukunft. Sie würde gerne wieder im Bereich Sport arbeiten, zum Beispiel Fußballkolumnen schreiben: "Ich würde das gerne machen, und ich könnte es mit ein bißchen Unterstützung auch. 2014, bei der Fußball-WM, möchte ich jedenfalls wieder als Journalistin dabei sein."

Katrin Verschaffel
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