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Interview

"100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche": Wie ein Sachse die Welt bereiste, um in jedem Land mit einer Einheimischen zu schlafen

Michael Berndt ist 23, als er beschließt, aus dem öden Alltragstrott auszubrechen. Der junge Sachse bereist acht Jahre lang die Welt und erlebt einen Trip, wie ihn wohl nur wenige erleben werden.

Michael Berndt hat die halbe Welt bereist - und einige Geschichten mitgebracht

Michael Berndt hat die halbe Welt bereist - und einige Geschichten mitgebracht. Hier entspannt er am Rande der Viktoriafälle in Sambia. 

Als Michael Berndt 23 Jahre alt ist, hat er eine Lehre zum Metzger abgeschlossen, sein Abitur nachgeholt und sich für zwölf Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet. Er will studieren und Offizier werden. Doch bis er seinen Platz bekommt, muss er ein halbes Jahr warten. Kurzerhand fasst der Sachse – der nur wenige Brocken Englisch spricht – den Entschluss, sein Auto zu verkaufen und von dem Geld sechs Monate durch Australien zu touren. Doch aus dem halben Jahr werden acht, aus Australien insgesamt 100 Länder und aus dem Trip die Reise seines Lebens.

Das Buch "100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche" erscheint im Riva-Verlag

Das Buch "100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche" erscheint im Riva-Verlag und wurde von Michael Berndt gemeinsam mit dem Autor Rainer Schäfer verfasst.

Michael befährt die Todesstraße in Bolivien, die als gefährlichste Straße der Welt gilt. Er badet in Australien aus Versehen in einem Fluss voller Krokodile, tanzt beim Farbenfestival in Indien, kellnert in einem Irish Pub in Kyoto, fährt auf einem Moped durch Vietnam, wird auf einem Schwarzmarkt in Johannesburg mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt und sitzt in Mexiko wegen Sex am Strand ein Wochenende im Gefängnis. Er trinkt Kawa-Kawa auf den Fidschi-Inseln und den halluzinogenen Ayahuasca-Sud in Bolivien; er schnupft selbst hergestelltes Kokain in Kolumbien, isst magic mushrooms in Indonesien und raucht Opium in Pakistan. Irgendwann auf seiner Reise voller Sex, Drogen und Abenteuer beschließt er, in jedem Land mit einer Einheimischen zu schlafen. Seinen achtjährigen Trip hat er in dem Buch "100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche" zusammengefasst. NEON hat mit ihm über sein atemberaubendes Abenteuer gesprochen.

Michael, du wolltest eigentlich zum Bund, vorher nur noch ein paar Monate nach Australien, aber dann wurde daraus eine Weltreise. Wie kam es dazu?

Ich hatte nach meiner Metzgerlehre mein Abi nachgemacht und keine Lust mehr auf den Beruf. Dann habe ich ein bisschen am Fließband als Leiharbeiter gejobbt, aber das war eintönig, also habe ich auch das gekündigt. Nachdem ich mich beim Bund eingeschrieben hatte, wollte ich aber nicht sechs Monate gar nichts tun. Ich habe damals auch recht viel getrunken und habe dann beschlossen: Ich muss einfach mal was anderes erleben. Also habe ich meine Sachen gepackt und bin nach Australien. Der Rückflug war eigentlich für ein halbes Jahr später gebucht.

Den hast du dann aber verstreichen lassen …

Ich habe damals in Darwin als Metzger umgerechnet 20 Euro die Stunde gemacht. Das war dreimal so viel wie in Deutschland. Dazu das entspannte Leben. Wenn du mal später kamst, kamst du halt später. Einmal pro Woche ging es in der Mittagspause für die ganze Belegschaft in den Stripclub. Es war alles einfach viel lockerer. Also habe ich mir gesagt: Die Hälfte von Australien hast du gesehen, jetzt guckst du dir mal die andere Hälfte an. Eigentlich wollte ich nur das Jahr voll machen, aber dann habe ich eine Backpacker-Gruppe kennengelernt und wir sind weiter nach Neuseeland und so wurde die Reise dann immer länger.

Acht Jahre waren es am Ende. In welchen Ländern warst du überall?

Ich bin von Australien nach Neuseeland gereist, dann bin ich nach Fidschi, Japan, Thailand, Singapur, Südkorea, Nordkorea, Vietnam, Indonesien, Kambodscha, Laos und zurück nach Europa. Dort war ich in England, Schottland, Irland, Spanien, bin dann weiter in die USA, nach Kanada hoch und runter nach Mexiko, dann über Jamaika weiter nach Kolumbien, Brasilien und in Argentinien bis ganz runter und wieder hoch nach Brasilien. Nach dem Karneval war ich dann erst einmal pleite, bin zurück nach Europa und habe da ein Jahr in Österreich gearbeitet. Anschließend ging es weiter nach Israel, über Ägypten, Türkei, Griechenland wieder hoch nach Europa und später zurück nach Israel. Von dort bin ich dann per Anhalter einmal quer durch Afrika bis nach Kapstadt. Danach bin ich nochmal nach Indien, Myanmar, Thailand, Indonesien und auf die Philippinen. Von dort ging es dann zurück nach Deutschland, um auf dem Oktoberfest zu arbeiten, danach in die Schweiz, ebenfalls zum Arbeiten, und dann nach Zentralamerika. Ich bin von Mexiko nach Panama runter und über Kuba in die Dominikanische Republik.

In Ägypten bestaunte Michael 2011 die Sphinx

In Ägypten war Michael im Jahr 2011, während des Arabischen Frühlings, als einer der ganz wenigen Touristen, wie er sagt. "Da hatte ich die Pyramiden für mich allein."

 

Auf seiner vorletzten Reise durch Asien besucht Michael den Taj Mahal in Indien

Auf seiner vorletzten Reise durch Asien besucht Michael den Taj Mahal in Indien

 

Michael im schweizerischen Samnaun.

In einigen Wintersaisons hat Michael in der Schweiz und Österreich gearbeitet, um seiner Leidenschaft des Snowboardens zu frönen. Hier im schweizerischen Samnaun.

Das kostet ja alles auch etwas Geld. Wie hast Du dich acht Jahre über Wasser gehalten?

In Australien habe ich ja zunächst als Metzger gejobbt, wo ich ein Bombengeld verdient habe. Ich hatte ja einen Beruf gelernt und war so vielen anderen Backpackern überlegen. Arbeit habe ich immer gefunden. In Neuseeland habe ich auf einer Farm für Unterkunft und Essen drei Stunden am Tag gearbeitet. Auf Fidschi habe ich dann nur Urlaub gemacht von dem Geld, das ich vorher verdient hatte. Ich habe auch immer günstig gelebt, bin viel getrampt, habe für kleines Geld oder gratis übernachtet. In Japan war ich eine Zeit lang Kellner in einem Irish Pub in Kyoto. Da habe ich auch gelernt, wie man Sushi macht. Überall in Asien habe ich Kochlehrgänge mitgenommen. Das hat mir später bei meinen Jobs als Küchenhilfe geholfen. In Thailand war ich zwischenzeitlich auch Englischlehrer. Aber dann hatte ich einen Motorradunfall am Morgen nach einer Nacht mit viel Alkohol und halluzinogenen Pilzen. Ich habe mir übel den Fuß verbrannt und musste zurück nach Europa, damit das abheilen kann.

Drogen sind auch ein wiederkehrendes Thema deines Buches, haben es sogar in den Titel geschafft. Was hast du so alles ausprobiert?

Meine Reisen waren keine Drogentrips im Vollrausch. Aber ich wollte eben gerne die ganze Kultur eines Landes kennenlernen. Und so wie ich in Vietnam Hund und in Seoul Krakenarme gegessen habe, so gehörte es für mich eben auch dazu, in den Ländern die Droge auszuprobieren, die dort am meisten konsumiert wird. Ich habe im kolumbianischen Dschungel superreines Kokain selbst hergestellt und geschnupft. Ich habe mir in Neuseeland Meskalin aus dem San-Pedro-Kaktus reingepfiffen, in Bolivien das halluzinogene Ayahuasca, auf den Fidschi-Inseln Kawa-Kawa, auch Rauschpfeffer genannt. In Indonesien, wo Gras verboten ist, war ich auf magic mushrooms und in Pakistan habe ich Opium geraucht. Letzteres war in zweierlei Hinsicht mein härtestes Drogenerlebnis. Manche Familien dort sind in drei Generationen opiumsüchtig und richten den ganzen Tagesablauf nach der Droge aus. Wenn deren Babys und Kinder Schmerzen haben, geben die denen schon das Zeug, weil sie keine anderen Medikamente haben. Das war schon krass.

Deinen Körper schmücken heute viele Tattoos. Sind die auf den Reisen entstanden?

Statt mir Souveniere zu kaufen, habe ich mich in vielen Ländern tätowieren lassen. Nicht immer ganz nüchtern. Auf meinem Arsch habe ich einen Smiley, einen Kussmund und den Schriftzug "Your Name" – alles drei Tattoos, die ich erst am nächsten Morgen bemerkt habe. In einem Mönchstempel in Thailand habe ich mir für umgerechnet 75 Cent ein Tattoo in den Nacken stechen lassen. Der Mönch hat einfach 20 Leute mit der selben Bambusnadel tätowiert und ich konnte mich mit ihm nicht verständigen, also hat er einfach bestimmt, welches Motiv ich bekomme. Es wurde dann ein thailändischer Kompass, der mich auf meinen Reisen beschützen soll, wie mir ein anderer Mönch hinterher erklärte.

Michael mit einer spontanen Bekanntschaft beim Trampen durch Europa

Michael mit einer spontanen Bekanntschaft beim Trampen durch Europa. Die Dame und ihr Mann - ein sehr offenes Paar - hatten ihn per Anhalter mitgenommen und ihm für eine Nacht Unterschlupf gewährt.

Du bist viel abseits der Touristenpfade gereist. Warum?

Nur so lernst du das Land richtig kennen. In den Touristen-Hochburgen kommen alle auf dich zu und bieten dir Hilfe an, aber niemand, ohne Geld dafür zu wollen. Wenn du aber einfach so durch das Land fährst, dann triffst du die normalen Leute, die dir einfach aus Gastfreundschaft helfen. Ich bin mit dem Moped durch Gegenden in Vietnam, da hatten die noch nie einen Weißen gesehen. Eine Familie hat mich zum Essen zu sich eingeladen. Die hatten nur eine Schüssel voll Reis und haben die noch mit mir geteilt. Solche Erfahrungen wollte ich machen. Ich hatte auch nie Bock auf den Massentourismus, mich mit Shuttle-Bussen von A nach B fahren zu lassen. Ich bin von El Salvador nach Honduras per Anhalter gefahren. Die gelten mit als die gefährlichsten Länder der Welt und alle haben mir davon abgeraten. Aber am Ende war es super und nie gefährlich.

Ab und an wurde es auf deinen Reisen aber doch brenzlig.

In Johannesburg wurde einem meiner Reisebekannten der Laptop geklaut und wir sind dann auf den örtlichen Schwarzmarkt, um uns das Ding zurückzukaufen. Auf dem Rückweg mit Kamera und Laptop unterm Arm sind wir dann mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt worden, mussten uns auf den Boden legen und unsere Taschen leer machen. Ich hatte nie mehr als umgerechnet zehn Euro dabei. Eben, was ich für den Tag so brauchte und wenn das dann weg ist, juckt's mich auch nicht. Aber der Bekannte hatte mehrere hundert Euro dabei plus seinen Laptop und die Kamera. Da waren wir natürlich leichte Beute. Das wurde auch echt brenzlig, weil der Typ das Ding nicht rausrücken wollte. Der hatte seine Doktorarbeit auf dem Laptop. Das war so ein Moment, in dem ich wirklich Angst um mein Leben hatte. Ich dachte, die knallen uns ab wegen dem. Ich habe ihn angeschrien, dass er alles rausgeben soll und dann durften wir glücklicherweise abhauen.

Hier und da hast du dich aber auch selbst in Gefahr gebracht, wie man in dem Buch nachlesen kann.

Ja, in Bolivien sind wir die sogenannte Todesstraße heruntergefahren. Die geht von 4200 Meter Höhe runter auf 1200. Eine nicht befestigte Bergstraße an steilem Abhang mit üblen Kurven, bei denen du nicht weißt, ob dahinter ein Auto kommt. Dazu teilweise Nebel. Die Autos hupen immer vor den Kurven, damit jeder weiß, da kommt jemand. Wir sind mit dem Auto hoch und mit dem Fahrrad wieder runter, aber nicht, bevor es einen Schnaps für uns und für das Fahrrad gab - um es zu segnen, wie uns gesagt wurde. Aber in 4200 Meter Höhe knallt ein Schnaps natürlich ordentlich und wir sind dann ganz schön angetrunken da runter. Aber ist alles gut gegangen.

In Australien gibt es jede Menge gefährliche Tiere. Hattest du da ein paar Begegnungen?

Ja, beim Tauchen vor Australien schwamm auf einmal ein großer Weißer Hai neben mir im Wasser, vielleicht acht, zehn Meter weg. Der Tauchlehrer meinte nur: "Nicht bewegen", und ich hab mein Herz pochen gehört. Der Hai war echt ein Brocken, aber er hatte glücklicherweise kein Interesse an uns und ist weitergeschwommen. In Südafrika habe ich mir die dann nochmal aus einem Käfig heraus angeschaut. Da werden die mit Fleisch angelockt und sind voll aggressiv, schwimmen gegen das Gitter.

Und in den Krokodilregionen im Nordwesten?

Als wir tagelang durch die trockenen Kimberleys gewandert sind, haben wir eines abends endlich einen Fluss gefunden und waren so durchgeschwitzt, dass wir erstmal reingesprungen sind, um uns abzukühlen. Wir waren auch sicher eine Stunde oder so im Wasser, haben dann gecampt und am nächsten Morgen sahen wir die Schilder überall: "No swimming! Crocodiles". Als wir uns dann mal genauer umgeschaut haben, haben wir auch hier und da die Augen im Wasser lauern sehen. Aber Krokodile sind superfaule Tiere, habe ich mir sagen lassen. Die warten eher, bis ihnen die Mahlzeit ins Maul fliegt – oder auf Idioten wie uns. Aber auch das ist gut gegangen. 

Auf dem Rückweg hattet ihr einen Autounfall mitten in der Wüste.

Mein schottischer Kumpel hat eine Sanddüne übersehen und unser Jeep hat sich zweimal überschlagen, der Wassertank ist aufgeplatzt und wir saßen da, 30 Kilometer vom nächsten Ort entfernt ohne Trinkwasser. Wir wollten uns am nächsten Morgen aufmachen, hatten aber echt Schiss, dass wir das nicht packen. Ein Australier aus der Gruppe hat Panik bekommen und ist einfach alleine losgerannt in die Nacht. Und ausgerechnet der findet dann ein paar Aborigines, die uns geholfen haben.

Du warst auch in den USA, hast die Reisen aber nicht so genossen. Warum?

Ich habe mich tatsächlich in Afrika sicherer gefühlt als in Amerika. Ich hatte dort auch ein Erlebnis am Independence Day 2009 in Utah. Wir hatten keine Unterkunft und haben auf einem Parkplatz im Auto geschlafen, als morgens auf einmal ein Polizist die Wagentür aufreißt. Ich war noch ein bisschen angetrunken und habe ihn reflexartig rausgeschoben und die Tür wieder zugerissen. Da sind die richtig auf uns los, haben uns aus dem Wagen gezerrt und mit Waffe am Kopf angeschrien. Zum Glück konnten wir sie beruhigen und ihnen klarmachen, dass wir keine Verbrecher sind, sondern nur betrunkene Touristen. 

Michael auf seiner Reise durch die USA am Mount Rushmore

Von den USA als Reiseziel hielt Michael nicht viel - und bringt das hier am Mount Rushmore zum Ausdruck

Wurdest du auch mal verhaftet?

In Mexiko habe ich ein Wochenende im Gefängnis verbracht. Ich hatte mit einer Kolumbianerin Sex am Strand und wir wurden erwischt. In so einem katholischen Land ist sowas bald ein schlimmeres Vergehen, als mit Drogen zu dealen. Also haben die mich das ganze Wochenende da sitzen lassen neben Schwerverbrechern. Am Montag drohten sie mir dann mit einer Anklage wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Aber mit 600 Euro Strafe könne ich mich da rauskaufen. Die habe ich natürlich bezahlt.

Da sind wir beim Stichwort. Der Sex auf deinen Reisen hat es ebenfalls in den Titel des Buches geschafft. Wie kamst du auf die 100-Frauen-Idee?

Als ich durch Australien gereist bin, hatte ich schon einige Nationalitäten im Vorlauf gehabt. In Japan reifte dann irgendwann die Idee. Dort habe ich mich echt bemüht, eine Einheimische kennenzulernen, aber die waren wirklich schüchtern. Selbst als ich in der Bar gearbeitet habe in Kyoto, hat nichts funktioniert. Am allerletzten Tag dann in Hiroshima habe ich ein japanisches Mädel kennengelernt und wir haben es im Park getrieben. Dafür war ich fast fünf Monate in dem Land. Da habe ich mir gesagt: Du verlässt ab jetzt jedes Land erst wieder, wenn du mit einer Einheimischen im Bett warst.

Ambitioniertes Vorhaben. Hat das denn immer gut geklappt?

So gut wie. In Nordkorea musste ich mit einer Dame aus dem horizontalen Gewerbe nachhelfen. Da war ich auch nur kurz und wollte auch nicht länger bleiben. Echt eine bedrohliche Stimmung dort mit den bewaffneten Soldaten die ganze Zeit. Als ich bei 90 Ländern war, habe ich auf einem Zwischenstopp zuhause Lisa kennengelernt und es hat sofort gefunkt. Aber meine Weltreise war damals einfach noch nicht zu Ende und Lisa meinte, ich soll erst einmal in Ruhe die 100 voll machen. Also Länder jetzt, bei den Frauen sollte ich mich zusammenreißen. Das habe ich dann auch gemacht.

Michael in einem Infinity Pool in Thailand

Normalerweise kostet dieses Zimmer samt Infinity Pool 500 US-Dollar pro Nacht. Ein Fernsehteam, das Michael auf seinen Reisen kennenlernte, durfte dort jedoch umsonst drehen und nahm ihn kurzerhand als "Kameramann" mit in die Suite. Drei Tage filmte und feierte die Truppe dort. "Alles aufs Haus", freut sich Michael noch heute.

 

Michael Berndt in einem thailändischen Mönchstempel mit einem dösenden Tiger

In einem thailändischen Mönchstempel streichelte Michael einen dösenden Tiger. Tagsüber war das erlaubt, abends zur natürlichen Aktivzeit der Großkatzen nicht mehr.

Und das sollte sich lohnen, nach deiner Reise hast du dich quasi zur Ruhe gesetzt und eine Familie mit Lisa gegründet.

Sie hatte bereits eine Tochter, als wir uns kennengelernt haben. Ich bin sofort nach meinem letzten Trip zu ihr gezogen und unser Sohn ist gerade ein Jahr alt geworden. Im Mai heiraten wir.

Fiel es dir nach den turbulenten Jahren schwer, dich nun mit einem gewöhnlichen Leben zufrieden zu geben?

Absolut nicht. Ich habe am Ende auch gemerkt, dass ich irgendwie zu alt dafür werde. Die anderen Backpacker waren alle 18, 19 Jahre alt, immer laut und besoffen und alle hielten sich für den Größten. Das war richtiger Massentourismus, jeder mit einem Selfiestick bewaffnet. Das war nicht mehr meins. Ich fühlte mich nicht mehr als ein Teil davon. Ich bin jetzt 33 Jahre alt. Früher dachte ich immer, ich will nie eine Familie und keine Kinder und immer so leben, aber heute denke ich, dass eine Frau, die du liebst, und Kinder das Beste sind, was dir passieren kann.


Michael spricht nach seiner Reise fließend Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Den Job beim Bund trat er nie an, seit seiner Rückkehr ins beschauliche Kamenz bei Dresden arbeitet er im örtlichen Kaufhaus in Teilzeit an der Fleischtheke. Viele Kunden lassen sich besonders gern bedienen von dem jungen Mann mit den vielen Tattoos, weil er immer etwas zu erzählen hat, von der großen, weiten Welt da draußen.

NEON gibt Michael Berndts Weltreise so wieder, wie er sie schildert. Insbesondere seine Berichte zum Drogenkonsum sollten nicht als Reisetipp missverstanden werden.

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Alltagsflucht eines Paars: Diese Weltreise nimmt ein unerwartet schönes Ende