HOME

NEON-Traumziel: Zwischen Hummus und Hightech: Darum müsst ihr unbedingt nach Tel Aviv

Traumziel gefunden: Einen Trip nach Tel Aviv solltet ihr euch auf jeden Fall in den Reisekalender schreiben. Aber was macht man dort den ganzen Tag? Wo lässt es sich in Israels Metropole am besten shoppen, feiern, chillen? NEON ist euer Guide.

Tel Aviv Jaffa

Zwischen Tradition und Moderne: Blick von der alten Hafenstadt Jaffa auf die Strandpromenade von Tel Aviv.

Getty Images

Wer die Strandpromenade in Tel Aviv entlang schlendert, könnte sich auch in Kalifornien wähnen. Es wird gebadet, getrunken, gejoggt und gelacht. Tel Aviv ist der Westen im Nahen Osten – eine Stadt der Widersprüche. Nur wenige Kilometer liegt die Millionen-Metropole entfernt vom Gaza-Streifen, der für viele der Inbegriff das Nahost-Konfliktes ist. Während abends der Muezzin zum Gebet ruft, ziehen unzählige junge Menschen in die beliebten Clubs der weltoffenen Stadt. Zwischen Sonnencreme und hipper Café-Kultur spielen aber auch die historische Vergangenheit Israels und die aktuelle politische Debatte immer eine Rolle.

Hinkommen: Am besten mit dem Flugzeug zum Internationalen Flughafen Ben Gurion. Der liegt zentral zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Flüge gibt es ab rund 300 Euro. Jedoch sollte man reichlich Zeit mitbringen: Die Sicherheitskontrollen beim Hin- und auch beim Rückflug sind nicht zu unterschätzen. Die üblichen Fragen: "Wie lange dauert der Aufenthalt?", "Haben Sie den Koffer allein gepackt?", etc. Dazu muss man wissen: Der Flughafen ist Israels Tor zur Welt, nur von dort kann man schnell und problemlos verreisen. Denn der Staat am Mittelmeer steht mit vielen seiner direkten Nachbarn wie Syrien, dem Libanon und Jordanien immer noch im Konflikt.

Mitbringen: Sonnencreme – und Hunger. In Tel Aviv sind die Sommer lang und heiß und die Winter kurz. Am meisten lohnt sich ein Besuch im Frühjahr oder Herbst – im November kann man bei angenehmen 25-30 Grad Celsius immer noch im Meer baden. Auch wenn die Temperaturen nicht unbedingt zum Schlemmen anregen: Wer in Tel Aviv ist, kommt an Hummus, Tahin und Pita nicht vorbei. Die sämige Masse aus Kichererbsen ist in Israel allgegenwärtig und wird am besten direkt mit warmem Pita-Brot aus dem Teller geschlemmt. Ein echter Geheimtipp ist Shlomo & Doron in der Yishkon St 29, direkt neben dem Shuk Ha’Carmel Markt im Zentrum von Tel Aviv. Bei Doron essen noch hauptsächlich Einheimische, die Hummus-Portionen gibt es in drei unterschiedlichen Größen und für jeden Geschmack.

Zwischen Hummus und Hightech: NEON-Traumziel: Darum müsst ihr unbedingt nach ... Tel Aviv!
Tel Aviv Jaffa

Zwischen Tradition und Moderne: Blick von der alten Hafenstadt Jaffa auf die Strandpromenade von Tel Aviv.

Getty Images

Wer die ganze Fülle der israelischen Küche kennen lernen will, die viele Einflüsse aus dem Nahen Osten und Europa vereint, sollte mit Mezze starten. "Maza", arabisch für "Naschen", bezeichnet eine Reihe von Vorspeisen, die vor dem Hauptgang meist zusammen mit Brot aufgetischt werden und ganz unterschiedlich ausfallen können: Vom besagten Hummus über Baba Ghanoush (eine Auberginen-Creme) und Taboulé (ein Petersilien-Bulgur-Salat) bis zu den auch hier mittlerweile beliebten Falafel (frittierte Kichererbsenbällchen). Aber Vorsicht: Israel ist teuer! Besonders Alkohol schlägt ordentlich auf die Reisekasse – für ein Bier im Restaurant kann man locker acht Euro hinlegen. Wer es günstiger haben will, setzt sich mit einem typischen Dark Lager-Bier einfach gemütlich an den Strand und genießt die epischen Sonnenuntergänge.

Rumkommen: Die Stadt lässt sich am besten mit dem Rad oder den unglaublich beliebten Elektrorollern erkunden. Wer im Norden zwischen den Hochhäusern startet kann an der Strandpromenade bis in die alten Hafenstadt Jaffa fahren. Die kleinen Sandsteinhäuser und die engen Gassen sind ein krasser Kontrast zum großstädtischen Tel Aviv. Märkte und kleine Geschäfte laden zum Bummeln und Verweilen ein. In diesem Teil der Stadt, der heute eine Art Vorort geworden ist, lebt ein großer Teil der muslimischen Bevölkerung. Typisch für Tel Aviv sind die Gebäude im Bauhaus-Stil der 1920er Jahre, die man an ihrer schlichten, runden Form erkennen kann – etwa 4000 Objekte existieren noch. Wer seine Tour im Norden beginnt, kommt zudem an einem Strandabschnitt hinter Mauern vorbei: Hier baden die orthodoxen, besonders streng gläubigen Juden. Je nach Tag haben dort Männer oder Frauen getrennt Zutritt. Nur wenige Meter weiter erlebt man wieder die westlich-angehauchte Großstadt Tel Aviv: Schon am frühen Morgen joggen gefühlt alle Einwohner am Strand, abends versammeln sich die Sportbegeisterten an extra eingerichteten Outdoor-Gyms und lassen die Muskeln spielen.

Essen: Neben Hummus und Falafel sollte jeder Besucher einmal Shakshuka gekostet haben. Der (Frühstücks-)Allrounder ist eine Mischung aus Tomaten, Paprika und Eiern, der am besten direkt aus der Pfanne gegessen und geteilt wird. Ob als Katerfrühstück oder mit der Familie – Shakshuka ist so individuell wie Israel selbst. Probieren kann man das Ganze im Breakfast-Restaurant Benedict, das 24/7 nur Frühstücksvarianten anbietet. Wem die Reise zu weit ist oder wer gerade etwas Urlaubsfeeling braucht, kann auch den gleichnamigen Ableger in Berlin besuchen.

Ausgehen: Tel Aviv gilt als Hochburg des Nachtlebens. Die Israelis genießen trotz oder gerade wegen der oft angespannten Sicherheitslage jeden Moment und feiern gern am Limit. Eine der wichtigsten Ausgehmeilen ist der Rothschild Boulevard im Zentrum der Stadt, der nur am Sabbat, dem Ruhetag nach den religiösen Geboten des Judentums, weniger belebt ist. Von Sonnenuntergang am Freitagabend bis zum Sonnenuntergang am Samstag fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel und Geschäfte haben geschlossen. Wer mehr als Tel Aviv sehen möchte, kann eine Tagesreise in das kulturelle Zentrum Israels einplanen – Jerusalem ist nur circa eine Stunde entfernt.

Unterkommen: Um bei der Übernachtung Geld für die recht hohen Lebenshaltungskosten zu sparen, bietet sich der Besuch eines Hostels oder Couchsurfing an. Für kleines Geld kann man zum Beispiel im Abraham Hostel Tel Aviv unterkommen. Ein bisschen mondäner und im Bauhausstil übernachtet man im Cinema, einem umgebauten Kino unweit vom Strand.