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25-Stunden-Woche: Wie du nur fünf Stunden am Tag arbeitest – und trotzdem alle Aufgaben erledigst

In einer Agentur in Nordrhein-Westfalen arbeiten die Mitarbeiter nur 25 statt 40 Stunden in der Woche. NEON gibt Tipps, wie auch du deinen Arbeitsalltag effizient gestalten kannst.

Arbeiten 25 Stundenwoche

Nur nicht den Überblick verlieren: Wer in möglichst wenig Zeit möglichst viel schaffen will, braucht eine gute Strategie. (Symbolbild)

Getty Images

Aufstehen, arbeiten, Mittagspause, arbeiten und abends vielleicht noch ein bisschen Zeit für Freunde, Haushalt und Familie – so sieht der Arbeitstag der meisten Angestellten in einer 40-Stunden-Woche aus. Aber was passiert, wenn man plötzlich nur noch fünf statt acht Stunden am Tag arbeitet? Ein Unternehmen in Bielefeld führte vor einem Jahr genau diese 25-Stunden-Woche ein: Die Angestellten arbeiten nun von acht bis 13 Uhr, bekommen aber das volle Gehalt und 30 Tage Urlaub im Jahr.

Bock auf Privatleben

Wie eine Studie der Universität Stanford zeigt, führen zu lange Arbeitszeiten zu Fehlern, Unproduktivität und Krankheit. Länder wie Schweden haben daher teilweise schon seit Jahren Sechs-Stunden-Tage eingeführt und berichten von mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitern, weniger Krankmeldungen und mehr Produktivität. Das wollte auch Lasse Rheingans, Geschäftsführer von "Rheingans Digital Enable", testen und einigte sich mit seinen Mitarbeitern, eine 25-Stunden-Woche einzuführen. "Es müssen alle im Team mitspielen und an einem Strang ziehen. Das ist uns gut gelungen, von zunächst zehn Leuten sind wir mittlerweile auf 17 angewachsen. Bei uns haben alle wirklich Bock auf den Job, aber auch auf ihr privates Leben nach 13 Uhr", sagt er in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt".

Keine Zeit für Whatsapp und Co.

Aber wie schafft man es, alle Aufgaben eines regulären Tages in weniger Zeit zu erledigen? "Es wird in traditionellen Acht-Stunden-Tagen viel Zeit mit Ablenkungen und Pausen verbracht. Denken Sie nur an den Tratsch an der Kaffeemaschine, das Nachmittagsloch nach der Mittagspause, mit dem viele Menschen zu kämpfen haben", sagt Lasse Rheingans. In seiner Agentur werden nun keine Pausen mehr gemacht und auch für Facebook, Whatsapp oder private Telefonate ist bei der Arbeit keine Zeit. Kleine Auszeiten, zum Beispiel zum Rauchen, dürfen sich die Mitarbeiter natürlich trotzdem nehmen – und es wird auch nicht Punkt 13 Uhr unbedingt der Stift fallen gelassen.

"Zunächst muss die Arbeit für die Kunden erledigt werden, da kann es in Ausnahmefällen auch schon mal 14 Uhr werden", sagt der Geschäftsführer. Die Kunden hätten jedoch akzeptiert, dass die Mitarbeiter nur noch vormittags zu erreichen seien. Auch wenn der Druck steigt, sind Team und Chef überzeugt vom neuen Arbeitsmodel.

Effizient statt effektiv

Sicher ist: Wer mehr arbeitet, ist nicht unbedingt produktiver. Laut einer Studie der AKAD Hochschulen werden 20 Prozent der Arbeitszeit in deutschen Unternehmen für ineffiziente Prozesse verschwendet – durchschnittlich geht damit allein ein Arbeitstag pro Woche ungenutzt ins Land. Der Clou ist, nicht effektiver, sondern effizienter zu arbeiten. Bei Effektivität geht es darum, Dinge richtig zu tun, egal wie lange es dauert. Wer effizient arbeitet, erzielt mit einem möglichst geringen Aufwand die bestmöglichen Ergebnisse – es geht also nicht darum, die richtigen Dinge zu tun, sondern Dinge richtig zu tun. Klingt kompliziert, lässt sich aber im Alltag mit ein paar Tipps für jeden umsetzen:

1. Nicht Multi- sondern Monotasking

Am besten alle Dinge gleichzeitig zu erledigen, galt lange als das Nonplusultra der Arbeitswelt. Doch wer seinen Fokus immer nur auf eine Aufgabe richtet und nicht ständig zwischen unterschiedlichen Themen hin und her springt, kommt schneller voran und spart Zeit.

Tipp: Besonders wichtige Aufgaben zuerst und direkt morgens erledigen und sich währenddessen auch nicht von E-Mails und Co. ablenken lassen.

2. Routine schaffen

Erfolgreiche Unternehmer wie Steve Jobs oder Elon Musk sind für ihre durchstrukturierten Tage bekannt. Auch wenn nicht jeder vor der Arbeit joggen oder bis spät in die Nacht arbeiten muss, helfen eine Struktur und festgelegte Pausen, den Arbeitstag effizient zu gestalten.

Tipp: Keine festen Aufgaben, sondern Aufgabenintervalle mit Fokus auf ein bestimmtes Thema planen und nach circa 90 Minuten immer eine kleine Pause einlegen, damit sich das Gehirn erholen kann.

3. Sinnvolle To-Do-Listen

To-Do-Listen sind toll – wenn sie nicht unübersichtlich ausarten und ihren Verfasser im schlimmsten Fall noch mehr unter Druck setzen.

Tipp: Stelle am Anfang der Woche die wichtigsten Themen zusammen, die auf jeden Fall nach fünf Arbeitstagen erledigt sein sollten. Nummeriere deine Aufgaben nach Wichtigkeit und hake ab, was fertig ist. Versuche große Aufgaben, die unüberwindbar scheinen, in kleine Schritte runterzubrechen. 

lau