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OECD-Studie: In diesen Ländern wird am meisten gearbeitet – Deutschlands Position überrascht

Wie "gut" ist die 40-Stunden-Woche? Eine Studie zeigt, dass sie in Deutschland Standard, aber weltweit noch lange nicht oberes Limit ist. In anderen Ländern schuften die Menschen deutlich länger.

Von Linda Göttner

Genervter Mann vor Computer im Büro

Die 40-Stunden-Woche ist in Deutschland Standard

Getty Images

Für viele Mitarbeiter in Deutschland, die in Vollzeit arbeiten, ist die 40-Stunden-Woche Normalität. Dabei wird kontrovers diskutiert, ob die Produktivität der Arbeitskräfte bei weniger Arbeitsstunden nicht gesteigert werden könnte. Verschiedene Experten fordern weniger Wochenstunden, einige Unternehmen im In- und Ausland erproben das bereits. Eine gerade veröffentlichte Erhebung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt jetzt allerdings: 40 Stunden sind noch lange nicht das obere Limit.

Denn in vielen Ländern auf der Welt verbringen Menschen deutlich mehr Zeit bei der Arbeit. Die Studie präsentiert Zahlen von 2016 und fasst zusammen, wie viele Stunden weltweit durchschnittlich gearbeitet wird. Es wurden allerdings nicht alle Länder der Welt erfasst, Japan und China sind beispielsweise nicht Teil der Studie. Alle Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

Die Niederländer arbeiten am wenigsten

Am längsten wird in der Türkei und Kolumbien gearbeitet: durchschnittlich knapp 48 Stunden in der Woche. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Mexiko mit 45,2 und Costa Rica mit 44,9 Wochenstunden. Zum Vergleich: In Deutschland arbeiten die Menschen im Durchschnitt "nur" 34,5 Stunden. Deutschland belegt im Ranking damit Platz 33. Am wenigsten wird in den Niederlanden gearbeitet: Dort sind es gerade einmal knapp 29 Stunden pro Woche. Diese Zahlen fassen aber sowohl Vollzeit als auch Teilzeit sowie alle Geschlechter und Altersklassen zusammen.

Und die Studie bestätigt: In Deutschland kratzen die Vollzeit-Mitarbeiter durchschnittlich an der 40-Stunden-Marke. Teilzeit-Mitarbeiter kommen auf rund 16 Wochenstunden. Während Männer in Vollzeit im Durchschnitt rund zwei Stunden länger als Frauen bei der Arbeit verbringen, ist es in Teilzeit genau andersherum. 

Deutliche Unterschiede zwischen Deutschland und Kolumbien

Alterstechnisch zeigen sich in Deutschland kaum Unterschiede. Berufsanfänger zwischen 15 und 24 Jahren arbeiten mit rund 33 Stunden fast genauso lange wie die Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren. Lediglich die mittlere Gruppe verzeichnet zwei Stunden mehr.

Ein deutlicher Unterschied ergibt sich im Vergleich mit dem Erstplatzierten Kolumbien. Die jüngste Gruppe kommt hier auf rund 48 Stunden die Woche und damit auf 15 Stunden mehr als die deutsche Vergleichsgruppe. Kolumbianer, die älter als 65 Jahre sind, arbeiten hier noch 43 Stunden, während diese Altersgruppe in Deutschland nur noch 16 Stunden arbeitet. 

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