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Die Eltern-Kind-Falle:: Ein Psychologe erklärt, warum Hotel Mama problematisch sein kann

In der Ausbildung oder sogar mit festem Job noch bei den Eltern leben, wird unter Millennials wieder beliebter. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Ein Psychologe erklärt, warum Eltern zwar immer da sein sollten – aber besser nicht als WG-Mitbewohner.

Milliennials – das sind ihre Problem: "Selfie oder kein Selfie machen"

Die sogenannte "Generation Bumerang" wächst: Millennials, die aufgrund wirtschaftlicher Perspektiven oder aufgrund der besseren Umstände, noch oder wieder bei ihren Eltern leben.

"Meine ganze schulische und berufliche Laufbahn wäre nicht möglich gewesen, wenn ich nicht bei meinen Eltern wohnen würde", schreibt zum Beispiel eine NEON-Leserin, die mit Mitte 20 noch bei ihren Eltern wohnt. Und auch Emily, die mit ihrer Schwester und ihrer Mutter in einer Art WG lebt, schreibt: "Wir wohnen zentral, ich habe immer Essen im Kühlschrank und die Wäsche teilen wir uns auf. Ich gebe monatlich einen Betrag an meine Mutter ab, aber viel weniger, als ich an Miete zahlen würde." Praktisch ist es alle mal, bei den eigenen Eltern zu wohnen. Aber auch sinnvoll?

854 Euro Gehalt und 600 Euro Miete

Nicht jeder, der zu Hause lebt, tut dies rein auf Kosten seiner Eltern und weil er oder sie als kleiner Nesthocker den vollen Kühlschrank und die meist mütterliche Putzkraft ausnutzen will. Wirtschaftliche Gründe spielen oft eine Rolle. "Mieten oder Eigentum wären für mich einfach viel zu teuer zurzeit", schreibt NEON-Leserin Julia. Eine einfache Rechnung: Laut einer Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts kostet ein WG-Zimmer in München  durchschnittlich 600 Euro, in Hamburg und Stuttgart sind es immer noch 450 Euro. Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 10 Euro rangieren auch Wohnungen auf einem ähnlich hohen Preisniveau. Bei einem durchschnittlichen Ausbildungsgehalt von 854 Euro brutto im Monat wird das Alleine-Wohnen immer unrealistischer.

Hinzu kommt laut Diplompsychologe Claus Koch auch noch ein emotionaler Aspekt. "Von seinen Eltern auszuziehen, schafft zunächst einen neuen, enormen Freiheitsspielraum", sagt der Leiter des Pädagogischen Instituts Berlin, der zum Thema "Erwachsenwerden" ein Buch verfasst hat. Auf die anfängliche Begeisterung folge aber oft große Unsicherheit. "Es gibt Studien zufolge keinen Lebensabschnitt, indem man sich nicht nur so einsam fühlt wie nach dem Abschied vom Elternhaus, sondern eben häufig auch einsam ist. Die Tage und Abende allein, der Wunsch nach einer Beziehung, der sich nicht immer und schon gar nicht sogleich erfüllt, Ausbildung und Studium, die einem plötzlich nicht mehr gefallen, Krankheiten, mit denen man jetzt allein fertig werden muss – da kommt auf die jungen Menschen einiges zu." Da komme schnell das Gefühl auf, doch wieder ins elterliche Nest ziehen zu wollen. Der Psychologe rät jedoch durchzuhalten, solange die Probleme nicht zu gravierend sind – denn nur wer mal auf sich allein gestellt ist, könne auch lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Mann mit Megafon schreit Kind an

Viele Millennials ziehen wieder zurück ins Kinderzimmer - kann das funktionieren?

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Die "Eltern-Kind-Falle"

Zudem bietet das dauerhafte Zusammenleben gewisse Gefahren für beide Seiten. Jeder, der in den Ferien wieder länger bei seinen Eltern zu Besuch ist, oder vorübergehend zu Hause einzieht, um Zeiten zwischen Studiengängen oder bei der Jobsuche zu überbrücken, kennt dieses Gefühl: Man ist plötzlich wieder Kind. Das kann toll sein – oder eine Belastung. Lisa, die nach vier Jahren wieder bei ihren Eltern eingezogen ist, beschreibt das so: "Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern, aber für mich war das ein klarer Rückschritt. Ich habe mich klein und unselbständig gefühlt und irgendwie bedrängt – obwohl wir uns in der Zeit gut verstanden haben." Dieses Problem der "Eltern-Kind-Falle" sieht auch Psychologe Koch: "Fast instinktiv wollen alle Eltern dann helfen, was aus ihrer Position heraus völlig nachvollziehbar ist. Aber indem sie dadurch neue Eltern-Kind Abhängigkeiten schaffen, erweisen sie dem jungen Menschen keinen guten Dienst. Eltern und ihre Kinder müssen irgendwann voneinander loslassen können."

So kann das Zusammenleben auch schnell zur Belastungsprobe werden – für beide Seiten. Laut einer Studie der London School of Economics (LSE) über die "Bumerang-Generation" sinkt die Lebensqualität der Eltern signifikant, wenn die Sprösslinge wieder nach Hause ziehen – jedoch nur, wenn Kinder nach Jahren wiederkommen, in denen sich die Eltern bereits ein eigenes, neues Leben mit anderen Hobbies aufgebaut haben. Mehr zur Studie lest ihr hier. Die wenigsten Kinder seien aber wirkliche Nutznießer, sagt Psychologe Claus Koch. Die meisten fühlten sich unwohl dabei, von den Eltern alle Wünsche erfüllt zu bekommen und ihnen dafür nichts entgegensetzen zu können.

Mehr als nur den Müll rausbringen

Daher könne es auch Sinn machen, den Eltern Miete oder Kostgeld zu zahlen. "Manche Eltern mögen sich abgewertet fühlen, wenn man ihnen vorschlägt, etwas zur Miete beizutragen, andere nehmen das Angebot gerne wahr. Aber im Haushalt mithelfen muss selbstverständlich sein. Und damit meine ich nicht, einmal in der Woche den Mülleimer runtertragen", so der Experte. Daher könnten die Eltern in der gemeinsamen WG auch nicht als "beste Freunde" fungieren, so Koch : "Eltern kann man sich nicht aussuchen, Freunde schon. Freundschaften kann man abbrechen, die Beziehung zu seinen Eltern nicht. Selbst wenn man es tut, leben sie in einem weiter."

Wichtig sei daher, ein "gleichwürdiges Verhältnis" zwischen Eltern und Kindern zu schaffen: Kinder sollten ihr eigenes Leben aufbauen, aber trotzdem Rat und Hilfe bei ihren Eltern finden. Ob sich die "Generation Bumerang" weiter durchsetzt, will Psychologe Claus Koch nicht beurteilen: die meisten Heranwachsenden wollten selbständig werden, sagt der Experte. Jedoch könnten steigenden Mieten und befristete Verträge durchaus dazu beitragen, dass auch kommende Generationen weiter an die Eltern gebunden sind. Zudem entspanne sich das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern immer weiter: "In vielen Jugendstudien geben Jugendliche an, ihre Kinder später einmal genauso erziehen zu wollen, wie sie erzogen wurden", so Koch. Das sei durchweg positiv. Jedoch sollte es nicht dazu führen, dass junge Erwachsene zuerst für sich und dann später auch für die eigene Kinder weniger Verantwortung übernehmen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(