Es sei "ganz klar", dass es nach dem Iran-Krieg "für uns in Europa noch dringlicher geworden ist, die Produktion von Luftabwehr- und Raketenabwehrsystemen hochzufahren", betonte Kubilius. Europa stehe einer "riesigen Herausforderung" gegenüber, wenn es um Entwicklung von Luftabwehr gehe, fügte er hinzu.
Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
Italien sagte den Golfstaaten am Donnerstag Hilfe bei der Luftabwehr zu. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich für den Fall eines lang andauernden Iran-Kriegs bereits am Sonntag besorgt über einen möglichen Mangel an Munition für die Luftabwehrsysteme seines Landes geäußert. Gleichzeitig schlug er den mit den USA verbündeten Golfstaaten vor, ihre Patriot-Luftabwehrsysteme gegen ukrainische Drohnen-Abfangsysteme zu tauschen, um sich gegen iranische Drohnenangriffe zu schützen.
Russland hat in seinem seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine in großer Zahl Drohnen iranischer Bauart eingesetzt.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zeigte sich am Donnerstag ebenfalls "besorgt" über einen möglichen Munitionsmangel. "Alle brauchen Luftabwehr", sagte sie mit Verweis auf die Ukraine und die Länder im Nahen Osten. Sie befürchte, "dass die Fähigkeiten begrenzt sind".
Kubilius verdeutlichte, die Ukraine habe alleine im Winter etwa so viele Raketen des US-Luftabwehrsystems Patriot verbraucht, wie "die amerikanische Hersteller in einem Jahr produzieren können". Die Situation in Europa sei "wirklich kritisch". Die Europäer müssten ihre Raketenproduktion "sehr schnell und sehr dringend" entwickeln.