Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben im Iran unter anderem eine Militärakademie, eine unterirdische Kommandozentrale und ein Lager für ballistische Raketen an. Auf Bildern der Nachrichtenagentur AFP waren in Teheran Flammen und Rauch über dem internationalen Flughafen Mehrabad zu sehen. Wie Anwohner der Nachrichtenagentur AFP sagten, verstärkten in der Hauptstadt die Sicherheitskräfte der islamischen Republik ihre Präsenz.
Bei Angriffen auf die zentraliranische Provinz Isfahan wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens acht Menschen getötet.
Das israelische Militär teilte mit, in den vergangenen 24 Stunden habe der Iran insgesamt elf Angriffe auf Israel ausgeführt. Am Freitag hatte Armeesprecher Nadaw Schoschani von einer "merklichen Abnahme" der Angriffe aus dem Iran im Vergleich zum Kriegsbeginn am vergangenen Samstag gesprochen. Mittlerweile hätten Israel und die USA "mehr als 60 Prozent" der iranischen Abschussrampen für Raketen zerstört.
Auch Ziele im Libanon nahm die israelische Armee in ihrem Kampf gegen die vom Iran gegründete und finanzierte Hisbollah-Miliz erneut ins Visier. Die Armee nahm nach eigenen Angaben im Südlibanon und in der östlichen Bekaa-Ebene "Raketenwerfer, Waffenlager und weitere militärische Einrichtungen" der Hisbollah ins Visier.
Der Iran griff seinerseits nach eigenen Angaben erneut Israel an. Aus Jerusalem berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von mehrfachem Luftalarm und lauten Explosionen. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete zunächst keine Verletzten.
US-Präsident Donald Trump drohte unterdessen mit einer erneuten Ausweitung der Angriffe. "Heute wird der Iran sehr hart getroffen werden!", schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. "Wegen Irans schlechtem Verhalten" gebe es zudem ernsthafte Erwägungen, "Gebiete und Gruppen" anzugreifen, die bislang keine Ziele gewesen seien. Dort drohten "komplette Zerstörung und sicherer Tod".
Am Freitag hatte Trump die iranische Führung zur "bedingungslosen Kapitulation" aufgerufen. Der iranische Präsident wies dies scharf zurück. "Die Feinde müssen ihren Wunsch nach der Kapitulation des iranischen Volks mit ins Grab nehmen", sagte der Präsident in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede.
Darin kündigte Peseschkian zudem an, die Angriffe auf die Golfstaaten einschränken zu wollen. Die nach der Tötung des obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei eingerichtete Interimsführung des Landes habe "beschlossen, dass keine weiteren Angriffe auf Nachbarländer ausgeführt und keine Raketen abgefeuert werden, es sei denn, ein Angriff auf den Iran geht von diesen Ländern aus". Peseschkian entschuldigte sich zudem bei den Nachbarländern für die Attacken.
Ungeachtet dessen gingen die iranischen Angriffe auf die Golfstaaten allerdings weiter. Ziel von "massiven" Drohnenangriffen seien unter anderem die US-Militärbasis Minhad und der Luftwaffenstützpunkt al-Dhafra in den Emiraten und eine weitere in Kuwait gewesen, meldeten iranische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Militär.
Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten erneute Angriffe mit 16 Raketen und 121 Drohnen, von denen 15 Raketen und 119 Drohnen abgefangen worden seien. Nach dem Abfangen eines offenbar iranischen Geschosses wurde am Samstag erneut der Flughafen Dubai vorübergehend geschlossen, eines der wichtigsten Drehkreuze für den internationalen Flugverkehr. Saudi-Arabien warnte den Iran angesichts der Angriffe vor einer "Fehlkalkulation".
Auch Jordanien wurde nach Militärangaben seit Kriegsbeginn aus dem Iran mit 119 Raketen und Drohnen attackiert. 108 der Geschosse seien abgefangen worden, erklärte Militärsprecher Mustafa Hajari. Die Geschosse hätten sich gegen "Einrichtungen von zentraler Bedeutung" im Land gerichtet und sich "nicht im Überflug" über das jordanische Staatsgebiet befunden.
Israel hatte am Samstag vor einer Woche gemeinsam mit den USA massive Luftangriffe auf den Iran begonnen und dabei das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Seitdem reißen die gegenseitigen Angriffe nicht ab.