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Leistungen im oberen Mittelfeld: Keine Verbesserungen bei der Pisa-Studie

Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen - diese Bereiche werden in der Pisa-Studie erhoben. Die deutschen Schüler steigerten sich in den letzten Jahren nicht mehr. Verbesserungen brachte die Schulstudie trotzdem.

Die Pisa-Studie erhebt seit 2000 die Leistungen der Schüler in der neunten Klasse

Die Pisa-Studie erhebt seit 2000 die Leistungen der Schüler in der neunten Klasse

2015 wurde im Rahmen der Pisa-Studie die Leistung der deutschen Schüler in Naturwissenschaften, Mathematik und im Lesen erhoben. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen: Die 15-jährigen Schüler etablierten sich nach dem Schock der ersten Schulstudie vor 15 Jahren konstant im oberen Mittelfeld. Auf weitere Verbesserungen in den Ergebnissen wartete man zuletzt aber vergeblich. Die aktuelle Pisa-Schulstudie wurde am Dienstag von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht. 

Vom Pisa-Schock erholt

Die Veröffentlichung der ersten Schulstudie hatte vor 15 Jahren den sogenannten Pisa-Schock ausgelöst, weil Deutschlands Schüler dabei im internationalen Vergleich schlecht abgeschnitten hatten. Zudem war in kaum einem anderen Industrieland der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg enger. Seither haben Deutschlands Schüler aber aufgeholt.

In den Naturwissenschaften, die den Schwerpunkt der aktuellen Pisa-Studie bildeten, lag das Durchschnittsergebnis der Schüler über dem OECD-Durchschnitt. Angeführt wird die Rangliste von Singapur, zur Spitzengruppe gehören auch die OECD-Länder Japan, Estland, Finnland und Kanada.

Bessere Lesekompetenz

Die Ergebnisse der deutschen Schüler in den Naturwissenschaften sind seit 2006, als das Fach zuletzt den Schwerpunkt der Studie bildete, laut OECD "weitgehend unverändert". Im Vergleich zum Jahr 2012 ging die mittlere Punktzahl dagegen zurück. Bei den Tests im Jahr 2012 spielte dieser Bereich aber nur eine untergeordnete Rolle. Bei den Pisa-Studien werden jeweils unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.

Die Lesekompetenz der deutschen Schüler hat sich laut OECD seit der erstmals im Jahr 2000 vorgenommenen Tests "stetig verbessert". In Mathematik veränderten sich die Durchschnittsergebnisse seit 2003 "nicht wesentlich".

Im deutschen Schulsystem habe sich in den Jahren nach der ersten Pisa-Studie "enorm viel verändert", lobte OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher. Die Leistungen hätten sich auf einem guten Niveau stabilisiert. Die Reformdynamik habe sich aber "deutlich abgeschwächt".

Pisa-Studie brachte Unterrichtsverbesserungen

Die Bildungsforscherin Kristina Reiss von dem für die deutschen Pisa-Tests verantwortlichen Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien der TU München lobte, die aktuelle Studie zeige, dass die Verbesserungen des Unterrichts in Deutschland seit Beginn der Pisa-Erhebungen "nachhaltig" wirkten. In kaum einem anderen OECD-Land sei es gelungen, vergleichsweise niedrige Kompetenzen der Schüler über die vergangenen 15 Jahre "auf ein inzwischen konstant hohes Niveau anzuheben".

Verbesserungen stellten die OECD-Experten auch bei der Chancengerechtigkeit fest. Der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Leistungen schwächte sich in den Naturwissenschaften seit 2006 ab, besteht allerdings weiterhin.

Förderung der leistungsstarken Schüler

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD), zeigte sich erfreut, dass Deutschland zu den wenigen OECD-Staaten gehöre, die keinen negativen Trend zu verzeichnen hätten. Erfreulich sei der Rückgang des Anteils leistungsschwacher Schüler insbesondere beim Lesen. Sie mahnte zugleich eine Förderung der leistungsstarken Schüler an.

Für die aktuelle Pisa-Studie wurden im vergangenen Jahr 540.000 Schüler in 72 teilnehmenden Ländern und Volkswirtschaften getestet, davon in Deutschland 6500 an rund 250 Schulen. Die Tests finden alle drei Jahre immer unter 15-jährigen Schülern statt. Im Fokus stehen dabei mit unterschiedlichen Schwerpunkten die Kernfächer Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.

fri / AFP

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