Ausgenommen von der Grenzschließung zwischen Uganda und der DR Kongo seien lediglich „autorisierte Ebola-Einsatzteams, humanitäre Einsätze, der Transport von Lebensmitteln und Fracht sowie Sicherheitskräfte, die strengen Gesundheitskontrollen und Überwachungsabläufen unterliegen“, sagte die Staatssekretärin Diana Atwine.
Sie kündigte zudem eine 21-tägige Quarantäne für alle Einreisenden aus der DR Kongo sowie regelmäßige Kontrollen von Schülern an grenznahen Schulen an. Uganda hatte in der vergangenen Woche bereits den gesamten öffentlichen Verkehr in die DR Kongo eingestellt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Nachbarstaaten der DR Kongo zwei Tage zuvor zu einem „unverzüglichen“ Vorgehen gegen eine Ausbreitung des Ebola-Virus aufgerufen. Die an die DR Kongo angrenzenden Länder seien „einem besonders hohen Risiko“ ausgesetzt und sollten „unverzügliche Maßnahmen ergreifen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei virtuellen Ministerberatungen zu der Ebola-Epidemie.
Die DR Kongo ist das Epizentrum der Ebola-Epidemie. Die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle stieg dort laut der WHO seit dem Ausbruch des Virus im Mai auf mehr als 1000. Nach Angaben der WHO wurde in dem zentralafrikanischen Land bei zehn Todesfällen das Ebola-Virus als Ursache bestätigt, zudem starb ein mit dem Virus infizierter Mann in Uganda, wo inzwischen weitere sechs Verdachtsfälle bestätigt wurden. Bei 223 weiteren Todesfällen in der DR Kongo besteht außerdem der Verdacht, dass das Virus verantwortlich ist.
Laut jüngsten WHO-Zahlen liegt die Sterblichkeitsrate bei den Verdachtsfällen bislang bei 24,6 Prozent. Bei den bestätigten Fällen beträgt sie demnach 9,8 Prozent - das ist deutlich weniger als bei den vorangegangenen 16 Ebola-Ausbrüchen in der DR Kongo.
Die neue Ebola-Epidemie in der DR Kongo wurde durch die seltene Bundibugyo-Variante des Virus ausgelöst. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Diese Variante wurde bislang nur bei zwei Ausbrüchen 2007 in Uganda und 2012 im Kongo nachgewiesen und ist daher noch nicht gut erforscht. Die Sterblichkeitsrate liegt bei dieser Variante bei 30 bis 50 Prozent - und damit weitaus niedriger als bei der häufigeren Zaire-Variante.
Die WHO geht mittlerweile davon aus, dass die Epidemie vermutlich schon vor einigen Monaten begonnen hat. Experten vermuten, dass sich das Virus bereits seit einiger Zeit unbemerkt ausbreitet, das wahre Ausmaß der Krise ist demnach noch nicht absehbar.
WHO-Chef Tedros befürchtet zudem, dass die unsichere Lage im Osten der DR Kongo die Eindämmung des Ausbruchs extrem erschwert. Die Region wird seit 30 Jahren von Konflikten erschüttert, an denen zahlreiche bewaffnete Gruppen beteiligt sind. Sie kämpfen vor allem um die Kontrolle über die Ressourcen der Region.
Der Ebola-Ausbruch in Ituri schreite „schneller voran als die Gegenmaßnahmen“, schrieb Tedros im Onlinedienst X, wobei er sich auf die von bewaffneten Konflikten besonders betroffene Provinz bezog, wo der Ebola-Ausbruch am 15. Mai erstmals gemeldet worden war.
In dieser ländlichen Provinz gibt es seit Jahrzehnten kaum staatliche Dienstleistungen. In Rwampara, einem der Epizentren des Ausbruchs, beobachtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP, wie eine Frau mit Ebola-Symptomen auf einem Motorrad ins Krankenhaus gebracht wurde, eingeklemmt zwischen ihrer Schwester und dem Fahrer. Das Krankenhaus hat zwar eine provisorische Isolationsstation eingerichtet, wartet aber noch auf die Lieferung wichtiger Ausrüstung.
Der WHO-Chef fürchtet, dass die Kämpfe „zu Massenfluchtbewegungen führen, gefährdete Kontaktpersonen in überfüllte Lager drängen und wichtige Routen zur Eindämmung der Ausbreitung unterbrechen“ könnten. Die Mitarbeiter an vorderster Front riskierten „alles“, erklärte Tedros. Zugleich machten Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen die Nachverfolgung von Fällen und deren Kontaktpersonen „nahezu unmöglich“.
„Wir können kein Vertrauen in der Bevölkerung aufbauen oder Kranke isolieren, während Bomben fallen“, erklärte Tedros. Er forderte alle Konfliktparteien auf, sich auf einen sofortigen Waffenstillstand zu einigen, um den Ausbruch einzudämmen.
Nach UN-Angaben unterstützt Ruanda die M23-Miliz im Osten der DR Kongo. Die kongolesische Regierung wirft dem Nachbarland vor, die Bodenschätze der östlichen Provinzen Nord- und Süd-Kivu ausbeuten zu wollen. Ruanda bestreitet das und gibt an, im Osten der DR Kongo bewaffnete Gruppen bekämpfen zu wollen, in denen es eine Gefahr für das eigene Gebiet sieht.