HOME

Noch Fragen?

Frage Nummer 26046 Werner Frank

Wo erlernen kleine Kinder früh soziales Handeln? Gehts das auch ohne Krippe?

Antworten (11)
sininen
Eine Kita bzw Krippe ist schon ein guter Ort, denn dort sind immer Betreuer, die nichts anderes tun (sollten!) als auf die Kinder zu achten. Dennoch bin ich der Meinung, dass ein Kind, dass in normalen sozialen Verhältnissen aufwächst (zugewandte Eltern, Grosseltern und auch mal "fremde" Personen (Freunde der Familie), andere Kleinkinder in der Umgebung auf dem Spielplatz (so oft wie möglich)) schon normal sozialisiert wird. Soziales Handeln wird schliesslich schon im Umgang mit den Eltern erlernt (sofern die Eltern das Kind nicht vernachlässigen oder total verhätscheln). Jede Form des Grosswerdens in normalen Verhältnissen wird Stärken hervorbringen. Sorgen Sie sich nicht zu sehr. Ihr Kind wird so oder so gross. Und in die Schule geht es ja auch irgendwann noch.
Bellicosa
Natürlich geht das auch ohne Krippe,denn m.E.sind hauptsächlich die Eltern für das soziale Handeln der Kinder zuständig,vorausgesetzt sie wissen,was das beinhaltet!
bifu70
Das passiert überall da, wo dein Kind auf andere Menschen trifft und sich neben den eigenen auch mit ihren Bedürfnissen auseinander setzten muss. Und mit der Frage, wie man mit Interessenskonflikten angemessen umgeht. (Auch wenn dein Kind diesen Begriff nicht kennt, sondern einfach nur feststellt, dass der andere die Schippe hat, die es selber gerne hätte.) Sofern du dein Kind also nicht isoliert aufwachsen lässt, sondern ihm auch ohne Krippe den regelmäßigen Kontakt zu Anderen - auch Gleichaltrigen! - ermöglichst, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Gibt es Geschwister? Geht ihr zum Spielplatz im Ort? Hilfreich ist, wenn die Umwelt als Vorbild und Sparringpartner für das Einüben sozialen Handelns dient. Reflektiert also auch das eigene Handeln und begleitet die Interaktion mit anderen Kindern unterstützend, wenn eine Situation schief zu gehen droht.
Musca
diese Frage kribbelt mich ein wenig, aber was solls, lass ich mal die Hose runter. Aufgewachsen bin ich bei meiner Großmutter, meine Eltern waren beide berufstätig, zwangsweise, und das in den 60ern. Soziales Handeln lernte ich auf der Straße, im Feld und auf der Wiese. Ich lernte mit blutigen Nasen zurechtzukommen, meiner eigenen, oder der anderen.Fairness war immer oberstes Gebot, Rücksicht auf schwächere ebenso.Komischerweise gehen solche "Werte" immer mehr zurück, obwohl doch das Angebot der Kinderbetreuung zunimmt
ing793
es geht schon, meine Vorredner haben das schon überzeugend dargelegt (wobei ich bei Muscas 'runtergelassenen Hosen meinen Hintern entdecken konnte).
Die Frage ist, warum? Ich finde, ein Kind gehört in den Kindergarten. Vielleicht nicht ab dem dritten Geburtstag (oder gar noch früher), aber auf jeden Fall im Jahr vor der Schule. Da gibt es Interaktion mit einem ganzen Haufen Gleichaltriger.
In meiner Jugend bin ich einfach nach draußen gegangen, da waren reichlich Kinder in der unmittelbaren Nachbarschaft. Heute ist da doch vielfach nichts mehr, da muss die Gruppe woanders her kommen. Und dieses "Gruppe" ist in meinen Augen essetiell für das Feintuning der Sozialisation. Alles können Eltern nicht simulieren.
DevilSchmitty
Sozialkompetenz wird Kindern bereits von Geburt an vermittelt, und zwar im Elternhaus. Wenn du ein Kind hast, ist es wichtig, dass du viel mit ihm sprichst und ihm klare Grenzen aufweist. Zudem ist es auch schon eine Art Sozialkompetenz, wenn Kinder 'Bitte' und 'Danke' sagen können, bau das einfach in den Alltag ein.
sininen
Musca: Ihre Antwort in höchsten Ehren, so wie Sie aufgewachsen sind (und ich auch zum Teil) ist es ideal. Aber leider vorbei. Kleine Kinder haben keinen Platz mehr draussen (obwohl ich wage zu bezweifeln, dass Sie schon im Krippenalter (1-3 Jahre) ganz auf sich allein gestellt waren). Ist nämlich kein anderes Kind da und evtl zu viele Autos (Stadt). Allerdings ist es vielleicht in Deutschland anders, In Finnland gibt es keine Kinder über 3, die Vormittags frei haben. Alle schön untergebracht damit Mutti und Papi sich kaputtarbeiten können (das nennt man dann Gleichberechtigung) - was auch sein muss, damit man in diesem Land sein Brot bezahlen kann. Aber egal. Letztlich wird ein Kind so oder so sozialisiert. Aber die Art von Erziehung heute wird GANZ andere Menschen hervorbringen. Virtuell superkompetent aber kann keinen Baumstamm langbalancieren.
Musca
@Sininen: es ging mir bei der Beantwortung nicht um Gefühlsduselei nach vergangenen Zeiten, ich stelle nur fest, bzw. habe die subjektive Wahrnehmung, daß soziale Werte heute bei Kindern nicht mehr so vorhanden sind, entsprechend auch bei den Erwachsenen. Ihre Zweifel, daß ich im Krippenalter allein gewesen sei , sind berechtigt. Meine Großmutter war da. Darüber (über die Vor-und Nachteile ) einer generationsüberschreitenden Familienstruktur könnte man Bücher schreiben, mir hat es glaub ich nicht geschadet, und wenn ich zum Kindergarten musste, legte ich immer mein Frühstücksmäppchen hinterm Feuerwehrhaus ab, nahm die Banane mit, und ging mit den "Großen" spielen.
StechusKaktus
Die Gefahr besteht doch einfach darin, am Ende als Öko-Terrorist auf der Startbahn West zu enden wie unser Freund Musca ;-)
chrissi1983
Ich denke, der erste Punkt an dem man ansetzen muss, sind die Eltern. Kinder lernen ja vor allem durch das Abschauen bei den Eltern bzw. anderen Familienmitgliedern. Sei deinen Kindern also unbedingt ein gutes Vorbild, das ist schon die halbe Miete. Und achte natürlich generell auf das Umfeld deiner Kinder.
IvieB
Den sozialen Umgang miteinander lernen die Kinder von den Eltern. Im normalen Umfeld werden Sie dadurch geprägt, wie auf welche Situation die Eltern reagieren. Sie lernen vom Sehen! Dann lernen Sie im Kindergarten wie man sich in welcher Situation benehmen sollte. Hauptsächlich aber müssen immer die Eltern den Kindern das beibringen, alles andere ist nur unterstützend.