HOME

"Schwimmendes Wunderwerk": Merkel tauft Forschungsschiff "Sonne"

Mit dem Forschungsschiff "Sonne" kommt Licht in die Tiefsee: Bundeskanzlerin Merkel setzt große Hoffnungen in das Flaggschiff der deutschen Meeresforschung und wünscht sich selbst an Bord.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Freitag in Rostock das neue Flaggschiff der deutschen Meereswissenschaft auf den Namen "Sonne" getauft. "Ich wünsche dir immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel", sagte Merkel und ließ eine Flasche am Bug des Tiefseeforschungsschiffs zerschellen. Pünktlich zur Taufe verzogen sich die grauen Wolken, und die Sonne kam zum Vorschein.

Als "schwimmendes Wunderwerk" und "neuen Stern am Forschungshimmel" würdigte Merkel den imposanten Bau. "Die "Sonne" soll die Wissenschaft weltweit voranbringen", sagte sie, bevor sie sich an Bord die Ausrüstung erklären ließ. "Wenn ich Zeit hätte, würde ich gerne mal mitfahren, aber daraus wird wohl leider nichts."

Das 115 Meter lange Schiff wird im Dezember 2014 an die Wissenschaft übergeben. Anschließend sollen Forscher vor allem im Pazifik und im Indischen Ozean marine Rohstoffe untersuchen, aber auch erkunden, welchen Einfluss die Meere auf das Weltklima haben. Das 46 Jahre alte Vorgängerschiff, das ebenfalls "Sonne" hieß, wird dann nicht weiter genutzt.

Hundert Millionen Euro für die Tiefsee

Die erste Mission der neuen "Sonne", unter der Leitung des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrums, führt über den Panama-Kanal in den Pazifik. Maximal 40 Wissenschaftler können gleichzeitig an Bord gehen und bis zu 52 Tage auf See bleiben. "Wir haben noch sehr wenig Ahnung, was uns in der Tiefsee erwartet", sagte Karin Lochte, Vorsitzende des Konsortiums Deutsche Meeresforschung.

Rund 300 Gäste aus Politik und Wissenschaft nahmen an der Taufe teil, darunter Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne).

Die Kosten von rund 124,4 Millionen Euro für das Schiff trägt zu 90 Prozent der Bund. Zehn Prozent übernehmen die Küstenländer.

stb/DPA / DPA