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Frühchen: Baby kommt neun Wochen nach Hirntod der Mutter zur Welt

In Mailand haben Ärzte eine hirntote Schwangere am Leben gehalten, bis ihr Kind bessere Überlebenschancen hatte. Neun Wochen warteten die Ärzte ab, bis sie das Kind per Kaiserschnitt holten.

Ein Frühchen liegt in einem Inkubator (Symbolbild)

Ein Frühchen liegt in einem Inkubator (Symbolbild)

Neun Wochen nachdem seine Mutter für hirntot erklärt wurde, ist in Italien ein Baby per Kaiserschnitt geboren worden. Der Junge kam am Freitagmorgen auf die Welt, wie das Krankenhaus San Raffaele in Mailand mitteilte. Er wiegt demnach 1,8 Kilogramm und ist in gutem Zustand. Seine Mutter war im Oktober nach einer plötzlichen Hirnblutung in das Krankenhaus gebracht und dort für hirntot erklärt worden. Damals war sie in der 23. Schwangerschaftswoche. Die Ärzte entschieden daher, die Frau mit Hilfe von Geräten weiter am Leben zu halten, um dem Baby möglichst gute Überlebenschancen zu geben.

"In der 32. Woche hat das Ärzteteam entschieden einzugreifen, weil diese Phase dem Fötus gute Überlebenschancen garantiert und das Risiko plötzlicher Komplikationen reduziert", heißt es in der Mitteilung der Klinik. Die Angehörigen der Frau, die laut Medien 36 Jahre alt war, stimmten danach zu, die Organe zu spenden.

Anfang des Jahres hatte in den USA ein Fall für Aufsehen gesorgt, bei dem Ärzte eine schwangere hirntote Frau gegen den Willen ihrer Angehörigen wochenlang am Leben gehalten hatten. Die Ärzte hatten auf ein Gesetz zum Schutz ungeborenen Lebens verwiesen, die Angehörigen hatten schließlich nach zwei Monaten vor Gericht erkämpft, dass die Geräte abgeschaltet wurden und die Frau sterben konnte.

tkr/DPA / DPA
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