Bei Kontrolle nahe Paris Mutmaßlicher ETA-Kämpfer erschießt Polizisten


Mutmaßliche Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA haben im Großraum Paris einen Polizisten erschossen.

Ein etwa 35-jähriger Mann wurde festgenommen, nach drei oder vier weiteren Verdächtigen wurde am Mittwoch gefahndet, wie Ermittler in Melun sagten. Die mutmaßlichen ETA-Mitglieder hatten den vierfachen Vater am Vorabend getötet, als der Polizist mit Kollegen einen gestohlenen Wagen angehalten hatte.

Den Angaben zufolge stoppte die Polizeistreife am Dienstagabend in der Nähe von Melun südlich von Paris einen BMW, in dem drei Männer und eine Frau saßen. Als die Beamten die Personalien der vier Insassen aufnehmen wollten, hätten sich in einem weiteren Fahrzeug zwei Männer genähert. Einer von ihnen habe drei Schüsse auf die Polizei abgegeben und einen 52-jährigen Beamten tödlich in die Brust getroffen. Laut Ermittlern wurden bei der Schießerei auch ein oder zwei Angreifer verletzt.

Diesmal hat Frankreich einen hohen Preis für die Zusammenarbeit mit uns im Kampf gegen die ETA gezahlt

Spaniens Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero machte die ETA für den Tod des französischen Polizisten verantwortlich. "Diesmal hat Frankreich einen hohen Preis für die Zusammenarbeit mit uns im Kampf gegen die ETA gezahlt", sagte Zapatero am Mittwoch in Madrid. Die Ermordung des französischen Polizisten sei für ihn, als ob ein spanischer Polizist getötet worden sei - er wisse, wie sehr sich auch die französische Polizei für "das Anliegen der Freiheit und das Ende der ETA" einsetze.

Französische Ermittler sagten, der festgenommene Verdächtige sei ein Mitglied der ETA. Den Fahndern zufolge sprachen die bewaffneten Männer bei der Kontrolle untereinander Baskisch. Die Polizei suchte am Mittwoch noch nach dem Fahrzeug, in dem die weiteren Verdächtigen geflohen waren.

Die von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten als Terrororganisation eingestufte ETA kämpft seit vier Jahrzehnten gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden Spaniens und im Süden Frankreichs. Sie wird für den Tod von mehr als 820 Menschen verantwortlich gemacht. Der französischen Polizei waren in den vergangenen Monaten immer wieder Festnamen mutmaßlicher hochrangiger ETA-Mitglieder gelungen.

AFP AFP

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