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Bundespräsidentenkandidat: Schwerer Unfall - Dienstwagen von Gauck erfasst Radfahrer

Bundespräsidentschaftskandidat Joachim Gauck ist am Mittwoch in einen schweren Autounfall in München verwickelt worden. Auf dem Weg zum Flughafen erfasste der von einem Chauffeur gesteuerte Dienstwagen einen Radfahrer, der nach Polizeiangaben zwischen parkenden Autos heraus plötzlich auf die Straße gefahren war.

Bundespräsidentschaftskandidat Joachim Gauck ist am Mittwoch in einen schweren Autounfall in München verwickelt worden. Auf dem Weg zum Flughafen erfasste der von einem Chauffeur gesteuerte Dienstwagen einen Radfahrer, der nach Polizeiangaben zwischen parkenden Autos heraus plötzlich auf die Straße gefahren war. Gauck verschob seinen Rückflug nach Berlin und ließ sich im Krankenhaus über den Zustand des schwer verletzten 29-Jährigen informieren.

Der Radfahrer wurde gegen die Windschutzscheibe geschleudert, die stark eingebeult wurde, und blieb mit schweren Kopfverletzungen bewusstlos auf der Fahrbahn liegen. Gauck, der mit einem Begleiter auf der Rückbank saß, sei "sehr betroffen. Das ging ihm sehr nahe", sagte sein Pressesprecher Johann Legner.

"Es war so ein Schreck!", sagte Gauck selbst am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Was nun, Herr Gauck?". "Der Fahrer unseres Wagens vom bayerischen Landtag war nicht schuld." Der Verletzte habe auf der Straße gelegen. Bei dessen "Schmerzenslauten" habe er gedacht: "Er lebt." Er habe Termine in Berlin abgesagt. Der Radfahrer kam auf die Intensivstation. Gaucks Gespräch mit dem Leiter der Unfallchirurgie im Klinikum Rechts der Isar war beruhigend: "Wir können aufatmen: Er wird das überleben", sagte er.

Der von SPD und Grünen für das höchste Staatsamt nominierte Bürgerrechtler hatte am Vormittag im bayerischen Landtag um Stimmen von Delegierten geworben. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sagte anschließend, er werde Gauck wählen, und auch seine Fraktion tendiere zu Gauck. Die Partei werde ihren zehn Wahlmännern keine Empfehlung vorgeben. FDP-Fraktionschef Hacker sagte, die bayerische FDP habe sich für Wulff entschieden. Nach Horst Köhlers Rücktritt müsse der nächste Bundespräsident direkt aus dem politischen Betrieb kommen.

Gauck und Aiwanger lobten sich nach dem Treffen gegenseitig als "geerdete Menschen". Es sei für ihn sehr schön gewesen sei, den Realismus bei den FW zu spüren, sagte Gauck. Wie er verstehe auch die FW Freiheit als Verantwortung.

Der Präsidentschaftskandidat von Union und FDP, der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, will sich am kommenden Samstag in Nürnberg auf dem CSU-Parteitag und anschließend bei den Freien Wählern vorstellen.

Gauck äußerte sich im ZDF-Interview skeptisch zur Frage einer Direktwahl des Bundespräsidenten. "Das ist sehr interessant und debattenwürdig, aber ich bin mir nicht sicher, ob es auch richtig ist", sagte der 70-Jährige. Er bekräftige seine Auffassung, dass seine Wahl zum Staatsoberhaupt der Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht schaden würde. Wenn sie ihn zur Kandidatur aufgefordert hätte, "das wäre mir lieber gewesen", bekannte Gauck.

APN / APN