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Bundeswehr-Korvetten: Giftiges Gas leckt in den Maschinenraum

Schwerwiegender Konstruktionsfehler: Auf fünf deutschen Korvetten treten giftige Gase aus. Marinesoldaten müssen deswegen Atemschutzmasken im Maschinenraum tragen. Ein Sprecher der Marine verspricht nun schnelle Reparatur.

Sie gehören zu den modernsten Schiffen der Deutschen Marine - und weisen erhebliche technische Mängel auf: Im Maschinenraum von fünf Korvetten tritt das giftige Gas Formaldehyd aus. Ein Marinesprecher bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag". Der kontaminierte Bereich könne derzeit nur mit Atemschutzmasken betreten werden.

Mit dem Austausch von Dichtungen solle das Problem nun möglichst schnell behoben werden, so der Sprecher weiter. Am Sonntag vergangener Woche war der Umstand zufällig bei einer Begehung der Korvette "Braunschweig" bekanntgeworden. Mit dabei waren Marineinspekteur Axel Schimpf, der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus und die SPD-Bundestagsabgeordneten Hans Peter Bartels und Karin Evers-Meyer. Dabei hätten Soldaten von dem Gasaustritt berichtet. Der Wehrbeauftragte habe jetzt eine Überprüfung eingeleitet.

Nicht die erste technische Panne

Das krebserregende und in höherer Konzentration giftige Formaldehyd stammt laut "Bild am Sonntag" offenbar aus Material, das in der Isolierung der Abgassysteme eingebaut worden sei. Bei Erhitzung durch die heißen Abgase werde der Stoff freigesetzt

Bei den fünf Schiffen des 1,2 Milliarden Euro teuren Geschwaders traten immer wieder technische Probleme auf, die den Einsatz verzögerten. Zwei Korvetten wurden 2008 in Dienst gestellt, drei werden noch erprobt. Die rund 90 Meter langen Schnellboote mit einer Besatzung von etwa 60 Soldaten eignen sich vor allem für Seeraumüberwachung und Küstenschutz.

jwi/DPA / DPA
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