Chronik Die schwersten Fährunglücke seit 1987


Immer wieder kommt es zu Fährunglücken, bei denen unzählige Menschen ihr Leben lassen müssen. Hier eine Chronik der schwersten Unfälle der letzten Jahre.

26. Februar 2004 vor den Philippinen: Auf der philippinischen Fähre "Super Ferry 14" bricht im Maschinenraum Feuer aus. Zahlreiche Menschen springen in Panik von Bord. Von den 861 Menschen an Bord sterben mindestens 60.

23. Dezember 2003 vor den Philippinen: Die Fähre "Piary", auf dem Weg von der Inselgruppe Cagayan zum Hafen Brookes Point auf der philippinischen Insel Pawalan, schlägt etwa 100 Kilometer vor Brookes Point leck und nimmt Wasser auf. Mindestens 50 der 75 Passagiere ertrinken.

25. November 2003 vor den Philippinen: Auf dem Mayi-Ndombe-See in Kongo kentert eine Passagierfähre. Nach unbestätigten Angaben kommen bis zu 350 Menschen ums Leben.

15. Oktober 2003 in New York: Während des Anlegemanövers prallt die aus Südmanhattan kommende, mit 1500 Fahrgästen besetzte Fähre "Andrew J. Barberi" bei Windgeschwindigkeiten bis zu 65 Kilometern pro Stunde gegen die Pier des St. George Terminals vor Staten Island. Das Hauptdeck auf der Steuerbord-Seite wird aufgeschlitzt. Zwölf Menschen sterben, 37 werden verletzt.

27. September 2003 vor der Küste Senegals: Auf dem Weg vom südsenegalesischen Ziguinchor in die Hauptstadt Dakar gerät die Fähre "Le Joola" in eine Sturmfront. Das Schiff kentert, sinkt in weniger als fünf Minuten und reißt rund 1150 Passagiere in den Tod - eine der größten Schiffskatastrophen der Weltgeschichte. Die Joola war zwölf Jahre alt und gerade erst überholt.

7. September 2003 vor der indonesischen Küste: Die indonesische Fähre "Wirmala Dharma" sinkt zwei Stunden nach dem Auslaufen aus dem Hafen Padangbai auf Bali. Von den 200 Menschen an Bord werden rund 150 durch Fischerboote gerettet, 50 sterben. Das Schiff befand sich auf dem Weg zur Insel Lombok in Ost-Indonesien.

9. Juli 2003 vor der Küste Bangladeshs: Auf dem Weg von der Hauptstadt Bangladeshs, Dhaka, nach Bhola sinkt die Fähre "Nasrin 1" bei stürmischem Wetter nahe der Stadt Chandpur. Bei einem der schwersten Schiffsunglücke in der Geschichte des Landes kommen rund 400 Menschen ums Leben.

8. Juli 2003 Auf dem Fluss Meghna in Bangladesch : Eine dreistöckige Fährekentert. Mindestes 530 Menschen sterben in den Fluten.

26. September 2002 vor der Küste Westafrikas:Eine senegalesische Fähre kentert. Sie hatte doppelt so viele Fahrgäste wie zugelassen an Bord. Nach offiziellen Angaben kommen 1863 Menschen ums Leben.

19. Oktober 2001 vor der Südspitze Sumatras: Ein alter und überladener Fischkutter mit Flüchtlingen an Bord wird manövrierunfähig und kentert. Es sterben 347 Menschen.

26. September 2000 vor der griechischen Küste: Vor der griechischen Insel Paros läuft die Fähre "Express Samina" auf einen gut sichtbaren und mit Leuchtfeuer versehenen Felsen auf. Das Schiff bricht auseinander und sinkt in weniger als einer Stunde. Von den 534 Menschen an Bord kommen 80 ums Leben. Der Kapitän wird verhaftet, weil err und seine Offiziere in der Bar ein Fußballspiel im Fernsehen verfolgt haben sollen, statt auf der Brücke zu sein.

6. Februar 1999 vor der Westküste Borneos: Im von Haien belebten südchinesischen Meer geht eine indonesische Fähre unter. Mindestens 312 ertrinken.

28. September 1994 vor der finnischen Küste: Beim schwersten Schiffsunglück der europäischen Nachkriegsgeschichte sinkt die 144 Meter lange estnische Ostseefähre "Estonia".1000 Menschen sind an Bord, 852 verlieren ihr Leben. Untersuchungen ergeben, dass die Bugklappe zu schwach gebaut und unsachgemäß montiert war. Zudem hat die Mannschaft falsch und zu spät reagiert.

19. Februar 1993 vor der Küste Haitis: Auf der Fahrt zur haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince sinkt die Fähre "Neptune". Die Küstenwacht schätzt, dass mehr als 1000 Menschen dabei ums Leben kommen. Die genaue Passagierzahl kennt niemand, da die Fähre überfüllt ist. An Bord befinden sich weder Schwimmwesten noch Rettungsboote.

17. Februar 1993 vor der Küste Haitis Eine haitianische Fähre gerät auf dem Weg von Jeremie nach Port-au-Prince: in Sturm und geht vor dem Zielhafen unter. Von den rund 2000 Fahrgästen können sich nur 285 retten.

14. Januar 1993 vor der deutschen Küste: Die polnische Fähre "Jan Heweliusz" kentert rund 27 Kilometer östlich der Insel Rügen in einem Orkan. 51 Personen ertrinken. Schon vor dem Auslaufen hatte die Fähre Probleme mit dem Mechanismus des Ladetors. Ein polnisches Berufungsgericht stellt im Januar 1999 fest, dass die Fähre nicht seetauglich war.

14. Dezember 1991 im Roten Meer:Eine von Dschidda (Saudi-Arabien) kommende Fähre läuft vor dem ägyptischen Hafen Safaga (Rotes Meer) auf ein Korallenriff und sinkt - wahrscheinlich mehr als 800 Tote.

10. April 1991 vor der italienischen Küste: Im dichten Nebel stößt die italienische Fähre "Moby Prince" vor der Hafenstadt Livorno mit dem Öltanker "Agip Abruzzo" zusammen. Beide Schiffe gehen nach einer Explosion in Flammen auf. 72 Passagiere und 67 Besatzungsmitglieder der Fähre kommen ums Leben, die 28 Seeleute des Tankers werden gerettet. 2700 Tonnen Rohöl laufen aus.

7. April 1990 vor der norwegischen Küste: Die dänische Fähre "Skandinavian Star" gerät auf dem Weg vom norwegischen Hafen Oslo zum dänischen Hafen Frederikshavn in Brand. 161 der rund 500 Menschen an Bord sterben. Es wird Brandstiftung vermutet, zudem waren die Sicherheitsvorkehrungen unzureichend.

20. Dezember 1987 vor der Insel Marinduque (Philippinen): Die Fähre "Dona Paz" sinkt nach einem Zusammenstoß mit einem Tanker. Angaben über die Zahl der Opfer schwanken zwischen 3132 und 4317 Toten.

5. März 1987 vor der Küste Belgiens: Die britische Kanalfähre "Herald of Free Enterprise" kentert vor dem belgischen Hafen Zeebrugge. 193 Passagiere verlieren ihr Leben. Unglücksursache: Die Ladeluke war nicht richtig geschlossen.

31. August 1986 im Schwarzen Meer: Das sowjetische Passagierschiff "Admiral Nachimow" sinkt nach einer Kollision mit einem Frachter. 398 Menschen kamen ums Leben.


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