Der jahrelange Missbrauch von Gisèle Pelicot in Frankreich hat weitere Folgen. Die Justizbehörden ermitteln nun gegen die Webseite, auf der Dominique Pelicot seine betäubte Ehefrau zum Sex an fremde Männer vermittelt hatte. Die Behörden sagen, dass die französischsprachige Seite „Coco“ in Verbindung stehe mit zahlreichen Verbrechen – dazu zählen unter anderem sexueller Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung und Mord.
Die Webseite war im Juni 2024 offline genommen worden, tauchte jetzt aber online wieder auf. „Der Pariser Staatsanwalt hat eine Ermittlung in die Wiedereröffnung der Seite gestartet“, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Nach einem Namenswechsel ist die Seite wieder online erreichbar. Die französische Kinderrechtsbeauftragte Sarah el Hairy sagt: „Die Rückkehr der Coco-Seite ist ein wirklicher Schlag ins Gesicht und gegen das Versprechen, dass wir die Menschen schützen werden. Wir werden die Macher jagen, sie unerbittlich verfolgen und ihnen keine Atempause gönnen.“
Dominique Pelicot wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt
Vor der Rückkehr der Seite waren die Ermittlungen dagegen wohl weit vorangeschritten. Isaac Steindl, Gründer und Manager von „Coco“, war im Januar 2025 angeklagt worden für Mithilfe beim Drogenhandel, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie, sexuelle Verführung von Minderjährigen im Internet und kriminelle Verschwörung. Die Plattform stand im Zentrum des Pelicot-Falles.
Dominique Pelicot war 2024 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden für schwere Vergewaltigung. Er hatte von 2011 bis 2020 dutzende fremde Männer angeworben, seine von ihm betäubte Frau zu vergewaltigen. Er suchte auf der Webseite unter dem Titel „Ohne ihr Wissen“ nach potenziellen Vergewaltigern. Der amerikanische Sender CNN hatte vor ein paar Wochen über sogenannte „Vergewaltigungsakademien“ berichtet. Dort würden Männer aus aller Welt online Tipps austauschen darüber, wie man Frauen am besten betäubt und vergewaltigt.