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Doppelanschlag in Norwegen: 80 Tote im Jugendcamp

Bei dem Anschlag auf das Jugendcamp auf der norwegischen Insel Utøya sind über 80 Jugendliche getötet worden. Keine islamistischen Terroristen, sondern Einheimische sollen verantwortlich sein.

+++ 04.25 Uhr: 80 Tote im Ferienlager +++

Bei dem Anschlag auf ein Jugendcamp auf einer Insel nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo sind mindestens 80 Menschen getötet worden. Das teilte die Polizei nach Angaben der norwegischen Nachrichtenagentur NTB am frühen Samstagmorgen auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Viele weitere Leichen seien auf der Insel Utøya entdeckt worden. Die Lage sei nach wie vor unübersichtlich, sagte Polizeidirektor Øystein Mæland. Die Zahl der Opfer könne noch weiter steigen. Die Tat habe "katastrophale Ausmaße". Zunächst hatte die Polizei die Zahl der Toten mit mindestens zehn angegeben. An dem Jugendlager der norwegischen Arbeiterpartei haben rund 700 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren teilgenommen.

Der von der Polizei auf Utoya festgenommene Verdächtige soll einem Bericht des Fernsehsenders TV2 der rechtsextremen Szene nahestehen. Auf den 32-jährigen Norweger waren demnach zwei Waffen zugelassen. Als Polizist verkleidet soll er das Feuer auf die Jugendlichen eröffnet haben. Unter ihnen brach nach Berichten norwegischer Medien Panik aus. Einige hätten sich versteckt, andere versucht, sich schwimmend von der Insel zu retten. Das Wasser ist auch im Sommer dort sehr kalt.

Norwegens König Harald V. hat die Morde auf der Insel als "unfassbare Tragödie" bezeichnet. "Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen und einander stützen." Die Gedanken würden jetzt an alle Betroffenen und ihre Angehörigen gehen, sagte der Regent sagte am Samstagmorgen in Oslo.

+++22.54 Uhr: Festgenommener ist Norweger+++

Der im Zusammenhang mit den Terroranschlägen festgenommene Verdächtige ist Norweger. Dies sagte der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Abend auf einer Pressekonferenz in Oslo. Stoltenberg hat den Zusammenhalt im Land beschworen. Er habe eine Botschaft an die Täter: "Ihr werdet unsere Demokratie und unser Engagement für eine bessere Welt nicht zerstören." Niemand könne Norwegen "zum Schweigen schießen", das Land werde nicht aufhören, zu seinen Werten zu stehen.

Der norwegische Justizminister Knut Storberget sagte, es habe im Vorfeld keine Drohungen im Zusammenhang mit den Terroranschlägen gegeben. Ob der auf der Ferieninsel festgenommene Mann bei beiden Anschlägen alleine arbeitete, wollte Storberget nicht kommentieren.

+++ 22.25 Uhr: Polizei glaubt an einen Hauptattentäter+++

Die Osloer Polizei glaubt im Zusammenhang mit den beiden Anschlägen in Norwegen nicht an internationalen Terrorismus. Wahrscheinlicher sei eine lokale Variante, die sich gegen das derzeitige politische System wende, meldete die Nachrichtenagentur NTB am Freitagabend. Die Polizei kenne das Milieu, in dem sich der auf der Ferieninsel festgenommene Mann aufhalte.

Dieser Mann, der wohl als verkleideter Polizist in das Jugendcamp eingedrungen sei, werde auch dringend verdächtigt, den Bombenanschlag im Osloer Stadtzentrum begangen zu haben. Insgesamt, so die Polizei, seien bei den beiden Anschlägen mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen.

+++ 21.42 Uhr: Bis zu zehn Tote im Jugendcamp+++

Bei den Schüssen im Ferienlager auf der norwegischen Insel Utøya sind am Freitag neun oder zehn Menschen getötet worden. Das sagte ein Polizeisprecher in Oslo. Die Polizei gehe davon aus, dass der Schütze auch mit den Anschlägen im Osloer Regierungsviertel zu tun habe.

Die Lage in dem von 560 Mitgliedern der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF besuchten Lager wurde als "chaotisch" beschrieben. Polizisten einer Anti-Terror-Einheit mit schusssicheren Westen eilten zum Tatort. Laut Medienberichten brach unter den Jugendlichen in dem Lager Panik aus. Mehrere Mädchen und Jungen seien von der Insel aus ins Wasser gesprungen und an Land geschwommen. Die Insel ist rund eine Autostunde von Oslo entfernt.

+++ 20.42 Uhr: Stoltenberg: "Es war eine gewaltige Explosion"+++

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat eine entschlossene Reaktion der Behörden auf die Anschläge vom Freitag mit mindestens sieben Toten angekündigt. "Wir werden alle verfügbaren Kräfte einsetzen, um uns zu schützen", sagte der Regierungschef am Abend im Fernsehsender TV2.

Stoltenberg, dessen Kanzlei ebenfalls bei der Bombenexplosion im Regierungsviertel von Oslo beschädigt wurde, stufte die Lage im Land als dramatisch ein. Er sagte: "Es war eine sehr ernste Explosion." Auch den Amoklauf eines als Polizist verkleideten Mannes in einem Ferienlager für Jugendliche sei "sehr, sehr ernst" gewesen.

Der Ministerpräsident bestätigte, dass er die Explosion im Regierungsgebäude mit seinem Büro in der obersten Etage selbst gehört habe. Weitere Einzelheiten über seinen Aufenthaltsort wollte er nicht mitteilen.

+++ 19.52 Uhr: Opferzahlen steigen weiter +++

Die Zahl der Todesopfer nach dem Bombenanschlag im Regierungsviertel in Oslo ist nach Angaben der Polizei auf sieben gestiegen. Beim Überfall auf das Jugendlager der sozlalistischen Partei auf der Fjordinsel Utoya sollen mindestens vier Camp-Teilnehmer getötet worden sein

+++ 19.32 Uhr: Zusammenhang zwischen Anschlag und Schießerei

Zwischen dem Bombenanschlag in Oslo und der Schießerei in einem Ferienlager von Jungsozialisten auf einer norwegischen Insel besteht ein Zusammenhang. Das teilte die norwegische Polizei nach Angaben des staatlichen Rundfunksenders NRK mit. Bei dem Überfall auf die Feriengruppe soll es nach anderen Berichten mindestens vier Tote gegeben haben.

+++ 18.44 Uhr: Mehrere Gebäude evakuiert +++

Nach Angaben des staatlichen Rundfunks NRK wurden der Hauptbahnhof, die Einkaufszentren Oslo City und Byporten sowie die Büros der Medien "VG", "NTB", "Aftenposten" und "TV2" evakuiert.

+++18.36 Uhr: Schießerei bei Treffen von Jungsozialisten+++

Bei einem Treffen norwegischer Jungsozialisten auf der Insel Utøya nahe Oslo hat sich Medienberichten zufolge am Freitag eine Schießerei ereignet. Ein Mann in Polizeiuniform habe bei dem Treffen das Feuer eröffnet, berichtete der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NRK. Ministerpräsident Jens Stoltenberg sollte seinem Büro zufolge an dem Treffen teilnehmen.

+++18.22 Uhr: Regierungschef an geheimem Ort+++

Regierungschef Jens Stoltenberg hält seinen Aufenthaltsort geheim. "Das ist sehr ernst", beschrieb Stoltenberg in einem Telefonat mit dem Fernsehsender TV2 die Lage. Zugleich nannte er es zu früh, um zu sagen, ob es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe. Auf Anraten der Polizei wollte der Regierungschef nicht mitteilen, wo er sich aufhält. Er versicherte, alle Minister seines Kabinetts seien nach dem Anschlag auf einen Gebäudekomplex mit Regierungsbüros unversehrt. Auch Stoltenbergs Büro befand sich in dem Komplex.

+++18.16 Uhr: Polizei rät, Osloer Zentrum zu verlassen+++

Die Polizei ruft dazu auf, große Menschenansammlungen zu meiden und das Osloer Zentrum zu verlassen. Ein Motiv für den Anschlag sei noch nicht bekannt. Ob es mehr als eine Bombe war, war zunächst unklar. Laut Polizei wollen Zeugen mehrere Explosionen gehört haben. Vier Gebäude wurden schwer beschädigt.

+++18.08 Uhr: Mindestens 15 Verletzte+++

Neben den zwei Toten wurden bei dem Anschlag in Oslo auch mindestens 15 Menschen verletzt. Das teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit.

+++18.03 Uhr: Hauptbahnhof wird evakuiert+++

Nach dem Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo hat die Polizei auch eine Räumung des Hauptbahnhofs der norwegischen Hauptstadt angeordnet. Dies berichtete der staatliche Rundfunksender NRK am späten Freitagnachmittag. Auch der Fernsehsender TV2 wurde evakuiert, schrieb die Zeitung "Dagbladet". Es sei eine verdächtige Tasche gefunden worden.

+++17.53 Uhr: Spekulationen über einen Terroranschlag+++

Der norwegische Terrorexperte Tore Bjørgo geht von einem Terroranschlag aus.

+++17.44 Uhr: Schwarzes Auto+++

Vor dem Regierungsgebäude liegt ein schwarzes Auto, stark beschädigt. Es könnte der Wagen sein, in dem eine Bombe versteckt war.

+++17.30 Uhr: Polizei spricht von mehreren Toten+++

Inzwischen ist von mehreren Menschen die Rede, die bei dem Bombenanschlag im Regierungsviertel Oslos ums Leben gekommen sind.

+++17.18 Uhr: Offenbar mindestens zwei Tote+++

Der Radiosender NRK berichtet, dass bei der Bombenexplosion zwei Menschen ums Leben gekommen seien.

+++17.11 Uhr: Bombe war Explosionsursache+++

Die norwegische Polizei bestätigt: Die schwere Explosion ist durch eine Bombe verursacht worden.

+++17.00 Uhr: Polizei spricht von "Toten und Verletzten"+++

Bei der schweren Explosion im Regierungsviertel von Oslo hat es nach Angaben der Polizei "Tote und Verletzte" gegeben. Zuvor hatte der Rundfunksender NRK unter Berufung auf die Polizei von mindestens einem Toten berichtet. Ministerpräsident Jens Stoltenberg hielt sich nach Angaben seines Büros zum Zeitpunkt der Explosion nicht am Regierungssitz auf.

+++16.54 Uhr: Spekulationen über eine Autobombe+++

Augenzeugen berichten, die Explosion könne durch eine Bombe ausgelöst worden sein. Das meldet die Tageszeitung "Aftenbladet". Die Polizei teilte Reportern der Zeitung mit, man befürchte noch weitere Bomben in der Nähe.

+++16.51 Uhr: Ein Toter+++

Der öffentlich-rechtliche Sender NRK am Freitag unter Berufung auf die Polizei, dass ein Mensch ums Leben gekommen sei.

+++16.18 Uhr: Mehrere Verletzte+++

Erste Details werden bekannt. Medien berichten von mehreren Verletzten. Das Büro der Boulevardzeitung "VG" wird evakuiert. Bilder im Internet zeigten schwere Zerstörungen. Mitarbeiter der Tageszeitung "Aftenposten" berichteten von Menschen, die blutend auf der Straße lagen. Polizei und Rettungskräfte versuchen, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Straßen in der Umgebung wurden gesperrt, da weitere Explosionen befürchtet wurden.

+++15.52 Uhr: Explosion in Oslo+++

Die Nachrichtenagentur Reuters verbreitet eine Meldung, wonach bei einer Explosion im Zentrum Oslos mehrere Menschen verletzt worden seien. Ein Regierungsgebäude sei beschädigt, in dem sich das Büro von Ministerpräsident Jens Stoltenberg befindet.

rk/swd/che/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.