Gastprofessur in Bochum Margot Käßmann lehrt an der Ruhr-Universität


Die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann besetzt ab Januar 2011 eine neu eingerichtete Gastprofessur in Bochum. Die Ruhr-Universität ist der Theologin bestens vertraut: Dort hatte sie 1989 ihren Doktortitel erworben.

Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, wird Gastprofessorin an der Ruhr-Universität Bochum. Die Theologin werde zum 1. Januar die neu eingerichtete Max-Imdahl-Gastprofessur besetzen und ein Jahr lang auf dem Gebiet der Ökumene und Sozialethik forschen und lehren, teilte die Universität am Mittwoch mit.

"Margot Käßmann hat beispielhaft zum Wissenstransfer theologischer Theorie in die Öffentlichkeit beigetragen und ist daher für die Gastprofessur hervorragend qualifiziert", sagte Rektor Prof. Elmar Weiler. Die Studenten bekämen mit ihr eine Persönlichkeit, die sich nie von Fachgrenzen habe einschränken lassen und sich mit aktuellen Fragestellungen in der Gesellschaft befasse, so wie das schon der Namensgeber der Professur getan habe. Käßmann hatte an der Ruhr-Universität Evangelische Theologie studiert und im Jahre 1999 promoviert. Die Max-Imdahl-Gastprofessur ist benannt nach dem 1988 verstorbenen ersten Ordinarius für Kunstgeschichte der Ruhr-Universität.

Käßmann bleibt Pastorin der Landeskirche Hannover

Mit der profilierten Theologin war im vergangenen Herbst erstmals eine Frau zur Spitzenrepräsentantin der rund 25 Millionen Protestanten in Deutschland gewählt worden. Nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss war Käßmann, 52, im Februar als EKD-Ratsvorsitzende und als hannoversche Landesbischöfin zurückgetreten. Nachfolger - bis zur Neuwahl im Herbst - wurde der rheinische Präses Nikolaus Schneider. Käßmann hatte als Bischöfin oft klare Worte zu gesellschaftlichen und sozialen Themen gefunden.

Nach ihrem Rücktritt reiste die Theologin in die USA zu einem viermonatigen Studienaufenthalt an der Emory-University in Atlanta. Formal bleibe sie Pastorin der Landeskirche in Hannover, erklärte ein Kirchensprecher am Mittwoch. Während ihrer Zeit an der Universität Bochum zahle die Kirche das Gehalt, das aber von der Hochschule zurückerstattet werde. Im übernächsten Jahr hat Käßmann die Möglichkeit, in Absprache mit der Landeskirche eine Aufgabe als Pastorin zu übernehmen, einer anderen Tätigkeit etwa an einer Hochschule steht aber nichts im Weg.

gro/DPA DPA

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