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Schläge, Beleidigungen, Mobbing: Tabuthema Lehrergewalt

Wenn von Gewalt an Schulen die Rede ist, denkt fast jeder zu allererst an prügelnde Schüler auf dem Pausenhof oder pöbelnde Halbstarke im Klassenzimmer. Dass aber auch Lehrer gegenüber Schülern gewalttätig sind, verschwindet meist unter dem Deckmantel des Schweigens.

Von Tonio Postel

Wenn von Gewalt in der Schule die Rede ist, sind die Assoziationen klar: Prügelnde Schüler und pöbelnde Banden fallen einem da ein, unweigerlich öffnet man gedanklich auch die Schublade mit der Aufschrift "Migrationshintergrund", in welche man jene Schläger gerne einsortiert. Dass an Schulen aber auch Lehrer gewalttätig sind, ist weniger gängig.

Zum Beispiel an der Waldorfschule in Hamburg-Wandsbek, wo seit vergangenem Jahr drei Fälle von Gewalt gegen Schüler zu Strafanzeigen führten: Lehrer sollen dort Schülern ganze Haarbüschel herausgerissen haben oder Kinder so hart geohrfeigt haben, dass diese zu Boden gingen. Auch in Kempten im Allgäu standen 2006 acht Lehrer wegen ähnlicher Taten vor Gericht, drei von ihnen wurden zu Geldstrafen verurteilt.

"Lehrergewalt ist ein Tabuthema"

"Lehrergewalt ist ein Tabuthema", sagt Angelika Bachmann vom Verein "Lernen ohne Angst" (LOA) und Mitautorin des Buches "Wenn Lehrer schlagen". Wer sich auf der Homepage des Vereins die Liste der öffentlich gemachten Fälle ansieht, gerät ins Staunen: Beinahe zu jedem Buchstaben im Alphabet findet sich eine Stadt oder ein Bundesland mit einem oder mehreren Fällen von Lehrergewalt gegen Schüler. Dennoch gibt es, wo man auch nachfragt, keine Statistiken darüber, wie viele Schüler eigentlich betroffen sind. Die Fälle ähneln sich. Einer führte zur Gründung des Vereins "Kischuno" (Kinder in Schulnot).

Gründerin ist Catrin Lange, die Mutter eines 11-jährigen Jungen, der in die sechste Klasse eines Gymnasiums im Rheinland ging und Zeuge von verstörenden Erlebnissen wurde: Ein Mitschüler, der angab seine Hausaufgaben vergessen zu haben, wurde vom Klassenlehrer aufgefordert sich breitbeinig mit dem Gesicht zur Tafel aufzustellen, um ihm vor der Klasse einen kräftigen Tritt in den Hintern zu verpassen. "Mein Sohn kam danach durchgeschwitzt und heulend nach Hause, dabei war er nicht mal das Opfer", sagt Lange. Auch Schläge auf den Oberarm oder Kreidemarkierungen gehörten bei Fehlern zum Strafenkatalog des Lehrers.

"Straftradition übernommen, die ihre Wurzeln in der Bibel hat"

Volker Krumm, Erziehungswissenschaftler von der Uni Salzburg, der in einem Zeitraum von zwölf Jahren immer wieder Interviews mit Lehrern, Eltern, Schülern und Studenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Thema führte, auch im Rahmen der OECD-Studie Timss (Third International Mathematics and Science Study), kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: 77 Prozent der befragten Schüler sahen sich demnach Kränkungen und Mobbing durch Lehrer ausgesetzt.

60 Prozent der interviewten Eltern und 55 Prozent der Lehrer bestätigten dies. Dabei seien nur 23 Prozent Einzelfälle gewesen und von den wiederholten Verbalinjurien (64 Prozent) dauerten zwei Drittel länger als sechs Monate, etliche mehrere Jahre. Immer waren mehr jugendliche Frauen (84 Prozent) als Männer (66 Prozent) betroffen.

Laut einer Erhebung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2006, spiele Mobbing bei den 11- bis 16-Jährigen eine immer größere Rolle: Mehr als ein Drittel der Befragten habe damit schon negative Erfahrung gemacht, etwa fünf Prozent gaben an, mehrmals pro Woche schikaniert zu werden. Auch in der Klasse von Catrin Langes Sohn waren Ausdrücke wie "Vollidiot" üblich. "Wir haben eine Straftradition übernommen, die ihre Wurzeln in der Bibel hat", sagt Krumm. In einer Passage im Buch Mose werde gar die Steinigung ungehorsamer Kinder vor den Stadttoren erlaubt.

Die von der Europäischen Union (EU) 2001 in Auftrag gegebene Studie "Maßnahmen gegen die Gewalt an Schulen: Ein Bericht aus Deutschland", kommt zu dem Ergebnis, dass Untersuchungen von Lehrergewalt gegen Schüler hierzulande kaum möglich seien. Denn die Behörde, die solche Untersuchungen genehmigen müsse, sei gleichzeitig oberster Dienstherr der Lehrenden, schreiben die Autoren Mechthild Schäfer und Stefan Korn. Auch Angelika Bachmann vom Verein LOA, bestätigt dies. "Das Schulamt nimmt eine Zwitterfunktion ein - es soll Lehrern und Schülern gerecht werden, hat also eine Fürsorgepflicht für Lehrer und Schüler und fungiert als Dienstaufsicht. Das ist nicht machbar!" Erfahrungsgemäß läge allen beteiligten Dienststellen viel daran, Gewaltvorfälle, die von Lehrkräften ausgehen, zu vertuschen. "Aus Corpsgeist und um das angeschlagene Image der Lehrer nicht weiter zu beschädigen." Deshalb würden Studien kaum zugelassen, Arbeiten ignoriert und attackiert.

Vertuscht und verharmlost

Aufgerüttelt durch die Ergebnisse einer umfassenden Schülerbefragung an 191 Bremer Schulen aus dem Jahr 2003, beauftragte der Bremer Senat 2004 die Akademie für Arbeit und Politik der Uni Bremen mit einer Schulleiterbefragung zum Thema. Mehr als die Hälfte der Schüler hatte gesagt, einige oder alle Lehrer seien unfair zu ihnen gewesen. Über ein Viertel sprach von alltäglichem Hohn von Lehrern gegenüber Schülern, die Fehler bei ihren Aufgaben gemacht hatten und jeder 20. Schüler sei bereits Opfer von Gewalt geworden.

Acht Schulleiter hätten Übergriffe mit sexueller-, 13 weitere andere körperliche Gewalt von Lehrern eingeräumt, schreiben die Autoren Thomas Leithäuser und Frank Meng. "In der Regel sehen sich Schulleiter als Lehrer und stellen sich schützend vor die Kollegen", sagt Frank Meng. Dabei sei gerade Offenheit im Verhältnis zwischen Schulleiter und Lehrer entscheidend. Auch die Lehrergewerkschaft GEW sieht im "Vertuschen oder Verharmlosen" von Lehrergewalt durch Schulen oder Behörden, "keinen angemessenen Umgang mit dem Problem". Stattdessen verlange man Prävention und "vernünftige Lehr- und Lernbedingungen".

In der Beratungsstelle Gewaltprävention der Schulbehörde Hamburg, versucht Leiter Christian Böhm die "Übergriffigkeiten" der Lehrer zu erklären: "Das schaukelt sich in Stresssituationen hoch, dann wissen sich Lehrer nicht anders zu helfen und packen zu. Die sind überfordert." Komme es zur Anzeige, folgten rasch Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft, Ermahnungen und Bußgelder, auch Anti-Gewalt-Seminare oder Versetzungen.

Es sei aber auch schon vorgekommen, dass Schüler Lehrer beschuldigt hätten, um eigene Fehler zu kaschieren. "Seit langem wird behauptet, dass die Gewalt unter Schülern zunimmt, dabei nimmt sie seit zehn Jahren ab", sagt Volker Krumm. Angelika Bachmann vom Verein LOA folgert: "Es geht nicht darum, Hexenjagden zu führen und Lehrer in den Ruin zu treiben, sondern um die Aufarbeitung, auch von Schülerseite." Eine Anzeige sei oft keine Lösung, und selbst ein Geständnis könne manchen Lehrer in den Ruin treiben. Bestenfalls treffe man sich mit Schulleitung und Lehrern zu einem Gespräch um adäquate Lösungswege zur Prävention und Wiedergutmachung auszuarbeiten.

Versprechen gebrochen, sich zu entschuldigen

Im Fall von Catrin Lange und ihrem Sohn versprach der Lehrer, nach einem Gespräch mit Eltern und Schulleiter, sich bei der Klasse zu entschuldigen. Er hat es aber nie getan und unterrichtet dort noch heute. Frank Meng von der Uni Bremen rät dazu, das Tabuthema nicht direkt anzusprechen, sonst "stößt man schnell gegen eine Mauer". Besser sei es, gemeinsame Regeln und "positiv formulierte, pädagogische Paradigmen", zu entwickeln, "am besten in Lehrerteams."

Wie man Lehrern einen Ausweg aus Konfliktsituationen zeigen kann, zeigt beispielsweise das Projekt der RAA (Regionale Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule) in Brandenburg. Mittels Gesprächen mit Lehrern, Rollenspielen, dem Vergeben von Umgangsnoten oder dem lösen von Aufgaben in Gruppen, soll die Schärfe aus den Klassenzimmern weichen und der Zusammenhalt gestärkt werden. Damit die Umsetzung auch funktioniert, kommen die Mitarbeiter in die Klassen und überzeugen sich selbst davon. Einige Schüler wären gewiss dankbar für diese Hilfe.

Dachüberstand beim Gerätehaus und Mindestabstand Grenze zum Nachbarn
Ich wohne in Baden-Württemberg und plane auf meinem Grundstück einen alten Schuppen durch ein neues Gerätehaus (kein Aufenthaltsraum, keine Feuerstätte im Gebäude!) mit den Grundmaßen 3,50 m x 2,50 m und Firsthöhe von 2,21 m zu ersetzen. Da die neue Anlage etwa 60 cm in einer Geländestufe aufgestellt wird, ist die Wand gegenüber dem Nachbarn tatsächlich nur ca. 1,6 m gegenüber der OK des Gartens hoch. Es soll eine verfahrensfreie Umsetzung in einer Grenzbebauung durchgeführt werden. Auf dem Nachbargrundstück ist eine ca. 3m hohe Thuja Hecke, die geringfügig über die Grenze herüber ragt. Nun hat das geplante Gerätehaus einen umlaufenden Dachüberstand von ca. 20 cm, sodaß die Außenmasse des Fundaments etwa 20 cm von der Grundstücksgrenze entfernt ist. Damit ist sichergestellt, dass der Dachüberstand nicht mit dem Nachbargruzdstück überlappt. Wie sieht es nun entsprechend der LBO Baden-Würtenberg mit der Regelung zum Mindestabstand gegenüber der Grenze des Nachbarn aus? Ich sehe 3 Möglichkeiten: a) es gilt als Grenzbebauung. Die überhängende Thuja-Hecke stört mich nicht. b) es müssen 50 cm Mindestabstand eingehalten werden. c) der Überstand am Gerätehaus an der Grenze zum Nachbarn muss entfernt werden, damit der Aufbau als Grenzbebauung anerkannt wird. PS: Zusammen mit der Länge der Garage des Nachbarn wird eine Grenzbebauung von 9m nicht überschritten. Mit der Bitte um eine Rückmeldung, sodaß ich meinen Plan vernünftig abschließen kann. mfg
Buchtitel gesucht. Die Rückkehr ...
Der Titel des zweiten Bandes lautet "Die Rückkehr des <xyz>" Autor ist ein irischer Schriftsteller. Es geht um einen Mönch mit einem Sprachfehler. Als das Kloster von Dämonen angegriffen wird, kann er die Abwehr-Gebete, wegen seines Sprachfehlers, nicht so deutlich sprechen, wie seine Mönchsbrüder und der Geist einer Hexe geht deshalb auf ihn über. Seine Mönchsbrüder wollen ihn, um zumindest seine Seele zu retten, nun auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Mit dem Geist der Hexe und etwas Flug-Salbe gelingt ihm aber die Flucht, auf einem Besen durch die Luft reitend. Zufällig belauscht er das Gespräch einer Frau, in die er sich verliebt hat und von der er sich ebenfalls geliebt fühlt. Dabei findet er heraus, dass sie ihn nicht als Mann liebt, sondern dass sie ihn für einen solchen Trottel hält, dass er ohne ihre mütterliche Fürsorge nicht lebenstüchtig sei und dass sie sich deshalb verantwortlich fühlt ihn mit ihrer Mutterliebe zu umsorgen. Tief verletzt hängt er seine Versuche, ein guter Mensch zu sein an den Nagel, will nun böse werden und schließt zu diesem Zweck einen Packt mit dem Teufel. Um den Packt zu besiegeln muss er ein mit Blut unterschriebenes Pergament mit dem Vertragstext verschlucken. Bei der anschließenden Überfahrt nach Frankreich wird er jedoch seekrank und kotzt sich seine Seele aus dem Leib. Dabei geht auch das Pergament mit dem Teufelspackt mit über Bord. Dadurch ist er an den Packt mit dem Teufel nicht mehr gebunden, plant aber weiterhin, mit Hilfe des Teufels ein böser Mensch zu werden. Dabei stellt er sich aber jedesmal so dusselig an, dass immer etwas Gutes dabei heraus kommt. Trotz der tiefen Verletzung durch die Frau, die er liebt, kann er sie doch nicht vergessen und schmachtet ihr auch weiterhin nach. Bei einem Hexenmeister lernt er einen Liebestrank zu brauen. Was er dann auch tut. Der Trank muss sehr lange ziehen. Während also der Trank auch während einer Abwesenheit weiter zieht, dringt eine Kuh in die Höhle ein, in der der Trank gebraut wird und säuft den Trank aus. Als der Mönch in die Höhle zurück kehrt, verliebt sich die Kuh augenblicklich in ihn und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Wie heißt der Mönch, der Held dieser Geschichte, und auch titel-gebend ist. Und wer ist der irische Autor?