Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns hat bisher noch kein Go für den neuen Plan der Privatinitiative für einen Transport des vor Poel gestrandeten Wals gegeben. Die Prüfung des Konzeptes laufe und dann werde sich zeigen, ob es heute noch einen Beschluss geben könne, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) gegen Mittag.
Mehrere Fragen des Ministeriums habe das Team der Initiative zuletzt nachbearbeiten müssen - nun warte man auf Antwort, sagte Karin Walter-Mommert, die die Aktion mit finanziert. "Unsere Vorbereitungen laufen im Hintergrund weiter."
Der neue Plan sieht vor, dass eine mehr als hundert Meter lange Rinne zwischen dem im Flachwasserbereich liegenden Wal und der tieferen Fahrrinne geschaffen wird. Das Tier soll dann mit einer Art Lastkahn bis in den Atlantik transportiert werden, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. "Ich bin heute Morgen bei ihm gewesen, direkt an ihm dran", sagte Backhaus dem ZDF. "Er atmet, er hat eine gute Herzfrequenz."
Transport könnte am Sonntag anstehen
Soweit zunächst bekannt war, sollte die Rinne schon am Samstag fertig sein. Am Sonntag oder Montag soll dem mit den Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel zufolge mit der Bergung des zwölf Meter langen Tiers begonnen werden. Derzeit liegt der Wal in einer künstlich geschaffenen Kuhle - was ihn vor seinem Eigengewicht schützt, ihn aber auch am Wegschwimmen hindern würde, so er dazu noch in der Lage ist.
Nach drei Wochen an derselben Stelle war der Wal am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Von Booten aus versuchten Teammitglieder der Initiative, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das Tier aber. Aus dem Team hieß es, der Wal sei zeitweise in völlige Panik geraten. Nun soll der neue Plan greifen.
Walter Gunz will Aktion nicht stoppen
Geldgeber Walter Gunz will das Vorhaben weiter mit finanzieren. "Wie bleiben dabei und gehen den Weg bis zum Ende", sagte der Mediamarkt-Gründer. Er halte den neuen Plan für besser als die ursprünglichen und inzwischen verworfenen Ponton-Pläne. "Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, in den nächsten zwei bis drei Tagen das alles über die Bühne zu bringen."
Zur Summe, die für die Aktion bisher aufgewendet wurde, wolle er sich nicht äußern, sagte Gunz. Die Initiative wird von ihm und Karin Walter-Mommert, die im Pferdesport aktiv ist, finanziert. Die Arbeiten der Gruppe laufen seit dem 16. April.