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David Amess Tory-Abgeordneter bei Messerattacke getötet – Großbritannien unter Schock

David Amess
Der britische Tory-Abgeordnete David Amess ist nach einer Messerattacke gestorben.
© Richard Townshend / AFP
Nach einem Messerangriff bei einer Bürgersprechstunde der britische Tory-Abgeordnete David Amess seinen Verletzungen erlegen. Die Polizei nahm einen 25-Jährigen wegen Mordverdachts fest.

Der britische Abgeordnete David Amess ist bei einer Messerattacke in seinem Wahlkreis getötet worden. Das bestätigte die Polizei in der englischen Grafschaft Essex am Freitag. Der mutmaßliche Angreifer, ein 25-jähriger Mann, sei wegen Mordverdachts festgenommen worden. Am Tatort wurde nach Angaben der Ermittler ein Messer sichergestellt.

Zuerst hatten britische Medien berichtet, dass es sich um den 69-jährigen Abgeordneten der konservativen Tory-Partei handelte, der bereits seit 1983 im britischen Unterhaus saß. Die Attacke ereignete sich bei einer wöchentlichen öffentlichen Bürgersprechstunde in einer Methodisten-Kirche in der Kleinstadt östlich von London. 

Die örtliche Polizei erklärte, sie sei gegen Mittag wegen des Messerangriffs alarmiert worden. Sie habe vor Ort einen Verdächtigen festgenommen und suche keine weiteren Täter. Das Opfer der Attacke sei von Notärzten vor Ort versorgt worden, bevor es seinen Verletzungen erlegen sei.

Tat weckt Erinnerungen an Attacke auf Jo Cox 

Verkehrsminister Grant Shapps würdigte Amess als "einen engagierten, umsichtigen Mann und einen wahren Parlamentarier". Er sei getötet worden, "während er den Wählern diente, für die er während seiner gesamten Karriere unermüdlich arbeitete". Oppositionsführer und Labour-Chef Keir Starmer nannte die Nachricht vom Tod des Abgeordneten "entsetzlich und zutiefst schockierend".

Das Attentat weckt Erinnerungen an die Messerattacke auf die Labour-Abgeordnete Jo Cox, die 2016 im Vorfeld des Brexit-Referendums von einem Rechtsextremen ermordet worden war. Cox' Witwer bezeichnete den Angriff auf Amess als "so feige wie es nur geht".

Der Labour-Abgeordnete Stephen Timms, der 2010 selbst einen schweren Messerangriff überlebte, zeigte sich von der Attacke "entsetzt". Der frühere Vorsitzende der Konservativen, Iain Duncan Smith, äußerte sich besorgt über das Sicherheitsrisiko bei den Abgeordneten-Sprechstunden. Sicherheitsvorkehrungen, "die manchmal empfohlen werden", seien dort nicht möglich, schrieb er auf Twitter.

Auch der britische Premierminister Boris Johnson zeigte sich tief betroffen. Die Herzen aller seien erfüllt von "Schock und Traurigkeit" über den Tod seines 69-Jährigen Parteifreunds, so Johnson am Freitag zu Reportern. Amess sei einer der "liebenswertesten und freundlichsten Menschen in der Politik" gewesen, so der Premier weiter. Zu den möglichen Hintergründen der Tat äußerte sich Johnson nicht. "Unsere Gedanken sind sehr mit seiner Familie, seiner Frau und seinen Kindern und für alles Weitere müssen wir die Polizei ihre Ermittlungen machen lassen", fuhr Johnson fort.

les AFP

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