Bei den anstehenden Temperaturen von bis zu 30 Grad (sehen Sie hier die Vorhersage für Pfingsten) hatten wohl viele Menschen in Niedersachsen fest eingeplant, übers Wochenende den Pool aufzubauen und sich im Wasser abzukühlen. Doch von diesen Plänen rät ihr Umweltminister Christian Meyer ab, zu niedrig sind die Grundwasserstände im Land. „Unsere Gewässer und Flüsse werden immer trockener. Grundwasser, das mehr als 80 Prozent unseres Trinkwassers liefert, wird immer knapper“, so der Grünen-Politiker in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.
Trotz viel Regen ist das Wasser knapp
In einem Online-Portal des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) werden die Grundwasserstände des Landes erfasst. Hier informieren die Messstellen täglich über den aktuellen Stand des Grundwassers. Das NLWKN verfügt in ganz Niedersachsen über mehr als 1000 Grundwassermessstellen, im Portal werden 161 angezeigt. Manfred Böhling, Sprecher des Umweltministerium, sagt im Gespräch mit RTL, dass rund 90 Messstellen davon unter dem Normalstand sind. Bei zehn Messstellen ist laut Online-Portal sogar ein Rekordtief erreicht.
Viele Messstellen im Land weisen trotz des vielen Regens im Mai einen niedrigen Wasserstand auf. „Wenn es jetzt immer wärmer, immer trockener wird, muss tatsächlich Wasser wieder gespart werden“, so Böhling. Es sei davon auszugehen, dass es auch in diesem Sommer wieder lange Dürrephasen geben wird. Eine Folge sei dann, dass Kommunen Verbote erlassen und die Wassernutzung einschränken.
Dabei geht es dem Ministerium zufolge sowohl um die Bewässerung in der Landwirtschaft als auch um Privatpersonen: „Bei den Privatleuten appellieren wir ganz klar: Wenn es jetzt immer wärmer, immer trockener wird, sich zu überlegen: Wo muss ich eigentlich Wasser nutzen, kann ich nicht darauf verzichten, den privaten Pool zu befüllen? Kann ich auf das Bewässern des Gartens womöglich verzichten oder kann ich dafür Regenwasser nutzen?“, so der Sprecher von Minister Meyer.
Wasserknappheit in Deutschland
Nicht nur in Niedersachsen sind niedrige Grundwasserstände ein Problem. Wasser in Deutschland wird insgesamt knapper. Laut einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Geoforschung fehlten zum Ende des Jahres 2025 rund 25 Milliarden Tonnen Wasser im Vergleich zum Mittel seit 2002. Der Grund sei 18 Prozent weniger Regen im Vergleich zum Durchschnitt. Außerdem führten hohe Temperaturen zu mehr Verdunstung. Dadurch konnte weniger Wasser gespeichert werden.
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