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Günter Verheugen: Liebevolle Beförderung

EU-Kommissar Günter Verheugen wurde fotografiert, wie er im Urlaub mit seiner Kabinettschefin Händchen hielt. Beide dementieren jedoch, eine Liebesaffäre miteinander zu haben. Und Verheugens Ehefrau scheint die Geschichte auch nicht zu stören.

EU-Kommissar und SPD-Politiker Günter Verheugen kommt nicht aus den Schlagzeilen. Erst kritisierte er das Verhältnis zwischen den EU-Kommissaren und ihren Beamten. In einem umstrittenen Interview in der Süddeutschen Zeitung beklagte er, dass der Beamtenapparat zu mächtig geworden sei und Entscheidungen über die Köpfe der Kommissare beschlossen würden.

Dann sorgte er für Wirbel, als er die 48-jährige Ökonomin Petra Erler im April zu seiner Kabinettschefin ernannte. Die FAZ warf ihm "mutmaßliche Günstlingswirtschaft" vor, Verheugen wies die Anschuldigungen zurück. Wochenlang kursierten Gerüchte über eine Liebesaffäre der beiden. Verheugen dementierte, Erler auch. "Bei meiner Ernennung und zum heutigen Zeitpunkt verbindet mich mit meinem Chef keine über die Freundschaft hinausgehende Beziehung", sagte sie dem Focus.

"Spekulationen weise ich zurück"

Dennoch fuhren die beiden gemeinsam zwei Wochen nach Litauen in Urlaub - ohne Verheugens Frau Gabriele. Und wurden fotografiert, wie sie Hand in Hand durch die Hafenstadt Klaipeda bummelten. Der Focus druckte das Bild ab. Ehefrau Gabriele scheint das alles nicht zu stören: "Das sind alte Kamellen. Ich wusste, dass mein Mann diesen Urlaub macht", quittierte sie die Gerüchte in der Bild. Sowohl Verheugen als auch Erler verneinen weiter eine Affäre und bestehen darauf, dass ihre Ferienaktivitäten rein privat seien. "Damit verbundene Spekulationen weise ich zurück!", zitiert die Bild Verheugen.

Der 62-jährige Verheugen verliere durch die Fotografien noch weiter an Glaubwürdigkeit, schreibt der Focus. "Wenn ein Beamter einen Interessenskonflikt wie Herr Verheugen hätte, dürfte er über so eine Beförderung nicht entscheiden", beschwert sich die CDU-Haushaltsexpertin Inge Gräßle über die Ernennung Erlers. Berliner Regierungskreise erwarten unterdessen, dass "Herr Verheugen alles tut, um den Vorgang aufzuklären".

son