HOME

IW-Bildungsmonitor 2010: Sachsens Schüler - die Speerspitze fürs Wirtschaftswachstum

Büffeln für das Bruttosozialprodukt: Im Bildungsmonitor 2010 geht es darum, ob und wie das Bildungssystem eines Bundeslandes zu mehr Wirtschaftswachstum beiträgt. Erwartungsgemäß liegen Länder mit technischen und naturwissenschaftlichen Schwerpunkten vorn.

Im Vergleich der Bildungssysteme in Deutschland hat Sachsen weiter die Nase vorn. Das kleine Bundesland landete auf Platz eins des "Bildungsmonitors 2010", der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Platz zwei belegte Thüringen, knapp gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. Berlin landete abgeschlagen auf dem letzten Platz. Der "Bildungsmonitor" basiert auf einer Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Der zum siebten Mal veröffentlichte Bildungsmonitor bewertet anhand von 111 Indikatoren, ob und wie das Bildungssystem eines Bundeslandes zu mehr Wirtschaftswachstum beiträgt. Sachsen lag auch im vergangenen Jahr vorn, damals folgten - wie in diesem Jahr - Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern, zum Schluss Berlin.

"Sachsen und Thüringen belegen die Spitzenplätze, weil sie viel in den so genannten MINT-Wissenschaften leisten, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik", erklärte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Beide Länder hätten die durch gesunkene Schülerzahlen frei gewordenen Mittel im Bildungssystem belassen. Dadurch sei trotz knapper Kassen pro Kopf mehr Geld in Bildung und bessere Betreuungsbedingungen investiert worden.

Bildungsausgaben deutlich gestiegen

"Baden-Württemberg und Bayern schneiden so gut ab, weil sie Jugendlichen die besten Chancen für einen erfolgreichen Start in den Arbeitsmarkt bieten", sagte Pellengahr. Insgesamt bescheinige die Studie jedoch allen Bundesländern bildungsökonomische Fortschritte. "Sie weisen ausnahmslos bessere Bedingungen für die Förderung von Wachstum und Beschäftigung auf als noch im Jahr zuvor", sagte Pellengahr. Diese Fortschritte seien aber in den meisten Ländern geringer als in den Vorjahren. Die Bildungsausgaben je Schüler haben sich der Studie zufolge an den allgemeinbildenden Schulen seit dem Jahr 2000 von 4.600 auf 5.400 Euro erhöht.

APN / APN