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Kalter Winter mit Frost und Schnee: Das Eisschrank-Wetter bleibt bis März

Schlechte Nachrichten für Frostbeulen, gute für Rodler: Die Kälte ist gekommen, um zu bleiben. Meteorologen sehen einen erneuten Rekordwinter mit klirrenden Temperaturen voraus.

Von David Bedürftig

Heute erst beginnt der meteorologische Winter, der astronomische sogar erst am 22. Dezember. Doch schon seit Tagen herrschen in ganz Deutschland winterliche Temperaturen. Bis auf minus 20 Grad waren die Werte in Oberstdorf Montagnacht gesunken. Vergangene Nacht zitterten die Oderwitzer in Sachsen bei minus 16 Grad, Berlin fühlte sich bei minus 10 Grad auch schon wieder an den harten letzten Winter erinnert. Im Osten und Süden staunt man über Neuschnee, in München mussten am Mittwoch schneebedingt 250 Flüge ausfallen. Nördlich von Lübeck in Schleswig-Holstein ist ein etwa 20 Kilometer breiter Streifen im tiefsten Winter versunken. Die Schule fällt dort aus, Busse fahren nicht, es gab zahlreiche Unfälle, auf der Autobahn geht gar nichts mehr.

Und es geht so weiter: Heute sollen in weiten Teilen Deutschlands bis zu 20 Zentimeter hinzukommen. Auch in den kommenden Tagen bleibt es kalt. Eine Kaltfront hat das Land - wie auch große Teile Europas - fest im Griff. In der sehr amtlichen Sprache des Deutschen Wetterdienstes (DWD) klingt das so: Ein ostwärts abziehendes Tiefdruckgebiet soll in der Mitte und im Norden Deutschlands für starke Schneefälle und Schneeverwehungen sorgen. Dauerfrost und stürmische Böen halten an.

Kurzfristige Aussicht: eisige Kälte

Aber wie lange? Zeichnet sich schon jetzt ab, dass auch dieser Winter frostig wird - so wie es der vergangene war?

Für den DWD steht jedenfalls schon mal fest: "Es bleibt kalt." Mittwoch, Donnerstag und Freitag liegen die Höchstwerte tagsüber teilweise nur bei minus 10 Grad. Nachts können die Temperaturen auf bis zu minus 25 Grad rutschen. Deutschland unterbietet damit sogar Skandinavien, Kanada und Sibirien. "Am Mittwoch und Donnerstag erwarten wir Windgeschwindigkeiten in Böen bis zu 60 Stundenkilometer. Damit empfinden wir die Höchstwerte verbreitet wie minus 30 bis minus 40 Grad", sagt Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net in Wiesbaden. Wer sich dann nicht richtig winterfest anzieht, der riskiert im schlimmsten Fall Erfrierungen.

Bibbern bleibt Programm - Jahrhundertkälte im Dezember

Wer lediglich auf ein paar kurzweilige weiße Wintertage hofft, liegt weit daneben. Jung sieht voraus, dass die aktuellen kalten Tage nur der frostige Vorbote sind. "Besonders kalt", so Jung, "wird es im Nordosten. Dort könnte die kommende Kälte für die Jahreszeit einen neuen Jahrhundertrekord aufstellen. Die Temperaturen werden im Schnitt etwas unter den Werten aus letztem Winter liegen."

Eine echte Wettervorhersage ist nur für maximal zehn Tage möglich. Meteorologen können aber Trends bestimmen. Und das tut Spezialist Jung, wenn er sagt: Bis Weihnachten bleibt es kalt mit reichlich Schnee. Auf eine kurze Tauwetterphase, die bis Anfang Januar andauert, folgt ein frostiger Januar mit weniger Schnee. Den soll es dann wieder im Februar geben. Jungs Prognose zeichnet einen eisigen Trend: "Ähnlich wie letztes Jahr sind zweistellige Plustemperaturen erst Ende März zu erwarten." Kurz gesagt: Schnee, Eis und kalte Glieder sogar bis tief in den März hinein. Das morgendliche Frösteln auf dem Weg zur Arbeit bleibt also in den nächsten Wochen eine unangenehme Begleiterscheinung - abends hilft wenigstens im Dezember ein Umweg über den Weihnachtsmarkt, um sich mit heißem Glühwein aufzuwärmen.