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Kanada: 145-facher Vater und Ex-Bischof wegen Polygamie verurteilt

Winston Blackmore war jahrelang Bischof einer Mormonen-Sekte und soll 24 Frauen geheiratet haben. Ein Gericht in Kanada sprach ihn nun der Polygamie schuldig. Blackmore selbst ist sich keiner Schuld bewusst.

Winston Blackmore erscheint zum Gerichtstermin in Cranbrook, Kanada.

Winston Blackmore wurde zusammen mit einem weiteren ehemaligen Bischof der Mormonen-Gemeinde verurteilt

Ein Gericht in Kanada hat zwei Ex-Bischöfe einer Mormonen-Sekte der Polygamie für schuldig befunden. Winston Blackmore soll 24 Frauen geheiratet haben, James Oler fünf, wie der Sender CBC am Montag unter Berufung auf das Oberste Gericht in der westlichen Provinz British Columbia berichtete.

Demnach soll Blackmore mehr als 145 Kinder gezeugt haben. Beide Männer sind Angehörige der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (FLDS).

Die Vielehe ist in Kanada verboten. Den beiden Männern drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Ein Termin für die Verkündung des Strafmaßes stand zunächst nicht fest.

Winston Blackmore bringt Kanada in Bedrängnis

Beide Männer bekennen sich zur Vielehe. Seine einzige Schuld bestehe darin, seine Religion auszuüben, sagte Blackmore Reportern - "das habe ich nie bestritten". Einem Bericht des "Star" zufolge strebt Blackmores Anwalt, Blair Suffredine, eine Verfassungsklage an. Sein Klient verglich den Fall mit der Situation homosexueller Paare. Auch die Homo-Ehe sei in der Vergangenheit illegal gewesen, sagte Blackmore.

Winston Blackmore mit sechs seiner Töchter und einigen Enkelkindern

Eine Aufnahme aus dem Jahre 2008 zeigt Winston Blackmore mit einigen seiner Töchter und Enkelkindern.

Der Fall ist von großer Bedeutung für die Ausübung der Religionsfreiheit in Kanada. Die kanadischen Behörden haben die Sekte bereits seit den 90er Jahren im Visier, konnten aber wegen juristischer Unklarheiten zunächst nicht gegen die Polygamisten vorgehen. Das Gericht klärte 2011, dass das Verbot der Vielehe rechtmäßig sei und nicht mit der Religionsfreiheit im Konflikt stehe.

sve / DPA