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Katalonien: Stierkampf droht das Aus

In Katalonien hat eine Bürgerinitiative erfolgreich gegen den Stierkampf mobil gemacht. Das katalanische Parlament brachte einen Gesetzentwurf auf den Weg, der dem blutigen Spektakel ein Ende bereiten soll. Das Ergebnis könnte für Tierschützer in ganz Spanien ein Signal sein.

Ein Gesetzentwurf zum Verbot von Stierkämpfen in der spanischen Region Katalonien hat am Freitag die erste Hürde im Regionalparlament genommen. Die Abgeordneten votierten mit 67 zu 59 Stimmen bei drei Enthaltungen für die Annahme eines entsprechenden Volksbegehrens. Damit das Verbot wirksam werden kann, muss das Gesuch nun noch von den Ausschüssen des Parlaments in einen Gesetzestext umgewandelt und den Abgeordneten erneut zur Abstimmung vorgelegt werden.

Eine Bürgerinitiative hatte 180.000 Unterschriften gesammelt - 130.000 mehr als benötigt wurden -, um Artikel 6 des Legislativen Dekrets 2/2008 zum Tierschutz zu ändern. Zwar verbietet die 2008 beschlossene Norm schon jetzt das Quälen und Töten von Tieren. Der Stierkampf ist davon bisher allerdings ausgeschlossen.

Katalonien ist mit 7,4 Millionen Einwohnern die wirtschaftsstärkste Region in Spanien. Der Stierkampf hat dort in den vergangenen Jahrzehnten stark an Bedeutung verloren. Das Referendum wird als politisch motiviert gesehen: Katalonien verfügt seit 2006 über eine weitgehende Autonomie, und viele lehnen traditionell spanische Symbole ab, zu denen auch der Stierkampf gehört.

Das Volksbegehren dürfte Tierschützer in anderen Regionen auf der iberischen Halbinsel ermuntern, weiter gegen das blutige Spektakel vorzugehen. Schon jetzt interessieren sich laut Umfragen nur noch 30 Prozent der Spanier für den Stierkampf. Bei den Jüngeren ist das Interesse noch viel geringer. 80 Gemeinden in Spanien haben sich bereits zu stierkampffreien Zonen erklärt.

DPA/AFP/mre / DPA