Kerosinkrise
Flughafenverband warnt vor Millionen Flugstreichungen

Eine Maschine der Eurowings wird am Flughafen Düsseldorf betankt
Eine Maschine der Eurowings wird am Flughafen Düsseldorf betankt – das kostet seit dem Irankrieg deutlich mehr
© IMAGO/Jochen Tack

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Angesichts drohender Lücken in der Versorgung mit Kerosin könnten Flüge laut dem Flughafenverband teurer werden – oder ganz ausfallen. Welche Verbindungen gefährdet sind.

Die deutschen Flughäfen rechnen wegen der anhaltenden Kerosinkrise im Sommer mit Flugstreichungen, die bis zu 20 Millionen Passagiere betreffen könnten. Im schlimmsten Fall drohe an manchen Flughäfen „ein Kapazitätseinbruch von zehn Prozent“, sagte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), der „Welt am Sonntag“ (Samstag). „Hochgerechnet auf alle Flughäfen wären 20 Millionen Fluggäste betroffen“, betonte er.

„Es ist zu befürchten, dass vor allem bei Low-Cost-Airlines und touristisch weniger bedeutsamen Destinationen weitere Flüge gestrichen werden“, sagte der ADV-Geschäftsführer. Einige Ziele würden dann gar nicht mehr angeflogen, andere seltener und zu höheren Preisen.

Infolge der wegen des Iran-Kriegs gestörten Öltransporte durch die Straße von Hormus schnellten die Preise für den Flugtreibstoff Kerosin in die Höhe. Einige Airlines sagten deswegen bereits Flüge ab.

Airlines streichen Flüge wegen zu hoher Kosten

Nach Einschätzung des Flughafenverbands drohen Flugausfälle nicht erst bei einer physischen Mangellage, sondern bereits vorher aufgrund der hohen Treibstoffkosten. „Die Kerosinpreise sind seit mehr als zwei Monaten doppelt so hoch wie vor dem Krieg. Wir rechnen auch in den kommenden Monaten nicht mit einer Normalisierung“, sagte Beisel. „Auch wenn Kerosin verfügbar ist, werden Airlines viele Flüge zu diesen Preisen nicht wirtschaftlich durchführen können.“

Zur Abmilderung der Folgen der Kerosinkrise fordern die Flughäfen staatliche Erleichterungen. „Kurzfristig braucht es eine Aussetzung der Luftverkehrssteuer, mittelfristig zumindest eine Halbierung“, forderte Beisel.

Die Luftverkehrssteuer in Deutschland zählt zu den höchsten in Europa und stellt dem ADV zufolge eine erhebliche Belastung für den Luftfahrtstandort Deutschland dar.

AFP · DPA
jum

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