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Kundus-Angriff: Hinterbliebene haben keinen Anspruch auf Entschädigung

Mehr als 100 Menschen starben bei dem vom deutschen Oberst Klein befohlenen Angriff auf zwei Tanklastwagen in Afghanistan. Ein Gericht hat die Schadenersatzklage der Hinterbliebenen erneut abgewiesen.

Ein afghanischer Polizist steht vor einem der Tanklastzüge, die bei dem Angriff 2009 ausbrannten

Ein afghanischer Polizist steht vor einem der Tanklastzüge, die bei dem Angriff 2009 ausbrannten

Afghanische Opfer des tödlichen Nato-Luftangriffs von Kundus sind mit ihren Schadenersatzklagen gegen die Bundesrepublik erneut gescheitert. Mehr als fünfeinhalb Jahre nach dem Bombardement mit vielen zivilen Opfern wies das Oberlandesgericht (OLG) Köln die Berufung zweier Hinterbliebener gegen ein Urteil des Bonner Landgerichts zurück, das die Klagen im Dezember 2013 abgewiesen hatte. Der Bonner Richterspruch sei "nicht zu beanstanden", sagte die Vorsitzende OLG-Richterin Uta Statthalter.

In dem Zivilverfahren ging es um Geldforderungen eines Vaters von zwei mutmaßlich bei dem Luftschlag getöteten Kindern sowie einer Witwe und Mutter von sechs Kindern. Der Mann forderte 40.000 Euro, die Frau 50.000 Euro von der Bundesrepublik. Bei dem Nato-Luftangriff in der Nacht zum 4. September 2009 waren mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Zivilisten. Als freiwillige Leistung hatte die Bundesrepublik Deutschland an die Familien von 90 Opfern jeweils 5000 US-Dollar (4470 Euro) gezahlt.

Das nächtliche Bombardement hatte der damalige Bundeswehr-Oberst Georg Klein als Kommandeur in Kundus veranlasst. Hintergrund war die Kaperung zweier Tanklaster durch Taliban nahe dem deutschen Feldlager in Kundus. Auf die entsprechende Anforderung der Bundeswehr griffen US-Kampfflugzeuge die Tanklaster an.

Das Bonner Landgericht hatte in erster Instanz entschieden, den an der tödlichen Militäraktion beteiligten Soldaten sei "keine schuldhafte Amtspflichtverletzung" vorzuwerfen. So habe ein militärischer Informant in insgesamt sieben Telefonaten vor dem Luftanschlag jeweils versichert, dass sich bei den Tanklastern keine Zivilisten aufhielten.

AFP / AFP