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Kurzbesuch im verstrahlten Gebiet: Fukushima-Opfer holen ihr Hab und Gut

Vom alten Leben bleibt eine Plastiktüte. Mehr durften die frühere Einwohner der Sperrzone um das AKW Fukushima nicht mitnehmen. Am Montag hatte ihnen die japanischen Behörden erlaubt, für zwei Stunden in ihre verstrahlten Häuser zurückzukehren.

Knapp hundert frühere Einwohner aus der Sperrzone um das beschädigte japanische Atomkraftwerk Fukushima sind am Dienstag kurzzeitig in ihre Häuser zurückgekehrt. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so aufgeregt sein würde, in mein Haus zurückzugehen", sagte ein Einwohner des Ortes Kawauchi dem Fernsehsender Asahi. In Schutzkleidung und mit Strahlenmessgeräten und Funkgeräten ausgestattet durften die Menschen für zwei Stunden in ihre Häuser gehen, um persönliche Dinge zu holen. Es war der erste organisierte Besuch in dem verstrahlten Gebiet seit die Regierung nach dem schweren Erdbeben und Tsunami vom 11. März eine 20-Kilometer-Sperrzone um das stark beschädigte Akw einrichtete.

Die 95 Bewohner, die ihre Häuser aufsuchen durften, hatten vor dem Besuch Übungen in den Notunterkünften absolviert, wie sie sich während des Aufenthalts in der Sperrzone zu verhalten haben. Verboten war bespielsweise, Haustiere oder Nahrungsmittel mitzunehmen. Zudem musste alles vermieden werden, womit die Schutzkleidung beschädigt werden könnte. Jeder Bewohner durfte eine kleine Plastiktüte mit persönlichen Dingen wie Familienfotos, Geld und Bankunterlagen füllen. Nach dem Besuch in der Sperrzone sollten die Menschen wieder zurück in die Notunterkünfte gebracht werden.

AFP / AFP
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