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Landgericht Frankfurt: Ferrero-Erpresser zu fast vierjähriger Haftstrafe verurteilt

Der Erpresser des Süßwarenherstellers Ferrero muss drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Dieses Urteil verhängte das Landgericht in Frankfurt am Main am Donnerstag. Der 56-Jährige hatte im Herbst 2008 versucht, eine knappe Million Euro von dem Unternehmen zu erpressen.

Wegen der versuchten Erpressung des Süßwarenherstellers Ferrero ist ein Gastwirt aus dem Sauerland am Donnerstag zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt berücksichtigte in seinem Urteil das zu Prozessbeginn abgelegte Geständnis des 56-Jährigen. Der Mann hatte Geldprobleme als Motiv angegeben. Er habe seine gesamte Altersversorgung an einen Betrüger verloren. Der Mann hatte eingeräumt, im November 2008 ein Päckchen mit vergifteten Ferrero- Produkten an die Geschäftsführung geschickt zu haben.

Die Pralinen und die Nougat-Creme enthielten das Schädlingsbekämpfungsmittel Schneckenkorn, das in dieser Dosis allerdings keine lebensgefährlichen Auswirkungen gehabt hätte.

Gleichwohl ging die Firmenleitung zum Schein auf die Forderung des Erpressers ein, 850 000 Euro in einem Kleingartengelände in Lünen an der Lippe zu vergraben. In einem weiteren Erpresserschreiben forderte der Mann schließlich sogar 950 000 Euro. Kurze Zeit später wurde er jedoch festgenommen, als er gerade in einem Internet-Café eine Erpresser-Mail verfasste.

Trotz des Geständnisses und eines Entschuldigungsbriefes an Ferrero verhängte die Strafkammer keine Bewährungsstrafe, wie von der Verteidigung gefordert. Schon wegen der abschreckenden Wirkung auf Nachahmer müsse eine fühlbare Haftstrafe ausgesprochen werden, sagte die Vorsitzende Richterin. Im Strafmaß blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die viereinhalb Jahre Haft beantragt hatte.

DPA/APD / DPA