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Letzter Flug des Space Shuttles Abgedockt - "Atlantis" nimmt Kurs auf die Erde


Es war ein emotionaler Moment: Die vier "Atlantis"-Astronauten verabschiedeten sich von der Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS). Das Space Shuttle dockte vor der Kulisse eines Weltraum-Sonnenaufgangs ab und flog in Richtung Erde. Nach seiner Rückkehr wird NASA sein Space-Shuttle-Programm einstellen.

Der Countdown für das Ende der Space-Shuttle-Ära läuft: Mehr als 30 Jahre nach Beginn des Shuttle-Programms der NASA begann die US-Raumfähre "Atlantis" am Dienstag ihren letzten Rückflug zur Erde. Nach Angaben der NASA dockte das Space Shuttle um 08.28 Uhr MESZ am Dienstagmorgen rund 350 Kilometer über dem Pazifischen Ozean von der ISS ab, um den Rückweg zur Erde anzutreten. Die vier Besatzungsmitglieder - drei Männer und eine Frau - waren am 8. Juli gestartet und hatten Lebensmittel, Ausrüstungsgegenstände und Ersatzteile zur ISS gebracht. Auch ein letzter Weltraumspaziergang zählte zum Programm. Am Donnerstag um 11.58 Uhr soll die "Atlantis" auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida landen.

Die Rückkehr bedeutet gleichzeitig das Ende des Shuttle-Programms der US-Raumfahrt. Entsprechend emotional war der Abschied, bei dem jeder Schritt ein letztes Mal vorgenommen wurde. "Wir schließen diese Klappe und auch ein Kapitel in der Geschichte unserer Nation", sagte der ISS-Flugingenieur Ronald Garan, als am Montag um 16.28 Uhr MESZ die Luken des Space Shuttles geschlossen wurden. Anschließend platzierten die Astronauten die US-Flagge auf der Rampe, die den Shuttle mit der ISS verbindet. Es war dieselbe Flagge, die am 12. April 1981 die erste Shuttle-Mission ins All begleitet hatte.

"Vielen Dank, dass Ihr uns empfangen habt. Es ist eine großartige Station und es war eine große Freude", sagte "Atlantis"-Kommandant Chris Ferguson der ISS-Besatzung zum Abschied. Am Boden würdigte NASA-Flugdirektor Dan Tani die Arbeit der letzten "Atlantis"-Besatzung. "Wir sind stolz auf Euch, stolz auf die NASA, stolz auf unsere Nation", sagte er.

Vor dem Abflug inspizierte die "Atlantis"-Besatzung noch den Hitzeschild, indem sie mithilfe eines Roboterarms Fotos von der Außenhaut der Raumfähre machte. Im Februar 2003 war die US-Raumfähre "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wegen eines beschädigten Hitzeschilds verglüht, sieben Astronauten starben.

Die "Atlantis" ist die Raumfähre aus der NASA-Flotte, die am längsten gedient hat. Insgesamt 37 Flüge zur ISS absolvierte der Shuttle. Die NASA-Shuttle-Flotte zählte einst fünf Raumfähren. Neben der "Columbia" wurde jedoch auch die "Challenger" bei einem Unglück zerstört: Sie explodierte 1986 kurz nach dem Start, die siebenköpfige Besatzung kam ums Leben. Die "Atlantis" sowie die Shuttles "Endeavour" und "Discovery", die in den vergangenen Monaten ebenfalls ihre letzten Flüge absolviert hatten, sollen künftig in Museen ausgestellt werden.

Nach dem Ende der Shuttle-Ära werden US-Astronauten vorerst auf die russischen Sojus-Raketen angewiesen sein, um zur ISS zu kommen. US-Präsident Barack Obama hatte wegen Sparzwängen entschieden, das teure Shuttle-Programm einzustellen. Die insgesamt 135 Flüge der Raumfähren kosteten durchschnittlich jeweils 450 Millionen Dollar. Erst 2015 soll eine neue US-Raumfähre, an der die NASA derzeit in Zusammenarbeit mit einer privaten Firma arbeitet, einsatzbereit sein. Obama strich auch das "Constellation"-Programm, das bis 2020 eine Mond-Mission vorbereiten sollte. Um die bemannte Raumfahrt aufrecht zu erhalten, erwägt die NASA kommerzielle Weltraumflüge.

liri/AFP AFP

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