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Makaberer Protest: US-Kleinstadt wählt Toten zum Bürgermeister

Barbara Brock ist - besser gesagt war - Bürgermeisterin von Tracy City. Und nicht sonderlich beliebt in der Kleinstadt im US-Bundesstaat Tennessee, wie sie nun schmerzlich zu spüren bekam: Bei ihrer erhofften Wiederwahl unterlag sie ihrem Herausforderer deutlich - obwohl der längst tot war.

Aus Unzufriedenheit über die Amtsinhaberin hat eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Tennessee einen vor wenigen Wochen gestorbenen Kandidaten zum Stadtoberhaupt gewählt. Carl Robin Geary, Herausforderer von Bürgermeisterin Barbara Brock in Tracy City, war Anfang März einem Herzinfarkt erlegen. Brock unterlag dem Toten deutlich mit 85 zu 268 Stimmen, wie die Lokalzeitung "Chattanooga Times" berichtet. Auf die Frage eines Reporters, wie sie es finde, bei der Wahl gegen einen Toten den Kürzeren gezogen zu haben, antwortete sie: "Ich lebe!"

Nachdem bereits ihr Vorgänger an einem Infarkt gestorben war, hatte sie den Bürgermeisterposten kommissarisch übernommen und sogleich einen politischen Modernisierungskurs eingeschlagen. Dies sei vielen Alteingesessenen gegen den Strich gegangen, sagte sie dem Blatt. "Die Leute haben für einen toten Mann gestimmt, weil sie mich nur so loswerden können."

Der Protest hatte sich bei der Beerdigung Gearys formiert: Ein Mitglied der Trauergemeinde stellte plötzlich ein Wahlplakat mit dem Namen des Toten zwischen die Blumengebinde. "Nun hat mein verstorbener Mann das erreicht, was er immer wollte: Er ist Bürgermeister dieser Stadt", sagte die Witwe der Zeitung.

DPA / DPA
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