HOME

"Maybrit Illner" zum Germanwings-Absturz: "Halte es für voreilig, jetzt schon von Suizid zu sprechen"

Für viele gilt der Absturz des Germanwings-Airbus bereits als aufgeklärt. In der Talkshow von Maybrit Illner warnten die Gäste vor voreiligen Schlüssen. Ein Journalist stellte eine gewagte These auf.

Moderatorin Maybrit Illner und ihre Gäste am 27. März

Moderatorin Maybrit Illner und ihre Gäste am 27. März

Den Absturz von Germanwings-Flug 4U 9525 führte Copilot Andreas L. nach Angaben des Staatsanwaltes in Marseille, Brice Robin, vermutlich mit Asbicht herbei. Für viele gilt das Unglück mit dieser Angabe als weitgehend aufgeklärt - doch einige Stimmen warnen davor, voreilige Schlüsse zu ziehen.

Auch wenn die französische Staatsanwaltschaft behaupte, der Copilot habe die Maschine vorsätzlich zum Absturz gebracht, heiße das "noch lange nicht, dass es wirklich definitiv so ist", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Viele Staatsanwaltschaften hätten "schon viel in die Welt gesetzt", viele Urteile hätten aber am Ende ganz anders ausgesehen, sagte Ramsauer. Auch mit Rücksicht auf die Angehörigen sei Besonnenheit gefragt.

Schaden von Airbus fernhalten?

Das Vorstandsmitglied der Pilotenvereinigung Cockpit, Markus Wahl, riet in der Sendung ebenfalls, die Untersuchungen abzuwarten. Erst dann könne bewertet werden, ob es wirklich das "Drama" gewesen sei, von dem im Moment alle ausgingen.

Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth ging sogar noch weiter: "Es gab früher Fälle, in denen Staatsanwaltschaften möglichst Schaden von Airbus fernhalten wollten", sagte er einem Bericht der "Welt" zufolge. Demzufolge ruderte er jedoch schnell wieder zurück. Er sei nicht der Meinung, dass es in diesem Fall ebenfalls so sein müsse, stellte aber klar: "Ich halte es für voreilig, jetzt schon von einem Suizid zu sprechen."

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Copilot die Tür zum Cockpit verschlossen, nachdem der Pilot aufgestanden war und das Cockpit verlassen hatte. Anschließend habe der Copilot bewusst den Sinkflug eingeleitet. "Es kann nur eine bewusste Handlung gewesen sein", sagte Robin Brice.

kis/DPA / DPA