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Hawaiian Airlines: Dicker Rauch in der Kabine: Neuer Airbus muss in Honolulu notlanden

Bange Minuten für 191 Menschen an Bord: Auf einem Flug nach Hawaii ist es zu starker Rauchentwicklung in der Kabine gekommen. Die Maschine vom Typ Airbus A321neo war nur wenige Monate alt.

Airbus A321neo beim Start

Ein Airbus A321neo mit den neuen, großen Triebwerk von Hawaiian Airlines beim Start. Eine Maschine diesen Typs musste in Honolulu notlanden.

Einige Passagiere konnten fast die eigene Hand vor ihren Augen nicht mehr sehen: Vor wenigen Tagen hatten sich dicker Qualm und ein ätzender Geruch am Ende des mehr als fünfstündigen Fluges von Oakland bei San Francisco nach Honolulu auf Hawaii in der Kabine ausgebreitet.

Zwanzig Minuten vor der geplanten Landung des Fluges von Hawaiian Airlines mit dem Nummer 47 meldeten die Cockpit-Crew der Flugüberwachung des Zielflughafens einen Notfall und baten um eine bevorzugte Behandlung. "Die Besatzung teilte mit, sie beabsichtige noch auf der Landebahn anzuhalten und das Flugzeug zu evakuieren", schreibt die Internetseite "Aviation Herald".

Den Piloten gelang auf der Piste 04R des Daniel K. Inouye International Airport, dem Hauptflughafen von Honolulu, eine sichere Ladung. Statt zum Gate zu rollen, hielt sie sofort. Die Flugbegleiter öffneten die Türen und ließen automatisch die Notrutschen aufblasen, über die 184 Passagiere und sieben Crew-Mitglieder ins Freie gelangen konnten.

"Sieben Passagiere mussten wegen Rauchvergiftung in örtliche Krankenhäuser eingeliefert werden", meldete die Fluggesellschaft Hawaiian Airlines später. "Alle übrigen Passagiere und die Crew, die das Flugzeug verlassen und mit Bussen zum Terminal gebracht worden waren, konnten ihr Gepäck wieder in Empfang nehmen."

Weiterer Fume Event

Bei der Maschine handelte es sich um einen Airbus A321neo der neusten Bauart. Der Jet mit der Kennung N218HA war erst vor einem halben Jahr in Dienst gestellt worden. Die amerikanische Luftaufsichtsbehörde FAA berichtete, dass die Besatzung ein Feuer im Frachtabteil der Maschine und Rauch im Cockpit gemeldet hatte.

Die Sauerstoffmasken waren aus Sicherheitsgründen für die Fluggäste nicht ausgelöst worden. "Für den Fall eines Feuers möchte man nicht zusätzlich Sauerstoff in die Kabine leiten", erklärte ein Pressesprecher der Airline.

Als Grund für Rauchentwicklung nannte die Fluggesellschaft einen defekten Dichtungsring, durch den Öl ins das heiße Triebwerk und damit Rauch in den Klimaanlage eindrang – ein sogenannte Fume Event: Durch Flüssigkeiten wie Motoröl, Hydraulikflüssigkeit, Vereisungsschutzflüssigkeit, die in die Treibwerke gelangen, wird immer wieder die Kabinenluft mit giftigen Dämpfen kontaminiert.

Quelle: "Aviation Herald"

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tib