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Ostseeinsel Rügen: Mädchenleiche am Kap Arkona gefunden

Zwei Wochen haben die Helfer am Kap Arkona vergeblich nach der kleinen Katharina gesucht. Ein abbrechender Felsen hatte die Zehnjährige zu Weihnachten verschüttet. Jetzt wurde die Leiche eines Mädchens unweit der Abbruchstelle auf Rügen gefunden.

Gut einen Monat, nachdem ein abbrechender Felsen am Kap Arkona die zehnjährige Katharina verschüttet hat, ist nahe der Unglücksstelle auf Rügen die Leiche eines Mädchens gefunden worden. Das sagte Polizeisprecher Daniel Plath am Dienstag in Stralsund. Mehrere tausend Kubikmeter Kreide und Geröll aus der 35 Meter hohen Steilküste waren am zweiten Weihnachtstag in die Tiefe gestürzt, als die Zehnjährige aus Brandenburg mit Mutter und älterer Schwester am Strand spazieren ging. Mutter und Schwester wurden verletzt geborgen.

In der Nacht zum Dienstag herrschte Ostwind, der die Leiche an- oder freigespült haben könnte. Kriminalisten sicherten die Spuren. Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat die weiteren Ermittlungen übernommen. "Es spricht vieles dafür, dass es sich bei der Leiche um das zehnjährige Mädchen handelt", sagte Oberstaatsanwalt Ralf Lechte. Die Leiche werde geborgen und rechtsmedizinisch untersucht. Dabei würden Gebiss, DNA und die gefundenen Kleidungsstücke abgeglichen. Die Identität der Leiche werde frühestens am Mittwochnachmittag feststehen. "Wir führen jetzt ein normales Todesermittlungsverfahren durch", erklärte Lechte.

Suche blieb bislang ergebnislos

Nach zwei Wochen intensiver Suche hatten die Helfer am 8. Januar die Bergungsarbeiten ergebnislos abgebrochen, obwohl Leichenhunde immer wieder an der Abbruchstelle angeschlagen hatten. Mit Schaufeln und zuletzt einem Bagger hatten sie an der Abbruchstelle teilweise bis zu sieben Meter tief Kreide- und Gesteinsmassen abgetragen und nach Überresten der kleinen Katharina durchsucht. Weil die Leiche nicht gefunden worden war, gingen die Behörden zuletzt davon aus, dass das Kind vom Druck der herabstürzenden Geröllmassen ins Meer gespült worden sein könnte.

Bei einer bewegenden Trauerfeier hatten die Helfer und die Gemeinde Putgarten am 14. Januar Abschied von dem Mädchen genommen. Der Vater hatte dabei den Helfern für ihren Einsatz gedankt.

AFP/DPA / DPA