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Shitstorm für Mastercard: Peinliche PR-Aktion: Mahlzeit für hungernde Kinder - nur wenn Messi und Neymar Tore schießen

Mastercard muss auf Twitter viel Kritik für eine PR-Aktion einstecken. Für jeden Treffer von Messi oder Neymar will der Kreditkartenbetreiber 10.000 Mahlzeiten an hungernde Kinder spenden - keine gute Idee, findet das Netz.

Die Fußballstars Lionel Messi und Neymar da Silva Jr. sind Teil einer Spendenaktion von Mastercard, die im Netz für viel Kritik sorgt (Archivbild)

Die Fußballstars Lionel Messi und Neymar da Silva Jr. sind Teil einer Spendenaktion von Mastercard, die im Netz für viel Kritik sorgt (Archivbild)

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Klares Eigentor für den Kreditkartenbetreiber Mastercard: Auf Twitter kündigte das Unternehmen an, für jeden Treffer von Lionel Messi oder Neymar Júnior 10.000 Mahlzeiten an hungernde Kinder in Lateinamerika und der Karibik zu spenden. Das gilt für alle offiziellen Spiele bis einschließlich März 2020 - also auch für die Fußball-WM in Russland. Klingt zunächst nach einer netten Aktion, die dem guten Zweck dient. Doch zu Ende gedacht ist die Idee nicht, finden viele Twitter-User. Die Kritik an dem Vorhaben ließ jedenfalls nicht lange auf sich warten.


PR-Aktion macht Torhüter zu Buhmännern

"Jedes Mal, wenn ein Torhüter einen Torschuss von Messi oder Neymar bei der WM hält, wird 10.000 Kindern in Lateinamerika eine richtige Mahlzeit verwehrt", schreibt der Buzzfeed-Journalist Matthew Champion zu der Mastercard-Pressemitteilung. "Schlimmstes PR-Eigentor aller Zeiten", schreibt ein anderer. "Wenn ihr das Geld habt...dann kauft das verdammte Essen doch einfach. Wie traurig, das Schicksal von hungernden Kindern in den Fuß eines Spielers zu legen, der Multimillionär ist."


"Es könnte über Leben und Tod von Kindern entscheiden"

Viele User stören sich vor allem an ethischen Problemen, die sich aus der Aktion ergeben: "Einerseits die Mittel zu haben, 10.000 Mahlzeiten zur Verfügung zu stellen, aber die Entscheidung von dem Ergebnis eines Sport-Events abhängig zu machen, ist aus moralischer Sicht verwerflich", lautet einer der vielen kritischen Kommentare. Ein anderer User wird noch direkter: "Gebt den Kindern einfach etwas zu essen, ihr 'Hungerspiele'-Bösewichte."

Mastercard hat sich noch nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert. Messi und Neymar jedenfalls scheinen an der Aktion nichts kritisches zu finden - das geht zumindest aus einer Pressemitteillung von Mastercard hervor: "Ich bin stolz, Teil dieser Kampagne zu sein, die dabei hilft, das Leben von Tausenden Kindern in meiner Heimat und anderen Regionen der Welt zu verändern", wird Messi zitiert. Neymar soll sich laut Mitteilung wie folgt zu der Aktion geäußert haben: "Ich bin glücklich, dabei helfen zu können, dass Kinder in dieser Region einen Teller Essen und mehr Hoffnung haben. (...) Gemeinsam können wir Hunger bekämpfen."

Eine Kombo zeigt die frei Fußballer Karim Benzema, Mario Götze und Carlos Tevez. Sie fahren nicht zur Fußball-WM in Russland.


ikr