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Zehn-Jahres-Plan Philip Morris kündigt Ende des Zigarettenverkaufs in Großbritannien an

Eine Hand drückt eine Zigarette in einem Aschenbecher aus
Auch die britische Regierung will, dass das Land bis 2030 rauchfrei wird.
© Miljan Živković / Getty Images
Großbritannien will rauchfrei werden und bekommt jetzt Schützenhilfe von überraschender Seite. Das Tabakunternehmen Philip Morris hat angekündigt, in Großbritannien binnen zehn Jahren die Zigaretten aus den Regalen zu nehmen.

Es ist eine Nachricht, die einer Zeitenwende gleichkommt. Der Tabakkonzern Philip Morris macht Schluss mit den herkömmlichen Glimmstängeln und will den Verkauf von Zigaretten in Großbritannien einstellen – komplett. Nach mehr als einem Jahrhundert sollen die Packungen aus den Regalen verschwinden. Das gab Konzernchef Jacek Olczak bekannt. 

Das Unternehmen verfolgt dabei offenbar hehre Ziele. "Ich möchte, dass diese Firma das Rauchen hinter sich lässt", sagte Olczak der "Mail on Sunday". Binnen der nächsten zehn Jahre soll das Vorhaben umgesetzt werden. "Ich denke", sagte er, "dass man in Großbritannien in maximal zehn Jahren das Problem des Rauchens vollständig lösen kann." Damit schlägt er in die selbe Kerbe wie die britische Regierung. Diese plant, das Land bis 2030 rauchfrei zu machen. 

Nicht ohne Plan B

Philip Morris vertreibt Marlboro-Zigaretten in weiten Teilen der Welt. Allein in Großbritannien belaufen sich die Einnahmen laut Companies House auf etwa 930 Millionen Euro jährlich. Das Companies House ist eine britische Behörde, die das Handelsregister führt. Die ehemalige Muttergesellschaft Altria ist in den USA mit Marlboro als absoluter Marktführer noch immer gut im Geschäft. In Großbritannien hingegen hat die Kultmarke, die einst mit dem Marlboro-Mann berühmt wurde, bald ausgedient. "Sie wird verschwinden", so Olczak. 

Eine Tabakfirma, die kein Geld mehr mit Tabak verdienen will – gibt's das? Verbraucher sollten mit dem Rauchen aufhören, so Olczak, das wäre die beste Entscheidung, "aber tun sie das nicht, dann wäre die zweitbeste Wahl, auf eine bessere Alternative umzusteigen". Philip Morris zieht sich nicht ohne Plan B zurück. Das Unternehmen investiert kräftig in Nikotin-Alternativen, allen voran in IQOS. Das Gerät erhitzt Tabak, verbrennt ihn aber nicht.

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Schon jetzt macht Philip Morris weltweit mit seinen alternativen Produkten fast ein Viertel seines Umsatzes, weit mehr als beispielsweise die Konkurrenz von Imperial Tobacco. Im März verpflichtete sich das Unternehmen außerdem dazu, in Zukunft die Hälfte seines Umsatzes mit Nichtraucherprodukten zu erwirtschaften. "Wir glauben an die Abschaffung von Zigaretten und werden dazu beitragen", sagte Emmanuel Babeau, Finanzchef des Unternehmens, kürzlich der "Financial Times".

Quellen: Daily Mail, Financial Times

tpo

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