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Protest gegen IS Frauen befreien sich von schwarzen Burkas


Ein Video zeigt Frauen, die sich ihre schwarzen Burkas vom Leib reißen: Darunter kommen farbige Kleider zum Vorschein. Die Bilder sind stark und sie verbreiten sich schnell. Doch sind sie echt?

Es ist fast zu schön und zu bunt, um wahr zu sein. Ein Video soll Szenen aus Syrien zeigen, in denen Frauen, auf der Ladefläche von Autos stehend, ihre schwarzen Burkas ausziehen und wegwerfen. Zum Vorschein kommen immer noch bodenlange, aber enorm farbenfrohe, taillierte Kleider - und ein breites Lächeln.

Einzelne Screenshots aus dem Film kursieren als Fotos im Internet. Der Journalist Jack Shahine hat die Bilder auf Twitter veröffentlicht. Aufgenommen haben soll sie der Kameramann Shervan Derwish, mit dem Shahine zusammengearbeitet hat. Das Material soll Shahine zufolge auf der Grenze zwischen Syrien und der Türkei entstanden sein.

Die Frauen ziehen auf dem fahrenden Auto die schwarze Einheits-Burka - Symbol der Unterdrückung und Unfreiheit - aus, sobald sie das IS-Territorium hinter sich gelassen und mit dem Wagen das Gebiet der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) erreicht haben. Im Kalifat, das die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vor einem Jahr ausgerufen hat, muss jede Frau in der Öffentlichkeit die schwarze Burka tragen.

Ob das Bildmaterial echt und unbearbeitet ist, ist allerdings nicht klar - und lässt sich auch nur schwerlich überprüfen. Dass die Frauen unter ihren formlosen Burkas in Tiefschwarz ausgerechnet knallbunte, taillierte Kleidchen tragen, wäre freilich ein gefundenes Fressen für Bildjournalisten. Auf mehrere Anfragen des stern antworteten bislang weder Shahine noch Derwish.

"Diese Frauen schnuppern wieder Freiheit"

"Mail Online" zitierte Shahine mit den Worten: "Diese Frauen, Kinder und Männer fliehen aus dem IS-kontrollierten Bereich - und sobald sie Bereiche der kurdischen YPG erreichen, ziehen sie diese vom 'Islamischen Staat' auferlegten schwarzen Burkas aus und schnuppern wieder Freiheit. Sie entfernen das Schwarz aus ihrem Leben und fühlen sich wieder fröhlich und frei."

Diesen Eindruck will Shahine in den wenigen Sekunden gewonnen haben, als die Autos an ihm und Derwish vorbeifuhren. Sollte sich die Echtheit des Bildmaterials bestätigen, sprechen tatsächlich allein die Aufnahmen der Gesichter der Frauen für sich.


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