HOME

Rufmordaffäre um Bettina Wulff: Wer setzte die Gerüchte in die Welt?

Es besteht der Verdacht, dass die Gerüchte um Bettina Wulff aus der CDU stammen. Die SPD hat nun von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister Aufklärung gefordert.

Nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" wurden die Gerüchte über Bettina Wulff zuerst aus niedersächsischen CDU-Kreisen gestreut und sollten offenbar vor allem Christian Wulff treffen, der damals noch CDU-Ministerpräsident war. Ministerpräsident David McAllister müsse diese Vorwürfe nun schnell aufklären, forderte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, in der "Bild am Sonntag". McAllister, der Wulff nach seinem Wechsel in das Amt des Bundespräsidenten als niedersächsischer Parteivorsitzender und Ministerpräsident nachfolgte, wollte sich auf Nachfrage der "Bild am Sonntag" nicht zu dem Verdacht äußern, dass es sich bei den Gerüchten um eine parteiinterne Intrige handelte.

Eidesstaatliche Versicherung von Bettina Wulff

Zu entsprechenden Medienerichten erwirkte Bettina Wulff zahlreiche Unterlassungserklärungen, wie ihr Rechtsanwalt Gernot Lehr bestätigte. Am Samstag erzielte Bettina Wulff einen weiteren Erfolg: Fernsehmoderator Günther Jauch erkannte ihren Unterlassungsanspruch an - ein Zugeständnis, das Lehr gerichtlich bestätigen lassen will.

Bettina Wulff gab bei Gericht eine eidesstattliche Erklärung ab, wonach alle Behauptungen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte oder als sogenannte Escort-Dame falsch seien, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Eine solche Erklärung der Frau eines früheren Bundespräsidenten ist bisher einzigartig.

Neben Jauch verklagte Bettina Wulff auch den Internetkonzern Google. Jauch erkannte zwar den Unterlassungsanspruch an, verteidigte sich aber zugleich und sagte mit Blick auf seine Talksendung vom 18. Dezember 2011: "Ich habe niemals über Frau Wulff eine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern lediglich aus einem Artikel der "Berliner Zeitung" zitiert." Jauchs Anwalt Christian Schertz erläuterte, er habe Wulffs Rechtsbeistand mitgeteilt, dass ein Anspruch auf Unterlassung anerkannt werde - "ohne ein Fehlverhalten damit einzuräumen".

Google beharrt auf der Praxis der automatischen Ergänzung

Wulff-Anwalt Lehr erklärte daraufhin, er werde nun ein Urteil des Landgerichts Hamburg beantragen. Damit soll bestätigt werden, dass Jauch den Antrag von Bettina Wulff anerkennt und Sanktionen bei möglichen Zuwiderhandlungen festgeschrieben werden.

Im Fall Google will die 38-Jährige verhindern, dass bei Eingabe ihres Namens automatisch Suchbegriffe wie "Rotlichtvergangenheit" auftauchen. Der Konzern wies ihre Vorwürfe aber zurück: Google nehme keinen Einfluss auf die Suchbegriffe, sagte Unternehmenssprecher Kay Oberbeck. "Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider." Google führte in Deutschland bereits fünf ähnliche Verfahren - und habe alle gewonnen.

Kra/DPA / DPA