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Schnee, Eis, Regen: "Mellie" beschert uns weiße Ostern

Warme Kleidung bei der Ostereiersuche nicht vergessen: Zum Wochenende müssen sich die Deutschen auf winterliches Wetter mit Schnee und kühlen Temperaturen einstellen. Sturmtief "Melli" bringt immer wieder Regen- und Schneeschauer. Noch schlimmer ergeht es allerdings

Schneebedeckte Frühlingsblüten, kilometerlange Staus und Chaos auf bayerischen Skipisten: Pünktlich zum Osterfest haben schwere Schneefälle die Pläne vieler Urlauber durchkreuzt. Bereits am Donnerstag führte der Wintereinbruch zu kilometerlangen Staus und etlichen Unfällen. Dichtes Schneetreiben sorgte etwa auf der Autobahn 9 bei Bayreuth zu einem Verkehrschaos mit mehreren Verletzten und einem Stau über 30 Kilometer. Im angrenzenden Tschechien verunglückten in heftigen Schneestürmen auf der wichtigsten Autobahn des Landes zwischen Prag und Brno (Brünn) mindestens 116 Fahrzeuge. Etwa 20 000 Menschen saßen auf der Strecke stundenlang fest. In der Nacht zum Freitag kam es dann trotz zum Teil heftiger Schneefälle nur zu vereinzelten Verkehrsbehinderungen.

Nasskalt mit Schneeschauern bis in die Niederungen geht es an den Feiertagen weiter: "Temperaturmäßig erinnert der Osterspaziergang eher an Weihnachten", sagte der Meteorologe Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst am Freitag. Sturmtief "Melli" brachte vor allem den Mittelgebirgen viel Schnee. Neuhaus am Rennweg in Thüringen meldete 22 Zentimeter, in Freudenstadt im Schwarzwald waren es 31 Zentimeter. Dort wurde am Freitag nach Auskunft der Verkehrsmeldestelle der Linienbusverkehr eingestellt.

Auf der A8 bei Ulm ging es wegen Schneeverwehungen auf 15 Kilometer nur im Schneckentempo voran. Dichter Reiseverkehr führte auf der A2 zwischen Hannover und Helmstedt zu einem Stau bis 40 Kilometer Länge, der sich erst am frühen Freitagmorgen auflöste. Am Freitag gab es größere Verkehrsbehinderungen auf der A9 bei Bayreuth in Richtung Berlin, auf der A5 Richtung Kassel bei Alsfeld auf der A45 bei Olpe nach einem Lkw-Unfall. Vor allem in den Mittelgebirgen hatten Autofahrer mit winterlichen Straßenverhältnissen zu kämpfen.

Kapriolen waren nur der Anfang

Tief "Melli" mit Schnee, Sturmböen und Gewittern war nur aber nur der Anfang, wie der Wetterdienst berichtete: "Dahinter wird nun das Tor für Kaltluft aus der Polarregion weit geöffnet", sagte Meteorologe Engel. Am Samstag überwiegt starke Bewölkung mit Niederschlägen, die im Tagesverlauf zumindest in Norddeutschland auch im Flachland in Schnee übergehen. Die Schneefälle ziehen sich am Ostersonntag allmählich in den Südosten Deutschlands zurück, von Nordwesten her kann sich auch mal die Sonne blicken lassen.

Der Montag dürfte nach Einschätzung der Meteorologen im Osten erstmal heiter und trocken, bevor von Westen her wieder Schneeschauer heranziehen. Der Winter nistet sich bei Höchsttemperaturen von 5 bis 6 Grad und Dauerfrost in den Mittelgebirgen richtig ein. Auch nach Ostern ist erstmal kein Frühling in Sicht, allerdings sollen die Temperaturen bis zum kommenden Wochenende langsam etwas steigen.

Schnee und Stürme in den USA

Mit spätwinterlichen Kapriolen hatten auch Menschen in den USA zu kämpfen. Ein Schneesturm im Raum Chicago führte am Freitag zur Absage vieler Flüge. Die Meteorologen erwarteten bis zu 23 Zentimeter Neuschnee. Im Neuengland-Staat Maine galt eine Blizzard-Warnung. Dort lag in einigen Regionen bereits etwa ein halber Meter Schnee. Im Mittleren Westen gab es Unwetter und Überschwemmungen, die mindestens 16 Menschen das Leben kosteten. Binnen weniger Tage fielen mehr als 30 Zentimeter Niederschläge, wodurch Flüsse und Seen über ihre Ufer traten. Da die Pegel noch stiegen, war zunächst keine Entspannung der Lage in Sicht.

AP / AP