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Diskussion über Sinti und Roma: Darf man heutzutage noch Zigeuner sagen?

Beim Wort Neger sind sich alle einig: Es hat in der deutschen Sprache nichts zu suchen. Gilt das auch für die Bezeichnung Zigeuner? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, das Problem ist kniffelig.

Von André Depcke

Beatrix Kolompar (l.) und Sandorne Kolompar, Mitglieder der Gruppe Terne Lulugya (Junge Blumen), tanzen in traditionellen Kleidern am "International Romani Day" und feiern ihre Kultur

Beatrix Kolompar (l.) und Sandorne Kolompar, Mitglieder der Gruppe Terne Lulugya (Junge Blumen), tanzen in traditionellen Kleidern am "International Romani Day" und feiern ihre Kultur

Frank Plasberg verhandelte in seiner Sendung "Hart aber fair" eigentlich das Thema Einbrüche. Dem Ex-Knacki Hammed Khamis, Autor des Buches "Ansichten eines Banditen", kam während der Diskussion die Bezeichnung "Alter Zigeunertrick" über die Lippen. Er selbst stutzte und fragte: "Tschuldigung, darf ich das sagen?" Der ebenfalls anwesende, ehemalige Oberstaatsanwalt Egbert Bülles sprach von "Zigeunerkönige". Plasberg verhandelte, wenn auch nebenbei und klischeehaft, die Frage: Darf man eigentlich das Wort Zigeuner benutzen? Die Angelegenheit ist leider nicht so einfach, wie die Frage, ob man Neger sagen darf.

Schon vor einigen Jahren wurde lebhaft über die Zigeunersoße debattiert. Ein Sinti- und Roma-Verein aus Hannover forderte damals Lebensmittelhersteller dazu auf, das Produkt umzubenennen. In einem Interview sagte Silvio Peritore, Vize-Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma daraufhin, er könne die Empörung der Hannoveraner nachvollziehen, verwies zudem auf die Umbenennung des "Negerkusses", fügte aber auch hinzu, dass der Zentralrat niemandem ein schlechtes Gewissen auferlegen wolle, nur weil er im Restaurant ein Zigeunerschnitzel bestellt.

Das Wort "Zigeuner" wird mit Stolz verwendet

Während viele Zigeuner in Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und anderen Ländern in Europa mit Stolz die Bezeichnung verwenden, so wie es Rolf Bauerdick, Autor des Buches "Zigeuner - Begegnungen mit einem ungeliebten Volk", in einem Interview mit dem "Spiegel" beschreibt, gibt es auch viele, die bei diesem Wort Scham verspüren.

Das geht vor allem auf die Nazi-Zeit zurück. In der damaligen NS-Hasspropaganda war das Wort Zigeuner ein Synonym für Verunglimpfungen wie "asoziales Gesindel". Viele, die als Kinder und Jugendliche "Zigeuner" genannt wurden, seien daher traumatisiert, heißt es beim "Mediendienst Integration". Dort werden auch die neuerlich als politisch korrekte Bezeichnungen "Roma" beziehungsweise "Sinti und Roma" genauer unter die Lupe genommen.

Bezeichnung "Sinti und Roma" ist falsch

Als Rom definiert zu werden, heißt nicht zuletzt auch, Teil einer Volksgruppe oder sogar Nation zu sein, da, anders als in Deutschland, in Ost- und Südosteuropa zwischen Nationalität und Staatsangehörigkeit unterschieden wird. Deshalb lehnen viele das Roma-Wort ab. Schon bevor sich der Begriff "Roma" um 1970 international auszubreiten begann, hatten sich Aktivisten in Deutschland auf die Bezeichnung "Sinti" geeinigt.

Gemeint sind damit die Nachfahren von aus Indien stammenden Gruppen, die schon seit dem 15. Jahrhundert nach Deutschland eingewandert sind. Neuzuwanderer aus Rumänien oder Bulgarien, Serbien oder Mazedonien per se "Sinti und Roma" zu nennen, ist deshalb falsch. Wenn man sie unbedingt mit einem ethnischen Namen bezeichnen will, ist laut dem "Mediendienst Integration" nur "Roma" richtig.

"Das Wort ist gut, wenn man uns gut behandelt"

In einem ausführlichen Artikel der "Welt", der viele Zitate zu der Zigeuner-Diskussion vereint, taucht auch Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller auf, die sagt: "Ich bin mit dem Wort 'Roma' nach Rumänien gefahren, habe es in den Gesprächen anfangs benutzt und bin damit überall auf Unverständnis gestoßen. 'Das Wort ist scheinheilig', hat man mir gesagt, 'wir sind Zigeuner, und das Wort ist gut, wenn man uns gut behandelt.'" Vielleicht ist diese Aussage die einfachste Antwort auf eine sonst so komplexe Frage.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.