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Sprintstar unter Mordverdacht: Der Medienkrieg um Pistorius hat begonnen

Hat Oscar Pistorius seine Freundin kaltblütig erschossen? Die Frage gerät plötzlich zur Nebensache, denn der Chefermittler wird zur Zielscheibe. Pistorius wird von einem Top-Team verteidigt.

Von Annette Berger

Überraschende Entwicklung im Mordfall des südafrikanischen Sportidols Oscar Pistorius: Der leitende Polizeiermittler Hilton Botha steht selbst unter dem Verdacht des versuchten Mordes. Die Polizei in Pretoria bestätigte, dass gegen Botha wegen siebenfachen versuchten Mordes ermittelt werde. Der Fall liegt allerdings schon einige Zeit zurück. Warum er ausgerechnet während des Verfahrens gegen Pistorius ans Licht kommt, darüber kann nur spekuliert werden.

Was viele Beobachter schon vor einigen Tagen vorhergesagt hatten, scheint sich jetzt zu bestätigen: Der Fall Pistorius entwickelt sich zu einem Medienspektakel, wie es Südafrika noch nicht erlebt hat. Das beidseitig beinamputierte Sportidol soll seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag erschossen haben. Das ist unstrittig.

Die Frage ist, ob es mit Vorsatz geschah, wie es die Staatsanwaltschaft sieht, oder ob Pistorius der Meinung war, auf einen Einbrecher zu schießen, wie er selbst angibt. Nachdem es tagelang eine weltweite Berichterstattung zum Nachteil von Pistorius gegeben hatte und manche schon eine öffentliche Vorverurteilung des Sportstars anprangerten, scheinen seine Verteidiger jetzt die ersten kleinen Zweifel an der Schuld Pistorius' sähen zu können.

Botha ist eine Schlüsselfigur in den Ermittlungen

Denn ausgerechnet Chefermittler Botha gerät plötzlich in die Kritik - und damit einer der wichtigsten Gegenspieler des gefallenen Sportstars. Zwar sei der Fall aus dem Jahr 2011 zwischenzeitlich fallengelassen worden, er sei aber Anfang Februar wieder aufgenommen worden, hieß es von der Polizei in Pretoria. Im Kern geht es um einen Vorfall aus dem Jahr 2009, als Botha und andere Polizisten auf einen Kleinbus mit sieben Insassen schossen, um ihn an der Weiterfahrt zu hindern. Grund soll die Suche nach Verdächtigen in einem Mordfall gewesen sein.

Am Donnerstagvormittag begann vor dem Magistratsgericht in Pretoria der dritte Verhandlungstag über eine mögliche Freilassung von Pistorius gegen Kaution. Die Verteidigung meint, dass es schon allein wegen mancher Ermittlungsmängel keine Belege für einen "vorsätzlichen Mord" gebe. Staatsanwaltschaft und Polizei sind strikt gegen eine Freilassung des Paralympics-Stars. Es bestehe Fluchtgefahr, argumentieren sie.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte in einem Radiointerview zu den Entwicklungen um Botha, es wäre wohl besser, den Polizeioffizier vom Fall abzuziehen. Der Sprecher der Polizei der Provinz Gauteng betonte, es sei noch nichts entschieden. Botha reagierte überrascht auf die Wiederaufnahme seines Falles: "Ich kann mit nur vorstellen, dass es etwas mit meiner Arbeit (im Fall) Oscar Pistorius zu tun hat", sagte Botha dem Fernsehsender eNCA.

Er spielt damit offenbar auch auf mögliche Bemühungen des Topteams an, das Pistorius zu seiner Verteidigung engagiert hat. Dieses hat die Aufgabe, einerseits die Position der Staatsanwaltschaft zu schwächen und andererseits den Sportler in der öffentlichen Meinung sympathischer erscheinen zu lassen - und nicht als jemanden, der brutal eine wehrlose Frau erschießt. Dieses Bild beherrscht bislang die öffentliche Meinung.

Pistorius' Verteidiger Barry Roux ist ein Staranwalt in Südafrika, der schon mehrfach Prominente vertrat. Als "spin-doctor", also den Mann für die Medienarbeit, hat der Sprinter Ex-"Sun"-Chefredakteur Stuart Higgins verpflichtet. Der Engländer wurde sowohl als Starreporter bekannt als auch später als Medienexperte für British Airways oder Manchester United. "Unsere Aufgabe ist es, etwas von der weltweiten Unterstützung für Oscar aufzunehmen", sagte er vor einigen Tagen dem "Indepedent".

Mit Reggie Perumal ist ein Spitzen-Forensiker im Team, der oft bei besonders bedeutenden Todesfällen, wie den 34 von der Polizei erschossenen Minenarbeitern in Marikana, hinzugezogen wird. Pistorius scheint also gewappnet wie einst O.J. Simpson. Der frühere US-Footballstar und Schauspieler wurde, obwohl viele an seine Schuld glaubten, vom Vorwurf des Mordes an seiner Ex-Frau und deren Bekannten freigesprochen.

Auch die Familie macht Öffentlichkeitsarbeit

Die erste Attacke des Teams um Pistorius scheint sich nun also gegen Ermittler Botha zu richten. Denn der spielte am Mittwoch bei der Gerichtsanhörung eine zentrale Rolle. Vor dem Magistratsgericht in der südafrikanischen Hauptstadt wandte er sich wie die Staatsanwaltschaft entschieden gegen eine Freilassung von Pistorius auf Kaution. Es bestehe Fluchtgefahr, betonte auch er.

Der 26 Jahre alte Pistorius besteht darauf, seine Freundin aus Versehen erschossen zu haben, weil er glaubte, im Badezimmer befinde sich ein Einbrecher. In einem Kreuzverhör des Pistorius-Anwalts Roux musste Botha zugeben, dass am Tatort keine Belege dafür gefunden worden seien, die den Darstellungen des Beschuldigten widersprächen.

Auch die Familie des Sportstars unterstützt Pistorius, wo sie nur kann. So sagte sein Onkel Arnold in einem TV-Interview am Mittwochabend, sein Neffe befinde sich in einem "Schockzustand". Oscar sei tieftraurig, dass er selbst es war, der seine Liebe umgebracht habe. Er werde sicher lange brauchen, um damit fertig zu werden. "Oscar wird das überleben. Es wird hart werden, weiter zu machen, aber er ist einer, der überlebt."

Werbepartner kündigen die Kooperation

Dass es nicht so einfach ist, die öffentliche Meinung gegen Pistoris zu drehen, zeigt sich inzwischen allerdings auch ganz deutlich daran, dass sich die ersten Werbepartner von dem Sportstar abwenden. So wird er künftig nicht mehr für das Thierry-Mugler-Parfüm "A*Men" werben. Aus Respekt und Mitgefühl gegenüber der von dem Verbrechen an Reeva Steenkamp betroffenen Familien seien alle Kampagnen mit Pistorius eingestellt worden, teilte die zur französische Kosmetikgruppe Clarins gehörende Marke am Mittwoch mit.

Nur einen Tag später kündigte der US-Sportartikelhersteller Nike an, die Zusammenarbeit mit dem Olympia-Star ruhen zu lassen. "Nike hat seinen Vertrag mit Oscar Pistorius ausgesetzt", teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. "Wir glauben, dass man Oscar Pistorius ein ordentliches Gerichtsverfahren ermöglichen sollte, und wir werden die Lage weiter sehr genau beobachten", hieß es weiter.

mit Agenturen
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(