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Mücken-Epidemie: Sri Lanka erlebt den schwersten Dengue-Ausbruch der Geschichte

Sri Lanka kämpft weiter gegen das gefährliche Denguefieber. Fast 115.000 Menschen sind betroffen. Mehr als 300 Menschen starben bereits an den Virus-Folgen. Die Zahl könnte weiter steigen.

Ein Regierungsarbeiter verteilt Insektizide in der Hauptstadt Sri Lankas

Mitarbeiter der Regierung sollen durch die Verbreitung von Insektiziden die Stechmücken in Sri Lanka bekämpfen

Die Zahl der an Denguefieber erkrankten Menschen im Urlaubsland Sri Lanka steigt weiter an. Am schlimmsten trifft es die Hauptstadt. Denn in Colombo finden die Mücken optimale Bedingungen um sich zu vermehren. Weit mehr als 114.000 Menschen erkrankten dieses Jahr an dem Virus, 315 davon starben bislang an den Folgen des Denguefiebers. Das teilte das Gesundheitsministerium des Inselstaates mit.

Im Vergleich zum letzten Jahr verdoppelte sich die Zahl der Infizierten, die Anzahl der Toten verdreifachte sich sogar. Nach Angaben des Roten Kreuzes ist es der schlimmste bisher erfasste Ausbruch der Krankheit in dem südasiatischen Land.

Monsunzeit erhöht Ausbreitungsrisiko 

Colombos Krankenhäuser sind derzeit völlig überfüllt: Oft müssen sich zwei oder drei Patienten ein Bett teilen, andere liegen auf dem Boden. Manche Kliniken weisen Kranke ab. Betroffen sind zudem nicht nur die Patienten. "Meine Schwester Anoma arbeitete in einem Krankenhaus am Empfang. Sie hat Fieber bekommen und ist nach nur zwei Tagen gestorben", erzählt Anura Dissanayake, ein Bewohner von Colombo. "Die Mitarbeiter haben Angst, selbst Opfer zu werden."

In Sri Lanka und anderen Ländern Südasiens bringen die Regenfälle der Monsunzeit Brutstätten für Mücken mit sich - und damit die von den Insekten übertragenen Krankheiten. Dazu gehören neben Dengue auch Malaria und das Chikungunya-Fieber.

Sri Lankas Müllproblem verstärkt die Mückenplage

Schlimmer als sonst ist es nun auch wegen der sich stapelnden Müllhaufen an den Straßenrändern der Hauptstadt. Im April stürzte eine Mülldeponie in einem Vorort von Colombo ein und begrub Dutzende Häuser unter sich. Mindestens 30 Menschen starben. Seitdem fehlt einer der Orte, an denen der Abfall der Stadt gelagert werden kann. "Das hat direkt mit der Dengue-Situation zu tun, denn die Mücken brüten in den verstopften Abflüssen", erklärt der Umweltaktivist Supun Lahiru.

Die Hauptstadt ist am schlimmsten von dem Ausbruch betroffen. Rund die Hälfte der Fälle hat es in der Westprovinz gegeben, zu der Colombo gehört. Aber auch andere Gegenden des Landes - darunter auch die bei Touristen beliebte Südküste - sind nicht verschont geblieben. Mehrere Länder haben Reisewarnungen ausgesprochen. Deutschland gehört bislang nicht dazu.

Der nächste Dengue-Ausbruch wird kommen

Die Regierung hat angesichts sinkender Touristenzahlen zu der Rücknahme dieser Warnungen aufgerufen und zugleich um Hilfe aus dem Ausland gebeten. Die WHO hat Präventionsprogramme in dem 20-Millionen-Einwohner-Staat gestartet. Die Bemühungen der sri-lankischen Regierung stoßen derweil an Grenzen. "Trotz der andauernden Aufräumarbeiten stellen wir fest, dass immer wieder dieselben Orte befallen sind", erklärte der Epidemiologe Nimalka Pannila Hetti von der Nationalen Dengue-Schutz-Einheit des Gesundheitsministeriums in der vergangenen Woche vor Journalisten.

In Sri Lanka gibt es zwei Monsunzeiten pro Jahr - von Mai bis September im Westen und Süden sowie von Oktober bis Februar im Osten und Norden. "Beim nächsten Monsunregen im Oktober müssen wir mit einem weiteren Dengue-Ausbruch rechnen", sagte Pannila Hetti.

Keine schützende Impfung gegen Denguefieber

 Das Dengue-Fieber ist eine in den Tropen und Subtropen weit verbreitete Viruserkrankung, deren Erreger von vorwiegend tagaktiven Stechmücken übertragen wird. Die Infektion verursacht Fieber, Kopf und Gliederschmerzen. In schweren Fällen kommt es zu Gefäßschäden und inneren Blutungen. Weltweit erkranken nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr fast 400 Millionen Menschen an Dengue-Fieber, mehr als 20.000 sterben daran. Eine schützende Impfung gibt es bislang nicht - ein umstrittener neuer Impfstoff ist bisher nur in wenigen Ländern zugelassen.

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fk / DPA