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Brutale Attacke bei Paris Tunesischer Abgeordneter verherrlicht Enthauptung – Ermittlungen in Tunis eingeleitet

Sehen Sie im Video: Tötung von Lehrer in Paris – Macron spricht von islamistischem Terrorakt.




In einem Pariser Vorort hat ein mutmaßlich islamistischer Angreifer einem Lehrer nach Angaben der Polizei vor einer Schule die Kehle durchgeschnitten. Präsident Emmanuel Macron sprach bei einem Besuch des Tatorts nordwestlich von Paris am Freitagabend von einem islamistischen Terrorakt. Er sagte: Ein Bürger sei ermordet worden, weil er ein Lehrer gewesen sei, der das Thema Meinungsfreiheit vermitteln wollte. Das Opfer soll seinen Schülern im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt haben, die für manche Muslime Blasphemie sind. Polizeikreisen zufolge hörten Zeugen, wie der Angreifer "Gott ist groß" auf Arabisch rief, als er den Lehrer auf offener Straße tötete. Der mutmaßliche Angreifer sei von einer Polizeistreife in der Nähe des Tatorts entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizisten hätten auf den Verdächtigen, der ein Messer bei sich getragen habe, geschossen und ihn getötet. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft teilte mit, sie ermittle in dem Fall. Medienangaben zufolge sei der Verdächtige ein 18-Jähriger gewesen, der in Moskau geboren sei.
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In Frankreich herrschen weiterhin Schock und Entsetzen nach der mutmaßlich terroristisch motivierten Tötung eines Lehrers. Währenddessen hat die tunesische Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen einen Parlamentarier eingeleitet. Er soll die Tat verherrlicht haben.–

Die tunesische Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen einen Parlamentarier eingeleitet, der die mutmaßlich terroristisch motivierte Ermordung eines Lehrers bei Paris verherrlicht hatte. Man werde gegen den unabhängigen Abgeordneten Raschid Chiari aufgrund seiner Aussagen ermitteln und seinen Posten im Parlament prüfen, sagte der stellvertretender Staatsanwalt und Gerichtssprecher in Tunis, Mohsen Dali, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tap am Samstag. Bei dem Beitrag Chiaris handele es sich ohne Frage um die Verherrlichung einer terroristischen Tat.

Während in Frankreich Schock und tiefes Entsetzen über die Enthauptung eines Lehrers vorherrschen, hatte Chiari die Tat am Samstagmorgen auf seiner Facebook-Seite verteidigt. "Den Gesandten Gottes zu beleidigen", sei "das größte Verbrechen", schrieb er dort. Wer es begehe, müsse die Konsequenzen tragen.

Ein Mann hält während einer Demonstration in Rennes ein "Charlie Hebdo"-Cover in der Hand
Ein Mann hält während einer Demonstration in Rennes, einen Tag nachdem ein Lehrer in der Nähe von Paris enthauptet wurde, ein "Charlie Hebdo"-Cover in der Hand. Der Mann, der enthauptet wurde, war ein Geschichtslehrer, der kürzlich im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed aus dem Magazin gezeigt hatte.
© Damien Meyer / AFP

"Ich kann nicht auf meine Überzeugung verzichten"

Am späten Freitagnachmittag hatte ein Angreifer einen 47 Jahre alten Lehrer in einem Pariser Vorort brutal ermordet. Der Lehrer hatte Anfang Oktober im Unterricht das Thema Meinungsfreiheit aufgegriffen und Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed gezeigt. Anlass war die erneute Veröffentlichung des Satiremagazins "Charlie Hebdo" dieser Karikaturen. Die islamische Tradition verbietet es, den Propheten abzubilden. In manchen Kreisen lösen die Karikaturen immer wieder Proteste aus.

"Ich kann auf meine Immunität und mein Parlament verzichten, aber ich werde nicht auf meine Überzeugung für das Verbrechen verzichten", schrieb Chiari nach der Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft in einem weiteren Facebook-Post. Der Prophet sei "wichtiger und größer als Ruhm, Parlament, Politik und die ganze Welt". In den Kommentaren hagelte es Kritik und Entrüstung.

Das Antiterrorgesetz Tunesiens verbietet es, terroristische Taten und ihre Täter innerhalb und außerhalb Tunesiens öffentlich und ausdrücklich zu loben und zu verherrlichen. Zuwiderhandlungen können mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Chiari gewann bei den Wahlen 2019 einen Sitz im Parlament als Teil einer rechten religiösen Bewegung, bevor er unabhängiger Abgeordneter wurde.

tim DPA

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